Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinung

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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 25.08.2017 17:35

Freut mich zu lesen, ich gehe nicht davon aus, dass das Tattooverbot bei den Länderpolizeien noch lang Bestand hat. Auf 10-15% der qualifizierten Bewerber wegen eines Vorurteils verzichten?

Geärgert hat mich lediglich mal wieder die blödsinnige Überschrift "Auch der eine oder andere Polizist lässt sich Tinte unter die Haut jagen. " Brrrr.

Meine Farbpigmente (Tinten sind gelöste oder komplexierte Farbstoffe, die hielten nicht in der Haut) sitzen in der obersten Schicht der Dermis.

Entweder ist mein Tattoo zu flach gestochen oder das Wissen des Artikelscheibers ist zu (unterirdisch) tief .... :-)

edit: Tippfehler rausgemacht (hoffentlich)
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon the_force » 26.08.2017 10:58

Hallo,

Toleranz fordern heißt auch Toleranz leben.

Wenn die keine Menschen mit sichtbaren Tattoos wollen, ist das halt deren gutes Recht.

Genau so, wie es dein gutes Recht ist, dir ein Tattoo stechen zu lassen.

Gruß,
J.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon thewitchhunter » 26.08.2017 12:29

Also bzgl. Polizei und Tattoos kann ich nur sagen, dass ich mittags ab und an in der Polizei-Kantine unserer ortsansässigen Polizei-Station essen gehe und dort in den vergangenen Wochen einige Polizisten in zivil, wie auch in Uniform gesehen habe, welche sichtbare Tattoos an den Unterarmen getragen haben.

Und gestern Abend war ich auf einem Konzert. Bei den Zufahrtskontrollen zum Veranstalltungsort ist mir ebenfalls mindestens ein Beamter in Uniform aufgefallen, der bei kurzärmligem Hemd ein sichtbares Tattoo am Unterarm getragen hat.

Ich weiß nicht, ob es bei den Neubewerbern ein Ausschlußkriterium ist. Die Tattoo-Träger die ich gesehen habe, dürften alle so zwischen 35 und 45 Jahren gewesen sein. Aber wenn man erstmal gesettled (verbeamtet?) ist, scheint es zumindest hier in Hessen kein großes Problem zu sein.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 26.08.2017 20:47

thewitchhunter hat geschrieben:ist mir ebenfalls mindestens ein Beamter in Uniform aufgefallen, der bei kurzärmligem Hemd ein sichtbares Tattoo am Unterarm getragen hat.


Polizei ist in Deutschland Sache der Bundesländer, regelt jedes Bundesland eigenständig. Da gibt es liberale und leider auch weniger liberale.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Sepple2000 » 31.08.2017 21:15

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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon DotsOnMySkin » 31.08.2017 21:39

Danke für den Link!

Und mal wieder der Bäumler, der zum xten mal seinen Senf dazu gibt. Zumindest bemüht sich der Artikel etwas mehr an wissenschaftliche Fakten zu halten, als so manch andere Panikmache, die man in den Medien so sieht.

Die alte Leier mit den Schwermetallen (ja, es gibt vereinzelte Fälle und Proben, bei denen die gefunden wurden, aber längst nicht durch die Bank).

Dann der Ratschlag keine Folie zu benutzen: Ja, wenn man das Ding tagelang dran lässt bilden sich natürlich Bakterien. Deswegen ja, wenn überhaupt, auch nur in den ersten 1-2 Tagen unter mehrmaligem Wechseln der Folie und Reinigen des Tattoos. Auch das wird natürlich nicht erwähnt.

Dass schwarz eine Sarkoidose auslösen kann, höre ich hier zum ersten mal.

Zumindest wird am Ende erwähnt, dass es eben keine wirklichen Langzeitstudien zu dem Thema gibt. Von daher alles beim alten: Die bekannten, vereinzelten Risiken werden zum drölfzigtausendsten mal aufgelistet und am Ende heißt es, wie so oft: "Nix genaues weiß man nicht!"

Edit: Am "lustigsten" finde ich aber auch hier mal wieder die Kommentare unter dem Artikel. Da kommen wieder sämtliche Klischees und Vorurteile zum Vorschein. Hauptsache man kann sich mal wieder schön echauffieren! :roll:
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 31.08.2017 22:05

DotsOnMySkin hat geschrieben:Die alte Leier mit den Schwermetallen


... und da wurde mal wieder die ganze Chemie durcheinander geworfen!

