ich bereue meinen Mut...

Allgemeines zum Thema Tattoo

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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon jessman0682 » 19.02.2020 9:06

Oh, die Route ist noch gar nicht fix.
Wir haben bisher nur den Camper und die Flüge gebucht. Übernachten werden wir dann spontan auf Campingplätzen. Grob angedacht war, die North Coast 500 entlang zu fahren und die Isle of Skye zu besuchen. Hauptsache viel Natur, und nach Möglichkeit wenig Menschen :lol:
Wir waren letztes Jahr auf Island unterwegs, ebenfalls mit Campervan. Diese Art zu Reisen hat es uns total angetan. :wink:
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon BassSultan » 19.02.2020 10:59

Oh ja, skye ist toll, Portree ist ganz süß und auf jeden Fall auch an die Klippen im Norden fahren, sehr friedlich und einsam dort :)

Das jedermannsrecht in Schottland ist dir bekannt? Campingplätze wird man immer wieder mal brauchen wenn man duschen will oder die Camper Toilette entleeren.. Aber insgesamt kann man einiges an Geld sparen wenn man immer wieder hinter der Schule im Dorf auf der Fußball Wiese schläft oder so.

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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon jessman0682 » 19.02.2020 12:23

Ja, das mit dem "wild" campen haben wir schon gehört, allerdings hat unser Van keine Toilette, deswegen werden wir dieses Option wohl eher nur als Notmaßnahme nutzen :lol:
Ich freu mich schon total, besonders auf die Natur, die Landschaft, das Meer...
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon the_force » 19.02.2020 14:02

Hallo,

emjay2812 hat geschrieben:Wenn du keinen Therapeuten zeitnah findest, würde ich mich vom Arzt in eine psychosomatische Klinik einweisen lassen.


Mit so etwas wäre ich sehr vorsichtig! Derartige Kliniken nehmen gerne mal 5000 Euro pro Woche (bei mir 28000 Euro für 6 Wochen).

Bei Tattoos, Piercings usw. fallen sämtliche daraus resultierenden Arzt- und Behandlungskosten zu Lasten des Patienten. Sprich: Wenn da irgendein Psychologe oder Psychotherapeuth in einem Bericht erwähnt, dass die Tätowierung Auslöser für die psychische Erkrankung ist oder den Leidensdruck maßgeblich durch das Tattoo verstärkt wurde, wird sich die Krankenkasse unter Umständen beim Patienten schadfrei halten.

Gruß,
J.
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon finest.fire » 19.02.2020 14:08

Ne das sehe ich definitiv anders und ich bin da vom Fach.
Das Tattoo ist ja nur ein Auslöser für eine wie auch immer zu definierende psychische Störung. Die Diagnose Tattoo-Störung gibt’s nicht. Das bezieht sich mE nur darauf wenn sich ein Tattoo infiziert oder sonst körperliche Probleme dadurch auftreten
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon the_force » 19.02.2020 14:11

Hallo,

deine fachliche Sicht ist natürlich legitim. Aber wir beide wissen auch, dass sich Versicherungen grundsätzlich gerne erst einmal schadfrei halten.

Gruß,
J.
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon jessman0682 » 20.02.2020 9:13

Also ich werde mich sowieso nicht irgenwohin einweisen lassen.
Kann mir aber auch nciht vorstellen, dass es ein Problem wäre. Das Tattoo ist nur der Auslöser, der Trigger für etwas anders. Eine Diagnose würde ja letztlich lauten "Anpassungsstörung" oder "generalisierte Angststörung" oder was auch immer.

By the way, Therapeuten scheinen ja sehr gefragt zu sein, ich hab immer noch keinen gefunden, die sind alle auf Monate hinweg voll. Erschreckend.
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon Voodoochile » 21.02.2020 21:49

Hi, erstmal finde ich den Maulwurf klasse. Du hast dir was schönes Stechen lassen

Zum anderen Thema. Wenn du keinen Therapeuten findest, wäre evtl. eine Selbsthilfegruppe etwas für dich? Eine gute Freundin von mir hat auch lange nach einem guten Therapeuten gesucht, bis sie einen gefunden hat. Aber die Selbsthilfegruppe hilft ihr auch weiter. Ich glaube ein Austausch mit Leuten, die gleiche oder ähnliche Probleme haben, ist nützlich. Auf Nakos kannst du bundesweit nach Selbsthilfegruppen nach Krankheiten usw. suchen. Wünsche dir viel Erfolg!
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon jessman0682 » 24.02.2020 9:25

Danke für den Tipp!

