Schwestern-/Familientatto

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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon Segler » 11.09.2020 19:56

Hallo supermotte,

warum werde ich den dummen Verdacht nicht los, dass Du drei Tage nach dem Stechen im thread "Mein Tattoo reut mich" und drei Wochen später im Laserthread aufschlägtst?


Das ist nicht böse gemeint. Es ist simple Beobachtung. Beziehungstattoos aller Art (egal ob der Partner, die Schwester, die verstorbene Grossmutter, die verstorbene Katze ... als das geht schief.

Meine Beobachtung: Ein Tattoo, das seiner Trägerin / seinem Träger langfristig Freude macht, das drückt ganz individuelle und sehr persönliche verspielte Lebensfreude ohne Beziehung auf andere und ohne "Bedeutungsschwangerschaft" aus.

Alles andere sollte man sich lieber fünfundzwanzigmal (eventuell noch mehr) als einmal überlegen
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon supermotte » 12.09.2020 10:07

Hallo Segler,

ich kann leider nicht wirklich nachvollziehen, was an einem (gut gemachten) Tattoo, das einen an eine geliebte Person oder ein Haustier erinnert so schlimm sein soll. Wieso sollte ich es bereuen eine Erinnerung an diese Menschen und Tiere, die eine besondere Rolle in meinem Leben spielen und mich und meine Kindheit positiv geprägt haben unter der Haut zu tragen? So lange es nicht ein völlig vermurkstes Portrait der Großmutter ist, auf dem sie plötzlich schielt und eine schiefe Nase hat, das dann groß auf dem Oberarm prangt, sehe ich da keinen Grund zur Reue.

Da der Wunsch nun schon seit über zwei Jahren besteht, haben wir uns das auch beide mehr als nur 25 Mal überlegt.

Ich persönlich hätte eher bei einem Tattoo, dass ich einfach "nur" hübsch finde die Sorge, dass es mir irgendwann nicht mehr gefällt, ähnlich wie mit Klamotten, wo sich der Geschmack nun mal einfach im Laufe des Lebens ändert.
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon Segler » 12.09.2020 19:22

Hallo supermotte,

meine Meinung - obwohl ich die habe - halte ich in Bezug auf andere für völlig unerheblich.

Ich bin in diesem Forum nun aber schon seit ein paar Jahren unterwegs und beobachte folgendes:

Die Leute, die sich Tattoos als hübsche Hautdekoration stechen lassen, sind mehr oder weniger zufrieden und können damit langfristig leben - selbst wenn das Bandlogo von anno dunnemals nicht mehr ihrem heutigen Musikgeschmack entspricht

Die Leute, die sich emotional aufgeladene Tattoos stechen lassen, da wird es kritisch. Tattoos sind dauerhaft - Emotionen sind - glaub mir das als Segler - so volatil wie der Wind, selbst wenn der gerade robust mit 10 Bft weht. Schau Dich ganz einfach mal hier in den Laserthreads oder "Ich bereue mein Tattoo um".

Mir ist es egal. Es darf jeder mit seiner Haut tun was er/sie will. Ich habe nur - rein statistisch - eine auf Beobachtung basierte Erfahrung , wer sein Tattoo nach Jahren noch mag, das ist eher der, der es gut überlegt als hübsche Hautdeko gewählt hat.

Wer ganz schnell nach dem Laserkurpfuscher schreit, das ist sehr oft derjenige mit dem emotional aufgeladenen Tattoo, das ebenso plötzlich zur emotionalen Belastung wird. Sorry, Schwestern, die sich verzanken oder schlicht auseinander leben sind so wenig selten wie Paare, die sich trennen.

Und gerade negativ emotional aufgeladene Tattoos ( Gedenken an verstorbene xyz) werden oft erst recht zur dauerhaften psychischen Belastung. Ein Tattoo sollte positive Lebensfreude ausdrücken.

Nur meine Beobachtung, die Du selbstverständlich nicht teilen musst

Meine ganz persönliche Meinung - musst Du weder teilen noch mögen:

Wenn du ein Tattoo haben willst, mit dem du lebenslang zufrieden sein willst, dann lass es ein ganz persönliches und individuelles Tattoo werden: FÜR DICH und mit keinem anderen emotionalen Bezug ausser der Tatsache, dass es DIR gefällt..

Ansonsten, auch hier meine unmassgebliche aber auf Beobachtung basierte Meinung, lass es lieber.
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon BassSultan » 13.09.2020 10:02

Wobei ich sagen muss dass band logos kein sehr gutes Beispiel sind mmn.. auch Bands können sich verändern und um 180 grad drehen


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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon supermotte » 14.09.2020 14:57

Hallo Segler,

uns geht es ja auch in erster Linie um hübsche Hautdekoration, das ist es mMn. was ein Tattoo ist / sein sollte. Nur, dass unser Motivwunsch eben zusätzlich eine gewisse Bedeutung für uns enthält, das hat sich eben so ergeben während der Überlegungen was es denn werden könnte.

Ich habe tatsächlich nun einige Stunden damit zugebracht, das Forum zu durchforsten. Insbesondere nach dem Stichwort "bereuen". Dabei bin ich jedoch nicht über Posts gestolpert in denen Menschen Ihre Tattoos wegen der Bedeutung bereut haben, sondern viel mehr, weil es nicht gut überlegt war, die Platzierung schlecht gewählt wurde oder es einfach schlecht gestochen wurde.

