Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinung

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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon strangefruit42 » 10.08.2020 11:45

Das verbaut ihr ja jetzt total die berufliche Zukunft! :lol:
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon SpikesMum » 20.08.2020 14:21

edding geht unter die Haut: Stiftehersteller öffnet Tattoo-Studio in Hamburg


https://www.focus.de/regional/hamburg/h ... 40665.html
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Eldez » 21.09.2020 13:44

In Japan tut sich endlich was zu Gunsten der Tattookunst ...

https://tattoo-spirit.de/tsp/oberstes-g ... too-kunst/
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 28.09.2020 19:58

Das Recht ist eines. Die öffentliche Meinung ein anderes. Da sind Tattoos in Japan nach wie vor Unterwelt und gar nicht gern gesehen.

Bei einer beruflichen Reise nach Japan trage ich ein langärmliges Hemd. Auch im Sommer und den Besuch eines klassischen japanischen Bades (Onsen) habe ich bewusst vermieden. Wenn japanische Kunden oder Kollegen mich dazu einladen wollten, hatte ich eine Ausrede parat, z.B. ein dringendes Skype mit einem Firmenstandort around the globe. Japaner sind dann viel zu höflich um nachzufragen
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Eldez » 29.09.2020 9:43

Segler hat geschrieben:Das Recht ist eines. Die öffentliche Meinung ein anderes. Da sind Tattoos in Japan nach wie vor Unterwelt und gar nicht gern gesehen.


Da hast du (leider) absolut recht.

Es gibt zwar mittlerweile Onsen, die auch tätowierten Gästen ihre Tore öffnen, doch ob der Körperschmuck auch den Geschmack des Kunden/ Geschäftspartners treffen würde oder ob das Geschäft unweigerlich in die Onsen ginge..? Mit der freundlichen Ablehnung liegt man in Japan sicher richtig.

Trotzdem hat mich der Bericht gefreut und für mich ist es ein Schritt in die richtige Richtung.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon clgnd » 03.10.2020 19:36

LinkedIn hat mich gerade auf folgenden Beitrag hingewiesen:

https://www.linkedin.com/feed/news/do-t ... r-5300210/

Tattoos und Karriere. Da sind einige interessante Ansichten dabei. Toll das LinkedIn eine solche Diskussion anstößt, das wäre vor ein paar Jahren auf diesen stockbiederen Business-Portalen noch nicht möglich gewesen.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon BassSultan » 04.10.2020 8:34

Die Kommentare darunter sind aber absolut bieder und ehrlich gesagt zum speiben.. (kotzen)

„.. wieso sich jemand selbst so hasst und so ein niedriges Selbstbewusstsein hat so etwas zu machen...“ bah


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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Eldez » 04.10.2020 16:55

Genau, wenn ich jemanden mit Tattoos sehe, besonders mit Gesichtstattoos, ist mein erster Gedanke: "Oh, der hat bestimmt ein niedriges Selbstbewusstsein.", so ein Schwachsinn!
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 04.10.2020 19:29

Konventionelle und "sozialverträgliche" Tattoos sind in Deutschland- vermutlich durchweg Europa - inzwischen weitgehend akzeptiert.

Die Tattoos, die unter einem Business Outfit verschwinden, die brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Unterarmtattoos darf man inzwischen auch in gut bezahlten akademischen Berufen problemlos zeigen, wird akzeptiert, wenn das Motiv passt.

Madenzerfressene Totenschädel gehören nicht dazu, Mad Max, der mit der Kettensäge Zombies massakriert, auch nicht, Ebenso wenig religiöse oder politische Glaubensbekenntnisse oder barbusige Meerjungfrauen

Ein Gecko in seinem Biotop (eigene Erfahrung :lol: ) der passt. Florale Motive, nette Viecherle, Abstraktes sowieso


"A kindergarten teacher in France says his heavily tattooed face and black-inked eyes may have cost him his job"

Das sollte eigentlich jedem klar sein, der seine fünf Sinne beisammen hat.

Ganz klar, es gibt unabhängig vom Motiv Grenzen. Gesicht und Hals ist die ultimative Grenze. Vielfach auch Hände, speziell Finger.

Mit Gesichtstattoos disqualifiziert man sich de facto praktisch für jeden Job, ausser vielleicht als Harpunier auf der Pequod (Hermann Melville, Moby Dick, der Harpunier Queequeg). Aber Walfang ist heute nicht mehr wirklich politisch korrekt :wink:

Ganz egal, was jeder von Euch dazu meint. Es sind die Fakten der Welt, in der wir leben.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon BassSultan » 05.10.2020 9:17

Wenn ich mir so seitlich auf der Wange neben vor dem Ohr was kleines feines geholt hätte.. weiß ich nicht ob ich deswegen sofort meinen letzten Job als Software Entwickler aufgeben hätte müssen. Die waren sehr entspannt dort was Äußerlichkeiten angeht.

Mich überrascht einfach dass manche Kommentare da so verallgemeinern. Klar ist der Typ mit schwarzen Augäpfeln eventuell nicht mehr kleinen Kindern zumutbar als Betreuer die noch nicht verstehen was da los ist und sich fürchten (eventuell, ich hab noch keine Erfahrungswerte wie kleine Kinder da reagieren).
Aber deswegen ist nicht jeder stark tätowierte ein seelischer Krüppel der Seine Entscheidung gegen die komplette Gesellschaft getroffen hat und gefälligst keinen Job mehr haben darf. Ein Blümchen Muster dass das Gesicht einrahmt ist kein Fetter „fuck you“ mittelfinger in meinen Augen


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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Eldez » 05.10.2020 12:27

Segler hat geschrieben:Ganz klar, es gibt unabhängig vom Motiv Grenzen. Gesicht und Hals ist die ultimative Grenze. Vielfach auch Hände, speziell Finger.

