Transferpapier unbedenklich?

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Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon MiseEnAbyme » 22.04.2017 3:04

Tätowierfarbe wird hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe überprüft, ist steril und hat ein Verfallsdatum. Als verantwortungsbewusster Tätowierer verwendet man Farbe mit guten Testergebnissen, ohne schädliche Inhaltsstoffe und mit geringer Nickelkonzentration.
Will man auf Nummer sicher gehen, kann man auch einzeln verpackte sterile Farbkappen und OP-Handschuhe verwenden. Zum Vorzeichnen der Motive auf der Haut gibt es sterile Hautmarker.
Allerdings ist das Übertragen des Motivs mittels Transferpapier üblich und hat gewisse Vorteile. Es gibt Transferpapier, das speziell zum Tätowieren entwickelt wurde. Trotzdem erfährt man nirgends etwas über die Zusammensetzung der Farbe, die als Abrieb vom Transferpapier als Vorzeichnung auf der Haut landet, ganz davon abgesehn, dass ja dieses Papier mitsamt der daran befindlichen Farbe auch nicht steril ist.
Ist es überhaupt gesundheitlich unbedenklich, solches Papier zu verwenden? Schließlich muss man davon ausgehen, dass die Farbpigmente der Transferpapierfarbe an der Nadel haften bleiben und mit unter die Haut gestochen werden. Was genau landet denn da unter der Haut?
Hat sich hier schonmal jemand diese Fragen gestellt und wenn ja, was ist eure Meinung dazu? Würde mich brennend interessieren, weil ich mich gerade auf mein erstes Tattoo vorbereite :)
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon redphantom » 22.04.2017 12:28

Man muss sich darüber im klaren sein, dass auch ein gutes Studio nicht den hygienischen Standard eines Operationssaals erreichen wird, dafür dürften aber multiresistente Keime da - im Gegensatz zu Krankenhäusern - doch deutlich seltener vorkommen. Ein gutes Studio, das einen Ruf zu verlieren hat, wird sicher auch das Transferpapier ordentlich und sauber verwahren.

Und ja, jedes Tattoo birgt ein gewisses Risiko, dass man durch vernünftige Studioauswahl verringern, aber auch nicht auf 0 bringen kann, im Übrigen funktioniert das Immunsystem meist besser, als man sich so vorstellt, schließlich kann man ja auch nicht jede Schramme, die man sich outdoor zuzieht gleich desinfizieren, trotzdem sind doch Heilungsstörungen extrem selten. :D

Wenn man ganz vorsichtig sein will, kann man sich vielleicht vorher noch gegen Hepatitis B impfen lassen, das ist ohnehin für den Alltag ganz sinnvoll.

Und ja, wenn man das Risiko auf 0 bringen will, dann soll man das mit dem Tattoo lieber sein lassen. :roll:
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon thewitchhunter » 22.04.2017 13:09

Das ein Tattoo immer eine mehr oder weniger großflächige Verletzung der Haut ist, durch welche Infektionen eingetragen werden können, sollte eigentlich jedem klar sein, der sich dafür entscheidet. Dieses Infektionsrisiko wird durch entsprechend hygienische Bedingungen möglichst weit reduziert, kann aber letztendlich nie zu 100% ausgeschlossen werden. Aber das ist auch in einem Krankenhaus unter OP-Saal-Bedingungen niemals gewährleistet.

Dem/der TE geht es aber, so wie ich das verstehe, eigentlich um das Einbringen von möglichen Schadstoffen unter die Haut durch die Farbe auf dem Transferpapier für den Stencil, oder?