Die Metalle aus dem Artikel
Titan: Erstens ein Leichtmetall, zweitens ist TiO2 ein hervorragendes weisses Farbpigment, das (Achtung: Unwort) gern für Autolacke verwendet wird, wegen seiner hohen chemischen und physikalischen Stabilität gegen alle Arten von Umwelteinflüssen. Genau deshalb ist es auch als weisses Tattoopigment geeignet. Was will ich von einem Tattoopigment? Langzeitstabil und ungiftig. Genau das ist TiO2.

Barium: Tatsächlich ein Schwermetall, ich wüsste aber nicht, welche Farbeffekte man damit erzielen kann - ausser in der Pyrotechnik :lol: Hier kommt es auf die Verbindung an. Ba++ Ionen sind ziemlich toxisch, dazu muss aber eine wasserlösliche Verbindung vorliegen. BaSO4 ist dagegen so unlöslich und inert, dass man es in der Medizin als Röntgenkontrastmittel einsetzt. Es ist weniger toxisch als eine Schnitte Brot.

Aluminium: Ein weiteres Leichtmetall Das absolut unlösliche und nicht reaktive Al2O3 gibt ein weisses Pigment. Lösliche Al-Verbindungen werden sogar in de Medizin als Stabilisatoren in Impfstoffen und Injektionslösungen eingesetzt und sind so ziemlich der einzige nachgewiesen wirksame Deowirkstoff. (Ja, die Aluminiumangst kenne ich, etwa so begründet wie Elektrosmog und "Mobilfunkstrahlung")

Soll ich mit dem Rest der Bande weitermachen? Arsen spar' ich mir, da reden wir ja schon von RoHS und nicht mehr von der Tätowiermittelverordnung

An den Autor der FAZ: Chemie 6, setzen! Man sollte die Kommentarspalte dort nutzen.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon BassSultan » 01.09.2017 1:11

Sind nicht künstliche Hüftgelenke auch zum Teil aus titan und wird das nicht auch gerne in der Medizin verwendet die tiefer als in die Haut geht?..

Danke Segler, gefällt mir gut die Argumentation! :)

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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 01.09.2017 6:58

Als Anregung: Auch das zeichnet einen guten Tätowierer aus. Man kann mit ihm/ihr über die verwendeten Farben reden, die Fragen werden nicht als Misstrauen aufgefasst, sondern als berechtigtes Interesse und bereitwillig beantwortet.

Ein guter Tätowierer kann die auch beantworten, weil er sich diese Fragen schon selbst und in Folge dem Zulieferer seiner Produkte gestellt hat. Meine Tätowiererin sagte mir z.B., sie hat schon Farben aus ihrem Programm geworfen, weil da zwar "gemäß Tätowiermittelverordnung" draufstand, aber der Lieferung keine ausreichenden schriftlichen Inhaltsangaben machen konnte oder wollte.

Und ja, was die Chemie angeht, ich interessiere mich dafür, was in meinem Trinkwasser und in meinen Lebensmitteln ist. Was in meine Haut kommt und dort bleibt, das interessiert mich erst recht, nicht nur von der Optik, auch von der Chemie.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon redphantom » 01.09.2017 8:36

Sind nicht künstliche Hüftgelenke auch zum Teil aus titan und wird das nicht auch gerne in der Medizin verwendet die tiefer als in die Haut geht?..


Fast alle Endoprothesen (das sind die, die meist lebenslang drin bleiben) sind aus Titanlegierungen, dazu ein Großteil der Osteosynthesen (Schrauben und Platten, die wieder entfernt werden) und 95 % aller Zahnimplantate. Das Material ist ideal, da keine allergischen Reaktionen bekannt sind, dazu leicht und hoch belastbar.

Ach ja, Titandioxid ist eine zugelassene Lebensmittelfarbe (E171) :D
Große Gedanken brauchen nicht nur Flügel, sondern auch ein Fahrgestell zum Landen (Neil Armstrong)
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon xRobertx » 01.09.2017 12:30

Segler hat geschrieben:Ein guter Tätowierer kann die auch beantworten, weil er sich diese Fragen schon selbst und in Folge dem Zulieferer seiner Produkte gestellt hat. Meine Tätowiererin sagte mir z.B., sie hat schon Farben aus ihrem Programm geworfen, weil da zwar "gemäß Tätowiermittelverordnung" draufstand, aber der Lieferung keine ausreichenden schriftlichen Inhaltsangaben machen konnte oder wollte.


Darüber habe ich auch schon öfter mit meinem Tätowierer gesprochen und er hatte mir die selbe Antwort gegeben. Finde das sollte auch selbstverständlich sein, zumindest wenn es seriös ist.

