eternal ink erfahrung

Allgemeines zum Thema Tattoo

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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon BassSultan » 13.12.2017 23:00

Ich hab mir das jetzt mal angesehen.. Aktuelle RAPEX meldungen gibt's genau eine handvoll und das wars. Damit versteh ich nicht genau was du meinst? Dann gibts ja wohl genug Farben die da nicht reinfallen. Der tätowierer der meinen sleeve gar macht verwendet eine Marke, die nicht dort aufgeführt wird. Wert ich jetz mal als ein gutes Zeichen oder?

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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon Bad*Kitty » 14.12.2017 9:14

@BassSultan
nicht unbedingt - kann auch bedeuten, dass die Farbe hier gar keine Zulassung als Tattoofarbe hat ;) Dann wird sie in solchen Tests auch nicht berücksichtigt.

Ich erwähne es gerne nochmal: in eurer Nahrung, Kleidung, Kosmetik und Atemluft sind weitaus mehr und weitaus bedenklichere Mengen an Giftstoffen. Die Grenzwerte bedeuten lediglich, dass man VERMUTET, dass es ab da Krebs erzeugen KÖNNTE. Studien dazu gibt es jedoch mWn immer noch keine. Auch ist mir kein Fall bekannt, in dem Krebs eindeutig auf Tattoofarbe zurückzuführen ist. Und so lange das so ist, werden sich die Hersteller darauf berufen, dass sie die Grenzwerte so gut es geht einhalten.
Aber wie immer gilt: wer safe sein will - sollte sich nicht stechen lassen.
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon BassSultan » 14.12.2017 11:14

Das stimmt natürlich :) die Möglichkeit gäbe es auch noch. starbrite scheint ja allerdings halbwegs etabliert zu sein. Aber du hast in Wahrheit eh gerade alles gesagt was man zu dem Thema sagen muss, der Rest klingt für mich dann nach alufolien Hut und impfgegner Argumentation :)

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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon DotsOnMySkin » 14.12.2017 18:18

Yo, und noch dazu mit einem leicht aggressiven Unterton vorgetragen, den ich ehrlich gesagt auch nicht so ganz verstehe.

Und deswegen auch von mir abschließend nochmal der Ratschlag: Die Farbe, bei der dir jemand mit Brief und Siegel garantieren kann, dass sie zu 100% unbedenklich ist, gibt es nicht.

Wenn das also ein Problem ist und du zu große Angst davor hast, deiner Gesundheit zu schaden, dann lass dir einfach kein Tattoo stechen! Ist ja eine durchaus legitime Ansicht.

Aber dann bedenke auch, wo sonst überall furchtbar schlimme Gefahren lauern könnten -> siehe Bad*Kitty's Post.
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon Buddha_Eyes » 14.12.2017 18:50

Okay..... jetzt schreibe ich doch mal etwas dazu. Und das wird vielleicht viele von Euch, die nicht so tief in dem Thema drinnen sind, überraschen: Keine der Pigmente, die heutzutage in Tattoofarben verwendet werden, sind spezifisch dafür entwickelt oder produziert worden.
Ausnahmslos jeder Farbenhersteller muss sich derzeit solcher Pigmente bedienen, die von einem der drei bis vier großen Pigmenthersteller produziert wurden - und zwar für ganz andere Zwecke. Es gibt unterschiedliche Reinheitsstufen für Pigmente (die derzeit beste wäre "cosmetical grade") und auf diese muss man sich dann eben zurückziehen, wenn man Tattoofarben herstellt. Demgemäß finden sich dann auch in den Pigmenten Verunreinigungen aus den jeweiligen Produktionsprozessen (z.B. PAKs, Nickel, andere Schwermetalle usw) die man in Tattoofarben eigentlich nicht will - da aber eben drin zu dulden hat, weil bis jetzt einfach keine ausreichend reinen Pigmente weltweit verfügbar sind. Warum ist das so? Ganz einfach: Die Tattooindustrie ist viel zu klein und die Abnahmemengen sind viel zu gering, als dass sich ein extrem aufwändiger und teurer Reinigungsprozess für die großen Chemiekonzerne lohnen würde (die verkaufen ihre Produkte übrigens offiziell nicht einmal an die Farbenhersteller, weil denen das Haftungsrisiko zu hoch ist, btw.). Dasselbe gilt für die meisten anderen Farbenbestandteile. Und deshalb ist das (immer noch sehr niedrige) Risikolevel eben so, wie es nun einmal ist. Das würde sich nur dann ändern, wenn sich jemand finden würde, der sich der Aufgabe annähme, wirklich hochreine Tattoopigemnte zu produzieren.. und ich kenne jemanden, der da gerade dran sitzt.. :wink:
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon DotsOnMySkin » 14.12.2017 19:08

Danke für die zusätzlichen Infos!