Mit Gesichtstattoos disqualifiziert man sich de facto praktisch für jeden Job, ausser vielleicht als Harpunier auf der Pequod


Entschuldige bitte, da kann ich dir leider nicht zustimmen. Das ist mir einfach zu allgemein ausgedrückt.

Es gibt ganz viele Berufe, in denen Tattoos völlig egal sind, da kommt es höchstens noch darauf an, wie aufgeschlossen der zuständige Chef und der HR-Mensch sind.

Wäre es wie du sagst, wären alle Menschen mit Gesichts- und/oder Handtattoos arbeitslos oder Harpuniere. Und dem ist nicht so.

Frage mich aber schon gerade:
Wenn nicht mal Menschen wie wir (mit Tattoos an irgendwelchen Stellen), offen gegenüber Menschen mit Tattoos an anderen Stellen sind, wie sollen wir dann Offenheit von untätowierten Menschen gegenüber Tattoos erwarten?
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon strangefruit42 » 05.10.2020 14:33

Eldez, ich glaube nicht, dass Segler das so meint. Wir selber würden als Arbeitgeber wahrscheinlich andere Maßstäbe anlegen, wenn jemand mit sichtbaren Tattoos reinkommt, die vielleicht auch nicht ganz stromlinienförmig sind. Tatsache ist aber, dass eine komplette Akzeptanz dessen in der "Welt da draußen" bisher eher eine Wunschvorstellung ist.

Im Moment heißt das schlicht und ergreifend, dass man sich selbst darüber im Klaren sein muss, dass ein anderer die eigenen Ansichten vielleicht nicht teilt. Und ein potentieller Arbeitgeber wird u.U. gar nicht mal wahrnehmen, dass ihn die Zombie-La Catrina auf der Haut des Bewerbers abschreckt; er wird wahrnehmen, dass die Chemie nicht so richtig stimmt, weil er, vielleicht sogar unbewusst, Rückschlüsse zieht. Es muss einem klar sein, dass man mit so etwas umgehen muss, und dementsprechend seine eigenen Prios setzen. In einem Comicaden wird ein Halstattoo weniger stören als in einer Bank.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon clgnd » 05.10.2020 18:53

Man muss als Tätowiere / Tätowierter einfach akzeptieren, dass man mit Tattoos kommuniziert. Die einen empfinden das als schön, die anderen als "Selbstverstümmelung". Sobald man ein sichtbares Tattoo hat, übt man eine Wirkung auf andere aus. Diese Entscheidung hat man aktiv getroffen, also muss man die Konsequenzen akzeptieren.

Mir geht es ja selbst, trotz vieler eigener Tattoos, so. Ich sehe Leute mit Tattoos und je nach Motiv und Qualität sortiert mein Hirn sie in Schubladen ein, bevor ich bis drei zählen kann. Und die Schubladen sind nicht immer und automatisch positiv :D
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 06.10.2020 14:46

@BassSultan
"... ich hab noch keine Erfahrungswerte wie kleine Kinder da reagieren."

Die Version eines Arbeitgebers lautet: "... ich hab noch keine Erfahrungswerte wie meine Kunden da reagieren."

Der erste Grundsatz bei Einstellungen lautet: "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste". Gerade weil man in Ländern mit starkem Kündigungsschutz einen Mitarbeiter nicht los werden kann, weil seine Gesichtstattoos die Kundschaft verschrecken, wird er eben vorsichtshalber nicht eingestellt. Das gilt auch für andere "Besonderheiten", sagen wir den Hang zu branchenunüblich schriller Kleidung im Vorstellungsgespräch oder eine erkennbare Tendenz, Selbstverwirklichung über die Verwirklichung der Unternehmensziele des potentiellen Arbeitgebers zu stellen. (Klassiker: Die Frage nach dem Sabbatical im Vorstellungsgespräch)

Auch hier: Ich schildere nicht meine Meinung, ich schildere die Praxis.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 06.10.2020 15:03

@Eldez: "Wenn nicht mal Menschen wie wir (mit Tattoos an irgendwelchen Stellen), offen gegenüber Menschen mit Tattoos an anderen Stellen sind, wie sollen wir dann Offenheit von untätowierten Menschen gegenüber Tattoos erwarten?"

Ich fürchte, Du verwechselst den Boten mit der Botschaft. ich schildere berufliche Realitäten, nicht meine Meinung dazu. Der einstellende Vorgesetzte mag seine ganz persönliche - oft sehr tolerante - Meinung haben, er wird fast immer auf die gemutmasste Meinung seiner Kunden oder des beruflichen Umfelds Rücksicht nehmen und da im Zweifel die Meinung der konservativsten Kunden unterstellen.

Der Handwerker will Aufträge haben und der Abteilungsleiter im Industriekonzern wird nach dem von seiner Organisationseinheit erwirtschafteten EBIT beurteilt (und bezüglich Boni bezahlt), nicht bezüglich seiner persönlichen Meinung. Beide stellen die Frage nach der Aussenwirkung auf Kunden. Beide werden folglich nach wirtschaftlichen Prinzipien handeln und leicht vermeidbare wirtschaftliche Risiken vermeiden, selbst wenn es nur gemutmasste Risiken sind.

Aber siehe auch der Kommentar von BassSultan, für einen Softwarentwickler, der nur im Innendienst arbeitet, mag das anders aussehen, aber sein Vorgesetzter könnte sich schon fragen: "Soll ich den schicken, um das Projekt samt Budgetantrag bei der Geschäftsführung zu präsentieren? - Oder lieber den 'konventioneller' aussehenden Kollegen?" D.h. auch hier könnten aus Gesichtstattoos Nachteile für den Fall von Karriereambitionen entstehen.
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