Leider muss man aber auch sagen, dass ich auch schon andere Erfahrungen gemacht und gehört habe. Teilweise werden Produkte verwendet, die ein Risiko darstellen und da hört der Spaß schon auf. Das sind aber dann auch die Tätowierer die nur auf Profit hinaus sind und deren Arbeiten dementsprechend auch aussehen.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon DotsOnMySkin » 01.09.2017 17:30

Segler hat geschrieben:Was in meine Haut kommt und dort bleibt, das interessiert mich erst recht, nicht nur von der Optik, auch von der Chemie.


Mich interessiert das auch.

Aber das immer im Vorhinein zu wissen und die genauen Infos zu bekommen, ist nicht immer so leicht.

Es läuft ja normalerweise so, dass man sich nach längerer Recherche meistens einen bestimmten Tätowierer raussucht und da dann einen Termin macht, bei meist langer Wartezeit.

Natürlich kann man dann vor dem Termin schon mal ins Studio gehen, um über die Farben zu sprechen, wenns denn in der Nähe ist. Oftmals nimmt man aber auch einen weiten Anreiseweg in Kauf und kann nur relativ kurz per E-Mail oder Telefon kommunizieren. Und in so einem Gespräch dann direkt die Infos zu bekommen, welche Farben genau verwendet werden und welche Inhaltsstoffe im Detail drin sind, halte ich eher für schwierig. Die meisten sagen dir, dass die Farben der Tätowiermittelverordnung entsprechen, und fertig.

Mag sein, dass man sich beim Termin selbst dann nochmal etwas detaillierter drüber unterhalten kann, aber dann im Zweifelsfall noch zu sagen, nö dann doch nicht, ist auch blöd.

Generell sehe ich das ganze Farbenthema schon auch immer noch recht kritisch. Da müsste seitens der Gesetzgeber einfach noch viel mehr passieren (Stichwort Positivliste), damit man sich als Kunde wirklich nahezu 100% sicher sein kann, dass da keine unnötigen Verunreinigungen etc. in den Farben drin sind. Und das hat der FAZ-Artikel ja auch erwähnt: Die Behörden kennen sich bei dem Thema einfach zu wenig aus, bzw. sind schlicht überfordert.

Ich versuche, bis sich dahingehend mal was tut, im Vorfeld eines Termins, so gut es geht, abzuklären, ob die Farben unbedenklich sind. Hatte vor kurzem erst ein sehr nettes, längeres Telefongespräch mit meinem nächsten Tätowierer, und wir haben uns lange über mögliche allergische Reaktionen bei roter Farbe, etc. unterhalten. Er versicherte mir, dass das in seiner ganzen, recht langen Laufbahn noch nie vorgekommen sei, was mich dann schon mal zufriedengestellt hat.

Aber jedem, der sich tätowieren lässt, sollte trotzdem klar sein, dass ein gewisses Restrisiko immer bestehen bleibt.

Dass solche Fälle, in denen es zu ungewollten Reaktionen kommt, auch dokumentiert werden sollten, ist klar. Aber die Verallgemeinerungen und die Panikmache, die dann von den Medien und mancher selbsternannter Experten draus gemacht werden, halte ich für schwachsinnig und wenig hilfreich.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Sepple2000 » 01.09.2017 18:42

Auch wenn der Artikel mit dem üblichen Halbwissen und drolligen Kommentatoren daherkommt, finde ich es gut wenn dadurch der Fokus auf seriöse Forschung gerichtet wird. Jeder Mist ist in der EU reguliert (ab heute die Saugstärke von Staubsaugern), bei Tattoos passiert nur wenig. Die Künstler selbst sind meistens keine Chemiker, deshalb ist es okay wenn das mal ordentlich geprüft und geregelt wird.
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon Segler » 01.09.2017 22:09

Als Positivliste geprüft und geregelt? Von der EU? Da kommt genau das raus wie mit der aktuellen Staubsaugerverordnung, dass nur noch leistungsschwache Staubsauger verkauft werden dürfen, die zwar schön öko sind, aber eben nicht mehr saugen.

Bei einer Positivliste für Tattoofarben sähe das so aus, dass da nur die Farbpigmente drauf kämen, die von einem Gremium nicht tätowierter Berufsbedenkenträger als garantiert unbedenklich abgenickt werden. Sie wären dann zwar toxikologisch unbedenklich, würden aber vermutlich weder strahlende Farben erzeugen noch haltbar sein. EU-konformes Tätowieren mit physiologischer NaCl-Lösung nach DAB10 vermutlich :twisted:

Ich meine, hier kann sich jeder mit etwas Chemiekenntnissen selber Gedanken machen oder Leute im Bekanntenkreis fragen, die da etwas bewandert sind.