Das mit der Pigmentherstellung hatte ich so schon öfter mal gelesen, es aber wieder vergessen.

Ist es aber nicht so, dass die Verunreinigungen nicht immer von den Pigmenten selbst herrühren müssen? Sondern evtl. auch in den Trägersubstanzen, etc. vorkommen können?

Meine auch dazu mal was gelesen zu haben...
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon Buddha_Eyes » 14.12.2017 19:19

Wie ich schon schrieb: Auch da hat man ähnliche Probleme wie bei den Pigmenten selbst. Natürlich tauchen auch da Substanzen auf, die man in einer perfekten Tattoofarbe nicht haben wollte, mit denen man aber leben muss, weil nix anderes da ist bzw. die Hersteller bei der Produktion einfach zu große Abweichungen für unseren Bereich produzieren. Deshalb auch der immer wieder formulierte Hinweis auf die jeweilige Charge.

Ach, und eine Sache noch, was die RAPEX-Meldungen betrifft: Auch Tattoofarben werden gefälscht (das betrifft vor allem die beiden großen Hersteller Intenze und Eternal - jedenfalls haben das die Chefs beider Unternehmen auf dem letzten ECTP Kongress unabhängig voneinander berichtet)! Insoweit muss man bei den RAPEX-Meldungen auch genau hingucken, ob man da evtl. statt des Originalprodukts ne Fälschung aufgegriffen hat...
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon n8ght » 14.12.2017 22:43

Dass, was Buddha_Eyes da geschrieben hat, habe ich vor ein paar Monaten ja auch schon ähnlich in einem anderen Thread geschrieben. (wobei Urban das definitiv deutlich besser erklären kann, als ich!)

Und wenn man damit nicht leben kann oder einem das Risiko zu groß ist, dann sollte man einfach ganz darauf verzichten. Man sollte halt einfach nicht vergessen, dass man sich da mutwillig "Zeugs" unter die Haut jagen lässt, was da erst einmal nicht hingehört.
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon Segler » 14.12.2017 23:34

Man sollte bei der ganzen Debatte grundsätzlich eines nicht vergessen, die Forderung nach Negativbeweisen "Beweise mir, dass x kein y erzeugt", wie sie auch in Umweltdebatten gern erhoben wird, ist wissenschaftstheoretisch Bullshit.

Wobei man in die Implikation

x -> nicht y

jede beliebige Kombination von
x ∈ [Tattoofarbe, BPA, Glyphosat, elektromagnetische Mobilfunkstrahlung, Masernimpfstoff, Aluminium in Deos ]
und y ∈ [Krebs, Unfruchtbarkeit, Migräne, Autismus, Allergien, Alzheimer ]
einsetzen kann.

Man kann nur den positiven Nachweis x -> y führen, der Negativbeweis ist methodisch ebenso wenig möglich wie der Nichtexistenzbeweis von UFOs. Ein positiver Nachweis wäre durch Vorzeigen mindestens eines UFOs dagegen machbar.

Gleiches gilt für Tattoofarben und Krebs. Ein Positivbeweis wurde bisher nicht geführt, obwohl das statistische Kollektiv der Tätowierten groß genug ist um auffällige Korrelationen zu entdecken, ein Negativbeweis ist nicht möglich.
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon BassSultan » 14.12.2017 23:48

Nices element Zeichen @Segler :)

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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon yetanothertattooscoutuser » 15.12.2017 0:34

n8ght hat geschrieben:Dass, was Urban da geschrieben hat, (...)

Wer ist "Urban" und was hat er geschrieben?

Segler hat geschrieben:Man sollte bei der ganzen Debatte grundsätzlich eines nicht vergessen, die Forderung nach Negativbeweisen "Beweise mir, dass x kein y erzeugt" (...)

Ich bin nicht in diesem Thema aktiv geworden, weil mir dieser Zusammenhang nicht klar ist. Erschien mir auch nicht so bei anderen Usern. Ich denke die Kausalitätskette ist jedem bewusst. Ich hatte eingangs ja schon explizit erwähnt, dass ich verwundert bin, dass es noch keinen Ink-Anbieter gibt, der mit maximaler Motivation versucht, absolut reine Farben herzustellen. Das gibt's doch in anderen Branchen auch. Wobei weiter oben schon ein Ink-Herstellername fiel, wo ich noch recherchieren möchte.

Bad*Kitty hat geschrieben:Ich erwähne es gerne nochmal: in eurer Nahrung, Kleidung, Kosmetik und Atemluft sind weitaus mehr und weitaus bedenklichere Mengen an Giftstoffen.

