Preis(entwicklung) und wie wird am Besten abgerechnet

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Re: Preis(entwicklung) und wie wird am Besten abgerechnet

Beitragvon Buddha_Eyes » 16.12.2016 20:36

Ich kann auch nur von mir berichten - und ich habe tatsächlich auch noch nie vorher festgelegte Tages- oder Sessionpreise bezahlt.
Immer war ein Stundensatz vereinbart worden, immer habe ich gefragt, wie viel Geld ich denn mitbringen sollte und nie habe ich die darauf hin angegebene Summe auch bezahlt. Es war immer (meist deutlich) weniger.
Ich komme damit klar, wenn ich nicht von vornherein weiss, was der Spaß später kostet - aber vielleicht auch, weil ich selbst in einer Branche tätig bin, in der Stundenabrechnungen nicht ganz unüblich sind.
Expect nothing..
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Re: Preis(entwicklung) und wie wird am Besten abgerechnet

Beitragvon Ani Ta » 16.12.2016 22:52

Mir scheint, als hätte ich es mit meinen Tagesansätzen leichter. Da mein Tätowierer nicht um die Ecke ist, buche ich immer zwei bis drei Tage und weiss somit im Voraus, wieviel das jeweils kostet.

Wenn wir den anstehenden Projektabschnitt besprechen, weiss ich dann grob wieviele Tage es in etwa sein werden. Ich habe aber auch klar gesagt, dass es eben so lange dauert, wies dauert und ich da keinen Stress habe/machen werde. Da ich zwischen den Sessions gerne längere Pausen habe, geht sich das auch finanziell aus, es kommen dann doch jedes Mal noch Flug und Hotel dazu.


Einzig beim nächsten Termin weiss ich es noch nicht, da er diesmal auf einer Art Convention sein wird und ich nicht weiss, was er da für einen Ansatz nehmen wird. Der Anlass dauert aber mehrere Tage und da ich mir das Ganze auch in Ruhe anschauen möchte, werde ich eh vorher dort sein und dann fragen, damit ich dann zum Termin genügend Bargeld dabei habe. Ist für mich aber völlig in Ordnung.
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Re: Preis(entwicklung) und wie wird am Besten abgerechnet

Beitragvon Christine999 » 17.12.2016 1:53

Ich habe den Eindruck und auch in letzter Zeit bei Diskussionen unter Tätowierern mitbekommen, dass die Tendenz zu Tages- bzw. Sitzungspreisen geht.
Aus Sicht der Künstler finde ich das verständlich, da es eine gewisse Verlässlichkeit bzgl. des Verdiensts gibt...bei Stundenpreisen passiert´s halt, dass der Kunde nach zwei Stunden nicht mehr kann/will, man selbst aber noch sechs Stunden weiterarbeiten könnte/möchte und dies auch so geplant hatte.

Angenommen ich bin der Kunde, der nach zwei Stunden schlapp macht, ist es für mich natürlich ärgerlich den vollen Tagessatz zahlen zu müssen...in dem Fall machen es aber wohl einige Tätowierer so, dass sie dann nicht voll abrechnen, sondern 60 - 80% nehmen. Das finde ich fair.

Jetzt stellen sich halt die Fragen, ob ich länger durchhalte, weil ich möglichst viel für mein Geld bekommen will und ob die Möglichkeit besteht, dass ich mich selber überfordere, wenn ich glaube acht Stunden durchhalten zu müssen bzw. kann das gesundheitliche Konsequenzen haben.

Was die osteuropäischen Gasttätowierer angeht, muss ich sagen, dass ich es schon irgendwie frech finde, wenn das Studio noch mal 100% auf das draufknallt, was der Gastkünstler verdient. Dass die eine gewisse "Stuhlmiete" bezahlen, okay...aber in solchen Dimensionen finde ich das schon unverschämt!
Und damit will ich nicht sagen, dass ich Stundenpreise um die 250€ viel(!) zu hoch finde...es gäbe sicherlich Leute, die mir das wert wären und ich habe auch schon deutlich mehr gezahlt.

Dennoch finde ich die Entwicklung, mMn vor allem im Realistic-Bereich, und das Gehype um gewisse Leute bedenklich...
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Re: Preis(entwicklung) und wie wird am Besten abgerechnet

Beitragvon Ani Ta » 17.12.2016 10:47

Christine999 hat geschrieben:Jetzt stellen sich halt die Fragen, ob ich länger durchhalte, weil ich möglichst viel für mein Geld bekommen will und ob die Möglichkeit besteht, dass ich mich selber überfordere, wenn ich glaube acht Stunden durchhalten zu müssen bzw. kann das gesundheitliche Konsequenzen haben.