Bin kein Fachmann und kann daher hierzu keine fundierten Aussagen treffen. Für mich persönlich spielt dieses Risiko aber eigentlich kein wirkliche Rolle. Ehrlich gesagt bereitet es mir da schon mehr Sorgen, was die Lanzeitfolgen von den Lebensmitteln sein könnten, welche uns durch die Industrie heutzutage als Nahrung verkauft werden...
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon MiseEnAbyme » 22.04.2017 13:36

Danke für eure Antworten.
Das man eine Infektion niemals völlig ausschließen kann ist mir natürlich klar. Warum aber sterile Tattoofarbe, wenn man dann unsterile Farbe durch die Vorzeichnung mit unter die Haut bringt? Ist für mich ein blinder Fleck in der Hygienekette, den ich durch mehr Infos eliminieren will. Hat übrigens mit der Frage nach dem Studio gar nix zu tun, sondern ist eine Frage nach den Qualitätsstandards beim Transferpapier, das ja auch in Studios zur Anwendung kommt, die sich superseriös geben. Leider ist das mit dem seriösen Studio ein bisschen zur Standardantwort verkommen finde ich...passt nicht immer.
Und ja, meine Frage zielt in erster Linie auf die Inhaltsstoffe der Transferfarbe ab, die ich halt gern kennen würde. Gibts da irgendwelche Tests?
Was in Nahrungsmitteln drin ist oder nicht tut hier aber auch nix zur Sache - wenn jemand sich über einen bestimmten Punkt Sorgen macht, bringt es doch nix, ihn darauf hinzuweisen, dass er sich über was anderes eigentlich viel mehr Sorgen machen sollte...

---

Ist hier vielleicht irgendein Fachmann oder eine Fachfrau, der oder die wirklich was weiß? Das wär der Hammer. Im Zweifelsfall ansonsten freihand... 8)
Zuletzt geändert von n8ght am 22.04.2017 15:41, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Doppelposting zusammengefügt.
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon mbla » 22.04.2017 14:04

ich bin auch nur laie, finde die frage aber tatsächlich auch sehr interessant, weil mir der gedanke auch schon gekommen ist. nicht unbedingt aufs transferpapier bezogen, da bin ich ehrlich gesagt immer davon ausgegangen dass das sowieso fürs tätowieren gemacht wird und ja auch ein einmalprodukt ist. aber beim freihandzeichnen (war am rücken habs also nicht gesehen) hab ich gefragt womit er da eigentlich malt und er hat gemeint mit einem edding der nicht mehr gut geht. da wurde also-natürlich- auch mit einem stift der nicht fürs tätowieren gemacht ist und wohl auch schon auf vielen anderen menschen benutze wurde(sonst wär er ja nicht schon fast leer gewesen) vorgezeichnet und dann direkt gestochen. und das war auch kein hinterhofscratcher, sondern ein etabliertes studio mit gutem ruf.
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon Hellfish77 » 22.04.2017 15:05

Also mein Tätowierer benutzt tatsächlich Einmal-Stifte fürs vorzeichnen. Über das Stencil-Papier hab ich mir noch nie Gedanken gemacht. Fange ich auch nicht an. ;)
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon Fitch » 22.04.2017 20:50

Wer bei sowas Bedenken hat, sollte aufs Tättowieren gänzlich verzichten. Man kann sich auch über nichts Gedanken machen.
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon MiseEnAbyme » 22.04.2017 21:28

Beim Tätowieren werden körperfremde Stoffe unter die Haut gestochen. Die gesundheitliche Belastung möchte ich deshalb so gering wie möglich halten. Sich darüber keine Gedanken zu machen ist genauso leichtsinnig, wie wenn man sich weigert, sich über die Inhaltsstoffe der Tattoofarben zu informieren und behauptet die seien unwichtig. In manchen Farben ist zum Beispiel richtig viel Nickel und in anderen eben nicht. Auf Nickel reagieren viele Menschen stark allergisch - wohlgemerkt schon beim bloßen Kontakt mit der Hautoberfläche. Hier mal Testergebnbisse: http://www.testberichte.de/kosmetik-und ... arben.html
Leider ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass in den Farben irgendwelches Zeug drin ist, das bekanntermaßen schädlich ist. Was nicht heißt, das es keine Farben mit guten Testwerten gibt. Warum sollte man nicht genauso nach Tests für die Transferfarben bzw. Farben zum Vorzeichnen fragen?