Das sind aber alles Anwendungsbereiche, wo der Körper mögliche Fremdstoffe nicht aufnimmt oder wieder ausscheidet! Damit möchte ich nicht sagen, dass Tattoofarbe folglich gefährlicher ist, aber das Heranziehen von Nahrung, Kleidung usw. lässt bei mir Tattoofarbe nicht bedenkenloser erscheinen.

@ Buddha_Eyes:
Deine Aussagen hören sich so an, als wenn du aus einer Nachbarbranche kommst. Woher weißt du das? Wobei ich skeptisch bin, dass die Tattoobranche klein sein soll. Wenn jede 4. Frau im jungen Erwachenenalter tätowiert ist, kann die Branche doch nicht mehr als klein bezeichnet werden.
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon n8ght » 15.12.2017 1:22

Sorry, gemeint war Buddha_Eyes. Habe es in meinem Post ebenfalls korrigiert.
K-ink-Man hat geschrieben:Alle Informationen sind (versteckt in einer immensen Menge von Quark) jederzeit verfügbar!
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon Buddha_Eyes » 15.12.2017 10:10

@yet.....: Weiss nicht, was Du mit "Nachbarbranche" meinst, aber ich bin Rechtsanwalt... :wink:

Kenntnis kommt von Befassung. Bin zum einen Mitglied der European Society for Tattoo and Pigment Research und hab zudem entsprechende Mandanten und Freunde.

Ich weiss ja, was die Branche jährlich so an Pigment benötigt. Glaub mir, das ist im Verhältnis fast nix.
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon redphantom » 15.12.2017 11:58

Ich nehme mal an, dass sich die Menge der Pigmente für Tattoofarbe in D im Bereich von wenigen 100 kg jährlich bewegt, da geht bei BMW in einer Stunde mehr durch die Düsen der Lackiererei. Ich glaube auch nicht, dass die Pigmente das große Problem sind, viele technische Pigmente sind völlig biologisch inert, unlösbar, und treten mit dem Organismus nicht in Wechselwirkung. Wenn die Lymphknoten dann bunt :shock: sind, schadet das auch nix.
Ich hab - wie viele Mitmenschen - auch ein paar Gramm Titan in Form von Schrauben im Körper :roll: , viel mehr als die Milligramm Tattoopigment, aber die schaden auch nicht, weil der Körper das Metall quasi nicht wahr nimmt.
Ich glaube, die meisten Probleme bei Tattoofarben, die man so sieht, kommen nicht von den Farben, sondern vom Umgang mit den Farben. Ein Tattoostudio ist kein OP, und Keime und Pilzsporen fliegen überall rum. Je weniger - schädliches - Konservierungsmittel dann in der Farbe ist, desto größer das Risiko. Ein gutes Studio wird die Risiken minimieren, ausschließen kann man sie nicht.
Gäbe es ein signifikante Korrelation zwischen Tattoos und bestimmten Erkrankungen, wäre das bei der Menge der Tattooträger sicher längst aufgefallen.
Ich persönlich gehe mal davon aus, dass es ein Risiko gibt, das jedoch im "Rauschen" der sonstigen Lebensrisiken untergeht. Will man es vermeiden - niemand muss sich tätowieren lassen, er muss halt dann auf die Verschönerung verzichten. :p

Wer Flugangst hat, kommt auch nicht auf die Malediven. :mrgreen:
Große Gedanken brauchen nicht nur Flügel, sondern auch ein Fahrgestell zum Landen (Neil Armstrong)
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Re: eternal ink erfahrung

Beitragvon Miss*Butterfly » 15.12.2017 12:57

Hm, ich hatte vor einer Weile die Gelegenheit mich sehr ausführlich mit einer Dermatologin des Uniklinikums in Regensburg die tatsächlich genau zu diesen Themen forscht zu unterhalten. Es scheint wohl schon so zu sein, dass es in der medizinischen Praxis durchaus Beobachtungen gibt, die darauf hindeuten, dass bestimmte Krankheitsbilder bei tätowierten Menschen tatsächlich häufiger auftreten könnten. Woran es allerdings fehlt, sind die Mittel um gesicherte Daten schaffen zu können.
Auch im NAKO Fragebogen ist die Frage "sind Sie tätowiert?" zum Beispiel abgelehnt worden.

Aus dem nicht Vorhandensein von Studien zu schließen, dass es dann wohl kein Problem geben kann, finde ich etwas schwierig. Vor allem dann, wenn das die Grundlage für die persönliche Risikoabwägung ist, die jeder für sich selbst zu treffen hat.

Nur so, als weiteren Aspekt des Ganzen. Wie meine persönliche Abwägung ausgefallen ist, wisst ihr ja. :lol:
Der Mensch hat pausenlos Ideen, ja der Mensch ist zu beneiden. Doch die Kunst ist bei den Ideen gut und schlecht zu unterscheiden.
- Daniel "Dän" Dickkopf -
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