Ja, die Suche ist weiterhin erfolglos. Teilweise begegnen mir die Therapeuten mit Wartezeiten von bis zu 9 Monaten. Gruselig.
Ich hatte ein Gespräch mit einer sehr netten Psychotherapeutin. Ich denke, dort setze ich mich jetzt einfach auf die Warteliste.
Momentan geht es mir um einiges besser. Habe ein langes Gespräch mit meiner besten Freundin gehabt. Ihr ging es ähnlich vor vielen Jahren mit ihrem Bauchnabelpiercing. Da war es auch das Gefühl gegegnüber der Eltern, eine Dummheit begangen zu haben, weil die es halt überhaupt nicht in Ordnung fanden.
In den letzten Tagen sind mir viele bunte und teils sehr lustige Tattoos begegnet. Ich bin so langsam wieder der Meinung, dass ich doch alles richtig gemacht habe. Der kleine Maulwurf ist niedlich, ich mag ihn und habe mir das Tattoo schon bewusst so ausgesucht. Wahrscheinlich hab ich ein Problem damit, aufzufallen, ich stehe nicht gern im Mittelpunkt. Auf so ein Tattoo wird man vielleicht eher angesprochen, (vielleicht auch nur angegrinst) als mit einem Mandala, ner Undenldichkeitsschleife oder schwarzen Rosen.
Fast alle, die den Mauli bislang gesehen haben fangen an zu grinsen und meinen, das passt total zu mir (auch das wollte ich vor 1,2 Wochen nicht hören). Meine Freundin überlegt sogar, sich auch einen machen zu lassen. Vielleicht mit Hanteln, das passt zu ihr, sie ist so eine Sportskanone. :D
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon strangefruit42 » 02.03.2020 12:54

Das ist eine sehr schöne Entwicklung, die mich für Dich richtig glücklich macht. Angst vor der eigenen Courage. Ein bisschen, als wenn man sich beim Friseur an eine etwas außergewöhnlichere Haarfarbe oder Frisur rantraut. Klar, bei einem Tattoo wächst sich da nichts raus, deshalb komme es einem schlimmer vor. Aber dass Du nur positive Rückmeldungen bekommst, andere vergleichbare Erfahrungen gemacht haben, das sind doch alles Signale, dass Du nichts falsch gemacht hast.

Und was ich besonders wichtig finde: Du lässt auch jetzt den Faktor der seelischen Störung nicht aus dem Fokus. Ich habe in den letzten ein, zwei Wochen mit älteren Tattoos nicht unähnliche Erfahrungen gemacht und war schon am Verzweifeln. Ich bin mit meinen Depressionen aber eh seit Jahren in einer Therapie (psychoanalytisch) und konnte nach einem Gespräch anfangen, mir die richtigen Fragen zu stellen. Die Tattoos sind weder der Auslöse noch der Indikator für meine Probleme; ich bin mit meiner Haut wieder im Reinen. Also, von Psycho zu Psycho: Weiter so! Du hast mit dem kleinen Maulwurf einen klasse Glücksbringer. :)
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon jessman0682 » 03.03.2020 9:23

Danke für deine lieben Worte (und auch das Outing).
Tatsächlich verstehe ich mittlerweile, dass das Tattoo weder ein Probelem, noch der wahre Grund für meine Gefühlslage ist. In der letzten Zeit entdecke ich immer mehr Dinge, die irgendwie im Argen liegen. Dinge, die mich immer wieder mal beschäftigen, traurig machen, oder verärgern. Da muss ich lernen, besser (gelassener) mit umzugehen. Und das kann sicher nur der Profi.
Ich stehe jetzt auf diversen Wartelisten und hoffe, endlich bald einen freie Platz zu bekommen.
Bis hierhin haben mir aber auch schon so einige Gespräche in meinem Freundeskreis geholfen. Es ist schön zu merken, dass Menschen dich verstehen und sehr oft auch schon ähnliches erlebt haben.
Wie hast du dich denn bezüglich deiner älteren Tattoos entschieden? Lässt du alles, wie es ist?
Momentan schaue ich wieder sehr gerne in den Spiegel auf meinen kleinen Glücksbringer. Er kommt auch immer mit zum Sport. Sport tut mir generell sehr gut derzeit (und ist nebenbei erwähnt auch dringend nötig, da ich leider an die 16 kg zugenommen habe; auch so ein Punkt, der mir zusetzt).
Ich denke auch immer wieder über weitere Tattoos nach. :oops: Hab da schon so ein paar Ideen, aber ich lasse bewusst erstmal einige Zeit verstreichen.
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon strangefruit42 » 03.03.2020 10:45

Ich sehe das mittlerweile gar nicht mehr als Outing. Dass ich Depressionen habe, darf jeder wissen, und ich erwähne es, wenn es thematisch angebracht ist. Diese blöde Krankheit bringt es leider mit sich, dass man zeitweise Dinge etwas verzerrt wahrnimmt, Zusammenhänge falsch zuordnet. Besagte Tattoos sind eigentlich mein ganzer Stolz, und ich werde den Deibel tun, irgend etwas damit zu machen, außer sie stolz herzuzeigen. Und es ist schön, dass Du mit Deinem Mauli jetzt genauso umgehen kannst.