Bis jetzt habe ich leider noch keine konstruktive Antwort bekommen, sondern den Rat es dann lieber zu lassen - werd ich nicht (man kann ja wie gesagt auch komplett ohne Vorlage und Vorzeichnung tätowieren). Aber vorher werde ich noch in englsichsprachigen Foren recherchieren, vielleicht findet sich da ein echter Profi, der mir weiterhelfen kann. In dem Fall geb ich die Infos natürlich gern hier weiter.

Ich finde jedenfalls, dass man bei einer invasiven Praktik wie dem Tätowieren gar nicht vorsichtig genug sein kann und absolute Gewissenhaftigkeit erwartet ihr ja hoffentlich auch vom Künstler eures Vertrauens, oder? Gerade weil noch genug Keime überall rumfliegen sollte man doch die Faktoren, auf die man Einfluss nehmen kann, so sicher wie möglich halten, oder?
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon talamestra » 22.04.2017 22:28

Ehrlicherweise irritiert mich deine Frage etwas....

Deine Fragen sind ja nett verpackt - aber was ich am häufigsten raushöre - arbeiten Studios überhaupt gut und sind die vertrauenswürdig? Sind die überhaupt hygienisch oder fängt man sich da an jeder Ecke etwas.

Auf deine Frage kann ich leider keine Antwort geben, weil die Zusammensetzung der meisten Stifte gar nicht angegeben ist - siehe auch stinknormale Filzmaler, die heute in jedem Kinderzimmer rumfliegen. Was ich mich aber im Gegenzug frage: wenn du solche Panik hast vor Keimen, Ansteckung, Ablagerung etc. wie willst du dann das frische Tattoo schützen, wie keimfrei eincremen? Was wenn jemand Fremdes an das Tattoo kommt? Drüber niest, etc.
Tattoofarbe lagert sich in Lymphknoten ab, auch diese Auswirkung ist noch nicht wirklich erforscht - was willst du denn dagegen unternehmen? egal welche Farbe es ist...

ERGO: ein verschwindend kleines Restrisiko, über das du dich weder informieren kannst, noch das du ausschalten kannst, wird immer bleiben.

ich selber dürfte laut meinen Arzt gar nicht tätowieren gehen, da ich unter Diabetes leide - also eine Wundheilungsstörung eigentlich immer eintreten müsste.
Tut es aber nicht - im Gegenteil ein Arm ist außen schon fertig, den zweiten Arm mache im Herbst fertig - irgendwann werden es zwei Sleeves werden. Und das letzte Tattoo ist noch nicht mal 10 Tage her und schält sich.... ist oberflächlich schon verheilt.

was ich damit sagen will: auch wenn du weisst, was in so einen Stencilstift drinsteckt, ist es nicht gesagt, dass er etwas negatives bewirkt. ich glaube nicht, dass es wissenschaftliche Studien darüber gibt.
Natürlich möchte man wissen, was an Risiken auftreten kann - aber ich glaub, du übertreibst es damit ein wenig. Natürlich irritierst du die Haut bei einem Tattoo mit Farbe - da dieser Vorgang aber tausende Male am Tag in ganz Europa wiederholt wird und mir kein Fall bekannt ist, wo jemand an einem Tattoo verstorben wäre, denke ich, ist tätowieren unbedenklich.