Ich kann nur für mich sprechen und die Antwort ist ein ganz klares "nein". Das bringt nichts, weder mir noch dem Tätowierer und auch nicht dem Tattoo. Wenn ich nicht mehr kann, dann ist Ende im Gelände.
Tagessätze haben dafür den Vorteil, dass man bei Bedarf auch mal ne längere Pause machen kann, denn man hat ja den ganzen Tag zur Verfügung.

Christine999 hat geschrieben:Dass die eine gewisse "Stuhlmiete" bezahlen, okay...aber in solchen Dimensionen finde ich das schon unverschämt!


Das ist dann Abzocke durch das Studio. Dass sie einen nicht unwesentlichen Prozentsatz einfordern ist normal und auch angebracht. Doch solche Dimensionen sind dann absoluter Wucher.
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Re: Preis(entwicklung) und wie wird am Besten abgerechnet

Beitragvon DotsOnMySkin » 17.12.2016 17:02

Also ich hatte bei meinem Tätowierer lustigerweise beide Bezahlmodelle innerhalb eines halben Jahres, da er nach den ersten beiden Sitzungen das Studio gewechselt hat.

Im ersten Studio wurde ein Tagessatz vereinbart mit dem Zusatz: Wenn man nicht den ganzen Tag sondern zB nur 2 Stunden durchhält, dann wird ein, auf den Tag hochgerechnet, etwas teuerer Stundensatz berechnet.

Den Ansatz fand ich eigentlich ziemlich sympathisch und ich wusste relativ genau, wieviel Kohle ich mitbringen musste.

Im zweiten Studio wurde dann wiederum nur nach Stundensatz abgerechnet.

Zu den Preisen: Ich persönlich finde bei einem Artist, der wirklich klasse Arbeiten abliefert und "normal" schnell arbeitet, einen Stundensatz von 100-200€ absolut angemessen.

Alles was darüber hinausgeht, müsste für mich dann schon wirklich ein absoluter Top-Artist in seinem Bereich sein (z.B ein Shige für Asia, Nikko Hurtado für Realistic, etc.), mit entsprechend langer Erfahrung.

Wenn jetzt irgendwelche Newcomer aus dem Osten oder sonstwoher mit durchschnittlich guten Arbeiten solche Preise ausrufen, wär mir das auch way too much!

Einzige Ausnahme vielleicht: Wenn der Stil so speziell ist, dass für mich wirklich nur dieser eine Artist infrage kommt. Dann würd ichs mir evtl überlegen auch etwas mehr hinzublättern...
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Re: Preis(entwicklung) und wie wird am Besten abgerechnet

Beitragvon Lavender » 18.12.2016 1:22

Ich habe zwar erst zwei Tätowierungen, aber auch schon beide Modelle kennengelernt. Wobei ich bei meiner ersten Tätowierung gut fand, dass der Tätowierer die Option halber oder ganzer Tag hatte, so dass man die Wahl hatte. Nie im Leben hätte ich länger als die halben Tage (also 3 Stunden) durchgehalten. Und so hat auch der Tätowierer Planungssicherheit und kann evtl. 2 Kunden pro Tag nehmen (so er denn möchte). Und mit den Sitzungen wusste man vorher, was man an Zeit und Geld pro einplanen muss (was auch bei Zug Buchungen etc. hilfreich ist). Vorher hat er mir gesagt, wie viele Sitzungen ich ungefähr einplanen muss, so dass ich die ungefähren Kosten des Projekts abschätzen konnte. Einen Termin musste ich nach einer statt der geplanten drei abbrechen, war dann halt für mich dumm gelaufen, aber zumindest ich gehöre somit zu der Kategorie der Menschen, die nicht länger durchhalten um mehr für ihr Geld zu kriegen.
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Re: Preis(entwicklung) und wie wird am Besten abgerechnet

Beitragvon 13bf13 » 18.12.2016 8:06

Also ich habe bisher nur stundenweise Abrechnungen erlebt und wäre zu einer Tagessatz Abrechnung nur bereit, wenn dieser nicht äquivalent zu dem Stundensatz ist, sondern darunter liegt. Ich kann genauso wenig einschätzen wie lange ich durchhalte, wie der Tätowierer vorher exakt beziffern kann, wie lange er genau braucht. Wie sollte ich auch, es gibt ja auch auf Seiten des Tätowierers Einflussgrößen die ich nicht kenne. Wie schnell ist er? Metzger oder eher sanft? Ist das Surrounding geeignet sich in einen adäquaten Ruhezustand zu versetzen?
Ich finde es nicht fair die unkalkulierbaren der Parameter gänzlich beim Kunden abzusichern ;)
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