Ich musste grinsen, als ich gelesen habe, dass Du ihn immer zum Sport mitnimmst. Hat er schon abgenommen? Als ich angefangen habe, Rad zu fahren, stellte ich irgendwann fest, dass der Homer Simpson auf meiner Wade doch im Gesicht abgenommen hat. Ein entzückender, kleiner Nebeneffekt, der mich immer wieder amüsiert. Vielleicht fange ich doch mal mit Oberkörpertraining an, damit meine Pummelchen von Tenacious D auch wieder schlank und sexy werden. :lol: Und absolut yeah zu weiteren Tattoos. Für Dich, und mich auch. :D
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon jessman0682 » 03.03.2020 13:21

Das ist schön, dass du zu all deinen Tattoss stehst. Das stellt sich bei ja auch gerade ein. Ich denke zwar immer wieder, dass Mauli eigentlich nicht zu meinem langfristig geplanten Stil passt. Und dann überleg ich, wie man ihn covern könnte um später ein stimmigeres Gesamtbild zu haben... Und schon tuts mir irgendwie leid, ich seh dann gedanklich, wie die Nadel über ihn herüber fährt und schon bekomm ich ein schlechtes Gewissen. Immerhin hat er mir wohl irgendwie die Augen geöffnet und mir "geholfen".
LOL. abgenommen hat er noch nicht. Ich denke auch, dass sich an der Stelle nicht soo viel tut. Hatte immer etwas kräftigere Oberarme gehabt und hab per se Probleme in "Blusen von der Stange" zu passen. Außerdem hab ich Kraftsport hinzugenommen und trainier seit 1,5 Jahren gezielt die Oberarme.
Was ich aber extremst lustig finde ist, dass der Maulwurf sehr schmal und lang wird wenn ich den Orm hochnehme und Hand hinter den Kopf halte (weil dann der Oberarm so auf Spannung ist) Nehme ich den Arm wieder runter, dann machts wobbeldiwupp und der Gute hat sein kleines Pläuzchen wieder :-D
Habe mir deinen Einstand-Thread vorhin angesehen. Der Homer ist echt cool :-) Besonders in Verbindung mit den eigenen Wauzis im Groening Stil, Gefällt mir. Schaue die Simpsons schon ewig und immer wieder total gerne.
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon Madelaine » 05.03.2020 8:56

Hi, von mir noch eine kleine Anmerkung:

Bei manchen Psychotherapeuten kann man gleichzeitig auf der Warteliste stehen, für einen festen Platz und Termine wahrnehmen, die jemand kurzfristig abgesagt hat.
So kann man schon vor der eigentlichen Therapie ein paar Stunden nehmen, z.B. als probatorische Sitzung.

Das sind Probesitzungen in denen man feststellt, ob der Therapeut zu einem passt. Der Therapeut entwickelt ein Gefühl für deine Potentiale, kann erste Diagnosen stellen und somit erklären, wie man therapieren könnte und ob er der richtige dafür ist. Kann ja nicht jeder Therapeut überall sein Spezialgebiet haben. :)
Die Sitzungen werden von der Krankenkasse gezahlt und zählen noch nicht in die Akte. Wenn man danach abbricht, kann man also z.B. noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen etc.
Es sind - ich meine - max. 5 Sitzungen. Aber zur Überbrückung besser als nichts.
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Re: ich bereue meinen Mut...

Beitragvon strangefruit42 » 06.03.2020 12:18

Du solltest mal den Nacho auf meinem Oberarm sehen (siehe Profilbild), was der für Figurveränderungen erfährt, wenn ich meinen Arm bewege. Oder Calvin & Hobbes über dem Bizeps meines linken Oberarms. Da ist halt Leben drin. ;)

Und stimmige Stil-Konzepte über den ganzen Körper sind stark überbewertet. Ich habe ein ziemliches Sammelsurium. Mittlerweile bin ich zwar vorwiegend beim Comicstil gelandet, aber selbst da herrscht ein mehr oder weniger buntes Durcheinander.
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