Keime sind unsere täglichen Begleiter, egal ob du einkaufen gehst, auf eine fremde Toilette, in ein Cafe. Ein gesunder Körper wird mit solchen Erregern spielend fertig. und nein dein Argument, dass das was andres ist, lasse ich nicht gelten. denn durch die kleinste Verletzung, die du vllt nicht mal bemerkst, können Erreger und Viren in deinen Körper eindringen und diesem zusetzen.
Allergien deinerseits ausgeschlossen denke ich, dass die Stencilfarbe unbedenklicher ist, als ein Griff auf einen Einkaufswagen mit einer kleinen Wunde am Finger.
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon lude » 22.04.2017 22:38

hallo,
tu dir und deinem körper bitte den gefallen und lass es mit dem tattoo bleiben. du bist jetzt schon zu psycho für so einen dramatischen eingriff in und an deinem körper.

auch nach jahren, wenn die tätowierung schon lange abgeheilt ist können z.b: kontaktallergien durch unterschiedlichste faktoren ausgelöst werden mit unvorhersehbaren konsequenzen.
das alles ist es einfach nicht wert !
zum schweigen fehlen mir die passenden Worte ! :-)
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon Herger » 22.04.2017 22:58

MiseEnAbyme hat geschrieben:Hat sich hier schonmal jemand diese Fragen gestellt und wenn ja, was ist eure Meinung dazu?


Ja. Ebenso wie die Frage nach der Verwendung von Stiften zum Vorzeichnen an mehreren Personen. Finde ich beide völlig legitim und haben mir bei Tattoo Terminen sicherlich auch schon das ein- oder andere graue Haar verursacht.

Wechsel von Handschuhen, Abdecken, nicht nur der Maschine, sonder auch der Regler, mit der die Geschwindigkeit verändert/angepasst wird. Wo ist das Kabel/ist's ausreichend hoch abgedeckt, oder ist es möglich, dass während des Tätowierprozesses Teile davon auf der frischen Wunde liegen (die zuvor wohlmöglich auch schon auf frischen Tattoos gelegen haben)? etc. etc.

Wenn man gewohnt ist, gewisse Hygienestandards einzuhalten, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden, finden sich erfahrungsgemäß super schnell Faktoren, die einem den Prozess dezent vermiesen können.

MiseEnAbyme hat geschrieben:Warum aber sterile Tattoofarbe, wenn man dann unsterile Farbe durch die Vorzeichnung mit unter die Haut bringt? Ist für mich ein blinder Fleck in der Hygienekette, den ich durch mehr Infos eliminieren will. Hat übrigens mit der Frage nach dem Studio gar nix zu tun, sondern ist eine Frage nach den Qualitätsstandards


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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon n8ght » 23.04.2017 1:41

Ich zitiere euch jetzt nicht alle, aber ihr werdet auch so verstehen, worauf ich mich beziehe:

1. Ich behaupte, dass sterile Hautmarker so gut wie nie verwendet werden. (auch wenn dies natürlich schön wäre)

2. In einem Tätowierstudio herrscht niemals eine (komplett) sterile Umgebung. Man sollte sich dessen trotz Einwegmaterialen und Handschuhen immer bewusst sein. Wer mit diesem Wissen grundsätzlich Schwierigkeiten hat, sollte sich mMn nicht tätowieren lassen.

3. Meines Wissens nach gibt es keine Tests zur Transferfarbe.

4. Somit ist dies tatsächlich ein "blinder Fleck" in der Hygienekette. Ob man dieses Risiko eingehen will oder nicht, muss selbst entschieden werden.

5. Hier muss ich einhaken.
In manchen Farben ist zum Beispiel richtig viel Nickel und in anderen eben nicht. Auf Nickel reagieren viele Menschen stark allergisch - wohlgemerkt schon beim bloßen Kontakt mit der Hautoberfläche. Hier mal Testergebnbisse: http://www.testberichte.de/kosmetik-und ... arben.html
Leider ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass in den Farben irgendwelches Zeug drin ist, das bekanntermaßen schädlich ist.

Das Problem: ich bin gerade was Chemie und Physik betrifft, nicht die aller hellste Birne, deswegen möge mich bitte vor Allem Urban (oder Steffi, die ebenfalls bei der letzten Tattoo-Tagung den Vortrag von Michl Dirks mitverfolgt hat) korrigieren, wenn ich folgendes arg falsch formuliere.