Bei Farbpigmenten ganz witzig: Die Blödzeitungsschlagzeilen "SKANDAL!!! Autolacke unter der Haut" sind beinahe ein Unbedenklichkeitskriterium für das im Lack enthaltene Farbpigment (nicht für dessen Suspensionsmittel).

Was ist ein Gift? Mal salopp gesagt, etwas, was mit dem Körper in unvorteilhafter Weise interagiert. Dazu muss es erst einmal löslich sein (in Wasser, Fett, etc.), in Ionen oder Radikale aufspaltbar und in irgendeiner Weise reaktiv sein. Oder es kann durch physikalische Vorgänge, z.B. UV-Einstrahlung, in chemisch reaktive Substanzen zerlegt werden. usw.... Ein Gift muss in irgendeiner Form chemisch reaktiv sein. (Es gibt Ausnahmen, die spielen aber bei Tattoofarben keine Rolle)

Was will ich von einem Pigment in Autolacken? Es soll unter Einwirkungen von Sonne, Wasser, Streusalz, hunderten Umweltchemikalien, Hitze, Frost und Licht möglichst ein Autoleben halten. Es soll sich also nicht verändern, weder durch Chemie noch durch Physik, es soll chemisch inert, unlöslich und nicht reaktiv sein

Was will ich von einem Tattoopigment? Es soll über mein Leben unverändert eine strahlend schöne Farbe behalten und es soll ungiftig sein. Hmm ... verdammt nahe am Autolack - chemisch inert, nicht reaktiv, unlöslich, ....und genau wegen dieser Eigenschaften ungiftig :lol:

Für viele Pigmente eindeutig. Denen sieht man schon auf den ersten Blick auf die chemische Struktur die Harmlosigkeit an.

Jetzt kommen wir zu den in anderen Beiträgen schon erwähnten Reaktionen auf rot ... einer nicht so ganz unproblematischen Tattoofarbe. Auf den ersten Blick harmlos gibt es leider nicht.

Azofarbstoffe (das sind die mit der funktionalen -N=N- Gruppe) sind aus gutem Grund in Verruf gekommen, viele Fernostimporte bedienen sich aus dem Farbkasten der Künstlerfarben, Zinnoberrot (HgS) oder Cadmiumrot (CdSe) sehen ja nun wirklich hübsch aus :0 , ... und sind garantiert in den Urlaubstattoos aus Thailand und im grossen Tattoo-Set mit 24 Farben, Maschine und Nadeln für 49,90 € von eBay enthalten ... :x

Ich habe auf meinem "Biotoparm" rote Blüten, Beeren und einen roten Käfer und ziehe noch am ehesten Naphtolrotpigmente vor. JA, es hat beim Verheilen gejuckt wie Teufel.

Wenn ich mal weiss, was drin ist, das sollte der Tätowierer sagen können, ggf. das MSDS und toxikologische Informationen aus seriösen Quellen. Es hat auch seine Vorteile, wenn man bei einem Tätowierer/Studio bleibt, weil man sich da wohl fühlt. Das Vertrauensverhältnis ist aufgebaut und derartige Fragen einmal geklärt

Relax and enjoy your Tattoo, es gibt wahrhaft Gefährlicheres als Tattoofarben ... :lol:
Allein in Deutschland werden jedes Jahr 30-50 Leute vom Blitz erschlagen :roll:
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Re: Aus der Presse: Was die Zeitungen so schreiben....Meinun

Beitragvon DotsOnMySkin » 01.09.2017 23:02

Guter, weil sachlich fundierter Beitrag. Danke dafür!

Da konnte ich als Nicht-Chemiker auch einiges lernen.

In einem Punkt möchte ich dir aber widersprechen: Ich denke schon, dass eine Positivliste etwas verbessern würde und viele Leute aus der Szene, die wirklich viel Ahnung von der Thematik haben, wünschen sich eine solche ja seit Jahren.

Natürlich dürfte man das dann nicht alleine den Beamten in Brüssel überlassen, sondern müsste Fachgremien einrichten, bei denen eine Auswahl aller wichtigen Akteure mit am Tisch sitzen sollten: Politiker, Interessenverbände, Farbhersteller, Professoren, die zu dem Thema forschen, Hautärzte, Tätowierer, etc. Um dann gemeinsam eine solche Liste zu erarbeiten, oder zumindest mal wirklich einheitliche Standards und Kontrollen europaweit festzulegen.

Ich befürchte nur, dass das Thema für die entsprechenden staatlichen Organe insgesamt nicht wichtig genug ist, um da soviel Arbeit und Aufwand reinzustecken. Dabei sollte es das mMn durchaus sein, da es hier mal wirklich um gesundheitlich relevante Aspekte geht und nicht nur um Staubsauger oder Glühbirnen.
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