Tattoos und Arbeit - Teil 853...

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Re: Tattoos und Arbeit - Teil 853...

Beitragvon Falling Angel » 06.03.2017 5:54

ich bin Kakteengärtner, selbstständig (seit 10 Jahren), und bin dem Herrgott unendlich dankbar niemanden auch nur den Hauch einer Rechenschaft ablegen zu müssen- anders siehts (besser gesagt sah-) in Bayern besonders in den Trachtenvereinen aus. Da gelten wirklich absolut strenge Regeln was das Gesamt-Erscheinungsbild eines Menschen darzustellen hat. Und da mir dass dann auf Dauer doch nur noch zu blöde wurde, hab ich letztes Jahr einen cut gemacht. Bis dahin war ich "nur" am Oberkörper, Rücken, Schulter und Oberarm tätowiert, und in Tracht hat man davon überhaupt nichts gesehen- aber wies halt in dem Bereich ist- fängt man einmal an, kann man nicht mehr aufhören... :roll: - sprich, man muss sich einfach Prioritäten im Leben setzen. Ich bin und war noch nie der Typ, der sich für andere verbogen hat. Mittlerweile sind Tattoos auch in der "oberen" Schicht angekommen, und Salonfähig. Vor etlichen Jahren galt man als Tätowierter definitv als Assi, Knacki oder Junky- Es gibt kaum noch einen Promi, Sänger, Sportler, der nicht etwas tätowiert hat. Ich mach mir da eher Sorgen. sollte der Trend einmal abklingen, und viele es dann doch bereuen dem hinterher gelaufen zu sein. Da es für mich keine Trends gibt, denen ich nachlaufe, sondern ein Tattoo nach wie vor als Lebenserfüllung und Dauerzustand betrachte steh ich außen vor, werde das aber so wie es derzeit ist, eher mit Skepsis betrachten. Ich sag nur "Arschgeweih"....sind ja schließlich keine Abziehbilder die man sich da mal so eben kurzfristig draufklatscht- denke, vielen ist das einfach gar nicht bewusst- :!:
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Re: Tattoos und Arbeit - Teil 853...

Beitragvon BassSultan » 06.03.2017 9:30

ogott.. Also das mit dem trachten Verein find ich 10 mal schlimmer als jeder Arbeitgeber der sagt "bitte nix sichtbares"! Eine Freizeit Gestaltung die mir das verbieten will.. Wie kann ich mit den Leuten dann befreundet sein?
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Re: Tattoos und Arbeit - Teil 853...

Beitragvon Smocky » 06.03.2017 13:37

So schlimm finde ich das nicht. Wenn man sich bestimmten Vereinen anschließt, welche ein bestimmtes optisches Auftreten hat, dann gehört das dazu.
In einem Trachtenverein gehört Tracht dazu, keine Jeans. Im Karate ein Gi, keine Jogginghose.
Und wenn dazu gehört, keine Tattoos zu haben ist das nun mal so. Auch in der Freizeit.
Man hat immer noch die Wahl Mitglied einer Gruppe zu sein oder nicht.

Ich finde wir (Tätowierte) müssen sich tolerant Anderen gegenüber sein und dies nicht nur einfordern.

Und wenn das heißt "Traditionen" zu respektieren ist das so.

Wir müssen uns auch anderen anpassen, und nicht alle anderen uns.
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Re: Tattoos und Arbeit - Teil 853...

Beitragvon n8ght » 06.03.2017 14:10

+1

Nur weil es aus einer alten/ älteren Struktur heraus irgendwelche Regeln gibt, muss das ja nicht schlimm sein. Früher war nicht immer nur alles schlecht. Letzt endlich kann und muss jeder für sich entscheiden, was für ihn eine Einschränkung bedeutet und was nicht. (ich leide z.B. nicht darunter, dass ich mir den Hals oder die Hände nicht volltätowieren lassen kann - dann mache ich das halt, wenn ich 60 bin)

Ich sehe das übrigens nicht so, dass Tattoos salonfähig geworden sind. Zumindest noch lange nicht überall! Ja, Tattoos sind zwar in der "oberen" Schicht angekommen, aber d.h. noch lange nicht, dass sie akzeptiert werden.

Grundsätzlich gilt -zumindest für mich-: Ich erwarte Toleranz von meinem Gegenüber, also erbringe ich diese ebenso.
K-ink-Man hat geschrieben:Alle Informationen sind (versteckt in einer immensen Menge von Quark) jederzeit verfügbar!
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Re: Tattoos und Arbeit - Teil 853...

Beitragvon BassSultan » 06.03.2017 16:20

ich frag mich halt wie die das in der Praxis umsetzen würden.. (wahrscheinlich eh hinfällig weils nicht wirklich vorkommt) was ist wenn ich 15 jahre in dem Verein dabei bin und jeden kenn und das sind dann auch teilweise wirklich gute Freunde geworden. Dann machst du dir ein Tattoo am Oberarm das aus dem trachten Hemd frech hervorlugt - tschüss, wer bist du nochmal?
das kann ja garnicht funktionieren.
das ist eher der Fall den ich mir vorgestellt habe, sicher auch deshalb weil ich zu dem Zeitpunkt wo ich angefangen hab tattoos zu sammeln schon bei meinem Verein dabei war.

wenn ich wo neu dazu komme ist es natürlich klar dass ich auch auf die bestehenden regeln Rücksicht nehme, logisch.
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Re: Tattoos und Arbeit - Teil 853...

Beitragvon El_Hoschto » 06.03.2017 18:22

Glaube auch das sichtbare und vor allem vollflächige Tattoos noch einige Zeit brauchen um "anzukommen"...erst letztens wieder in der 1.Klasse Bahn gemerkt. Also es sagt niemand was aber Blicke sagen doch mehr als manches Wort.


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Re: Tattoos und Arbeit - Teil 853...

Beitragvon shovelhead » 06.03.2017 23:24

Ich verstehe allerdings nicht, warum sich Leute, denen die Meinung anderer (auch völlig unbekannter Leute) soviel bedeuted - u. die scheinbar auch eine gewisse "Angst" vor Ausgrenzung in bestimmten Kreisen haben - überhaupt an sichtbaren Stellen taetowieren lassen. Nur weil Tattoos gerade trendy sind und fast jeder Popstar o. Fussballprofi so rumlaeuft?! Zum "aufpolieren" des eigenen Egos (Zugehörigkeitsgefühl)?! Wenn Tattoos ein Teil meiner Persönlichkeit sind, sollte mir so etwas doch herzlich egal sein... und dass nicht jeder Tattoos mag o. akzeptiert, sollte jedem erwachsenen Menschen klar sein. Ich spreche jetzt hier niemanden direkt an, aber darüber mache ich mir schon eine Weile Gedanken...
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