Aber im Grunde ist es so:
Ja, in Tätowierfarben kann Nickel vorkommen, es ist sogar ziemlich wahrscheinlich. Das liegt aber nicht an den eigentlichen Farbpigmenten, sondern an der Grundsubstanz, in die die Farbpigmente eingebracht, bzw. mit der diese vermischt werden. Diese Grundsubstanz wird nicht extra für Tätowierfarbe hergestellt. Sie kommt also auch woanders zum Einsatz. Und diese kann von Herstellung zu Herstellung unterschiedlich viel von Stoff x, y oder z enthalten. Deswegen kann ein und dieselbe Tattoofarbe von demslebne Hersteller in Charge 1 das und das enthalten, in Charge 85 aber nur halb so viel von dem einen Zusatzstoff, dafür aber mehr von einem anderen. Also ja, es kann auch Nickel enthalten sein. Aber das in einem solch geringen Anteil, dass dies im Grunde kein Grund zur Sorge ist. Sollte dies nämlich ein wirkliches Problem darstellen und es hätten schon hundertausende von Menschen (von ca. 7 Millionen tätowierten Menschen) durch eine Tätowierung eine Nickelallergie erlitten (oder welche, die schon an einer Nickelallergie leiden, dadurch schlimme Symptome entwickelt), dann wäre dies auf medizinischer Ebene schon längst bekannt. Es gäbe eine medizinische Dokumentation dazu. Dies ist nicht der Fall. Das bedeutet im Umkehrschluss: das tritt im Prinzip nicht auf. Was nicht bedeutet, dass es das nicht gibt! Aber wenn es das gibt, dann ist das einfach wirklich, wirklich selten.

Deswegen sind auch solche Testberichte mit Vorsicht zu genießen, da nur eine Charge getestet wurde. (ein Charge ist quasi soetwas wie ein Produktionszyklus)

Zu dem Thema Schädlichkeit von Tattoofarben lohnt sich evtl. noch einmal ein Klick in diesen Thread. Ich weiß, das ist nicht deine eigentliche Frage, aber eine Verlinkung schadet wohl trotzdem nicht.
K-ink-Man hat geschrieben:Alle Informationen sind (versteckt in einer immensen Menge von Quark) jederzeit verfügbar!
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon MiseEnAbyme » 23.04.2017 13:58

talamestra hat geschrieben:Auf deine Frage kann ich leider keine Antwort geben, weil die Zusammensetzung der meisten Stifte gar nicht angegeben ist - siehe auch stinknormale Filzmaler, die heute in jedem Kinderzimmer rumfliegen.


Genau deshalb gibt es ja fürs Tätowieren spezielle Produkte. Den Filzer aus dem Kinderzimmer würde ich halt eben eh nicht nehmen wollen.

talamestra hat geschrieben: Was ich mich aber im Gegenzug frage: wenn du solche Panik hast vor Keimen, Ansteckung, Ablagerung etc. wie willst du dann das frische Tattoo schützen, wie keimfrei eincremen? Was wenn jemand Fremdes an das Tattoo kommt? Drüber niest, etc.

Absolut keine Panik und wie ich schon geschrieben hatte ist mir klar, dass man Keime nie 100 %ig vermeiden kann. So wenig wie möglich find ich aber trotzdem gut. Am Anfang werd ich das Tattoo nicht offen tragen, da kann keiner drauf niesen und Fremden Menschen geh ich von Natur aus aus dem Weg ;) http://girlsandtattoos.de/tattoopflege-mit-suprasorb/

talamestra hat geschrieben: Tattoofarbe lagert sich in Lymphknoten ab, auch diese Auswirkung ist noch nicht wirklich erforscht - was willst du denn dagegen unternehmen? egal welche Farbe es ist...

Genau deshalb weil sie durch den Körper wandert ist es mir halt nicht egal, welche Farbe es ist!

talamestra hat geschrieben: Allergien deinerseits ausgeschlossen denke ich, dass die Stencilfarbe unbedenklicher ist, als ein Griff auf einen Einkaufswagen mit einer kleinen Wunde am Finger.


Niemand kann Allergien ausschließen!

Beispiele:
- Nickelallergie: entwickeln einige Menschen erst irgendwann im Leben. Also zum Beispiel erst mit 30 aus heiterem Himmel ohne vorherige Anzeichen und obwohl sie Nickel vorher vertragen haben. You never know.
- Mögliche Allergie auf einen Stoff, mit dem man durch Tätowierfarbe zum ersten Mal überhaupt in Kontakt kommt, weil er eben nicht in Nahrung oder der sonstigen Umgebung vorkommt.

@lude: psycho? lol 8) 8)

@Herger: Die Frage nach der Reinigung/ Sauberkeit der Maschine ist auch eine gute...da ist man mit der stick and poke-Technik auf der sichereren Seite, weils einfach weniger Teile gibt, wo sich Siff sammeln kann. Halt eben nur die sterile Nadel zur einmaligen Verwendung und die Hand, die in einem sterilen Handschuh stecken kann :D

@n8ght: Superinteressante Info über Nickel in der Grundsubstanz - Vielen Dank!
Ich will mal rausfinden, wie man den Nickelgehalt einer Flüssigkeit testen kann. Vielleicht ist das gar nicht schwierig. Ich galube aufwendig und teuer sind nur Tests, bei denen man die komplette Zusammensetzung einer Substanz aufgeschlüsselt haben will...
(Ich habe eine Nickelallergie und das is echt nicht angenehm. Nickel ist in Nahrung und ganz vielen Gegenständen eh schon, ich muss es mir nicht auch noch unter die Haut stechen.)
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon thewitchhunter » 23.04.2017 15:20

Stencil/Stifte? -> potentiell giftig

Studio/Arbeitswerkzeuge? -> potentiell verunreinigt/ nicht steril

Farben? -> ebenfalls potentiell ungesund

Und nu? Zumindest die Farben müssen aber halt irgendwie unter die Haut, damit's 'n Tattoo wird...!

Wenn ich persönlich solche Vorbehalte gegen bzw. Sorgen wegen Risiken des Tättowierens hätte, würde ich mich ernsthaft fragen, ob ein Tattoo das richtige für mich wäre. Keines dieser 3 genannten Probleme kann irgendjemand zu 100% ausschliessen...
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Re: Transferpapier unbedenklich?

Beitragvon n8ght » 23.04.2017 16:11

MiseEnAbyme hat geschrieben:Den Filzer aus dem Kinderzimmer würde ich halt eben eh nicht nehmen wollen.

Ich würde eher den Filzer aus dem Kinderzimmer nehmen als andere, denn wenn da kleine Kinder mal dran rumlutschen, dürften die nicht allzu gefährlich sein.

Wenn du den Nickelgehalt einer Farbe testen willst, dann macht das nur Sinn, wenn du exakt das Fläschchen Farbe, mit welcher du tätowiert werden sollst, testen lässt. (oder maximal noch Fläschchen der selben Chargennummer) Andere Charge = mögliche andere Zusammensetzung der Inhaltsstoffe.

Der schon oben erwähnte Michl Dirks (und das dazugehörige Unternehmen) entwickelt derzeit übrigens Tätowierfarbe, welche bis zu 98% (wenn ich das richtig in Erinnerung habe) rein ist, bzw. sein kann. Das Problem sind allerdings die Kosten. Eine solch saubere Farbe wird wahrscheinlich keiner bezahlen können oder wollen.
K-ink-Man hat geschrieben:Alle Informationen sind (versteckt in einer immensen Menge von Quark) jederzeit verfügbar!
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