Negativ emotional aufgeladen ist es nicht, da niemand der in diesem Tattoo verewigt wird verstorben ist. Und selbst wenn uns unser Hund, unsere Eltern oder meine Schwester irgendwann verlassen oder es zu Streit kommt ist das Tattoo ja eine Erinnerung an die Guten Zeiten die wir gemeinsam hatten / haben und drückt damit auch positive Lebensfreude aus.

Ich würde es insgesamt auch nicht als wahnsinnig emotional aufgeladen bezeichnen. Klar, der Bezug zu meiner Familie und unserem Hund ist da und meine Schwester hat dann das gleiche. Aber sie hat auch die gleiche Nase, die gleichen Augen und die gleichen Haare wie ich. Daran, dass man erkennt, dass wir Schwestern sind kann ich auch ohne Tattoo nichts ändern. Mir gefällt das Motiv, ihr auch, wir haben uns das jetzt zwei Jahre überlegt und eine Idee zur schönen, kreativen Ausgestaltung der Idee, die der Tätowierer dann umsetzen darf.

Falls du Links zu den besagten Threads über das Bereuen von bedeutungsschwangeren Tattoos hast würde ich mich freuen, wenn du mir die hier rein setzen könntest, da ich diese wie gesagt nicht in der Suche gefunden habe.
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon Bad*Kitty » 14.09.2020 15:11

Es ging auch nie darum, dass jemand die Bedeutung bereut.
Sondern dass sich vor lauter Bedeutung nicht genug um einen guten Tätowierer gekümmert wurde, weil man dazu neigt zu denken (und facebookgruppen bestätigen das tausendfach) dass Bedeutung auch jedes noch so beschissen gemachte Tattoo entschuldigt/geradebiegt/schön erscheinen lässt.

Leider ist genau das ein Irrtum.

Also anstatt sich im Vorfeld monatelang Gedanken um mögliche Ausführungen, Bedeutung, Umsetzung etc.pp. zu machen, sollte man genau diese Zeit lieber in die Suche nach einem kreativen und erfahrenen Tätowierer investieren - denn nur das ganz allein ... does all the magick! Am Ende steht und fällt nämlich buchstäblich absolut alles genau damit.
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon supermotte » 14.09.2020 17:57

Ich finde schon, dass es so klingt als wollte Segler mir in seinen Posts prophezeien, dass ich mein Tattoo bereuen werde, wenn es zu "bedeutungsschwanger" ist.

Natürlich soll das Tattoo von einem guten Tätowierer gestochen werden, ich habe auch nie etwas anderes behauptet, sondern hier nach euren Meinungen zu Julian's Arbeiten und weiteren Empfehlungen gefragt.
Welcher Stil es werden soll habe ich ja schon beschrieben. Wenn du, Bad*Kitty, also noch konkrete Empfehlungen für gute Tätowierer hast, gerne her damit.
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon Segler » 14.09.2020 20:21

"Ich finde schon, dass es so klingt als wollte Segler mir in seinen Posts prophezeien, dass ich mein Tattoo bereuen werde, wenn es zu "bedeutungsschwanger" ist."

Mit der Wahrnehmung liegst du richtig.

Zunächst: Meine Meinung ist die meine und kann beliebig falsch sein. Für dich muss sie nicht passen.

Meine Tattoos sind nicht betroffen, die sind aus dem Spieltrieb oder aus positiven individuellen Erlebnissen geboren.

Ich beobachte allerdings, dass die Selbstwahrnehmung emotional aufgeladener Tattoos ("bedeutungsschwanger") dann kippt, wenn die Emotion kippt, dir zur Entstehung führte . Dann wird das Highlight auf einmal zur Belastung, die plötzlich "um jeden Preis" weg soll, weil das bisher positiv konnotierte Tattoo auf einmal extrem negativ konnotiert ist.

Zwischenmenschliche Beziehungen haben nun leider einmal eine sehr häufig deutlich geringere Haltbarkeit als Tattoos. Die "grosse Liebe" mit drei Tonnen Schmetterlingen im Bauch ebenso wie jede familiäre Beziehung.

Übrigens: Ich bin kein Misanthrop. Ich bin seit sehr vielen Jahren glücklich mit einer ganz tollen Frau zusammen. Ein Paartattoo? Nein.
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon supermotte » 15.09.2020 14:23

@Segler: Da kommen wir wohl einfach nicht überein. Ich finde das klingt alles wahnsinnig pessimistisch. Mag sein, dass du eine solche Einstellung zur Beziehung mit deiner Familie hast.
Meine Einstellung ist einfach eine andere. Und sollte ich das Tattoo in ein paar Jahren doch bereuen, schwöre ich hiermit hoch und heilig euch / dich damit nicht hier zu belästigen.

Ich denke damit wäre das Thema der Motivwahl und ob diese nun richtig oder falsch ist ausreichend besprochen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Strangefruit für die tollen Ideen!

Für Tips zu passenden Tätowierern bin ich, wie gesagt, weiterhin offen.
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon Skanu » 15.09.2020 18:00

Moin,

in gewisserweise stimme ich Segler zu,habe es selbst erlebt bzw. lebe seit 15 jahren ohne kontakt zu meiner Familie.
Habe ein kleines Tattoo welches meine Mutter mir zum Geburtstag schenkte inzwischen Covern lassen, da ich mit nichts mehr von Ihr, an sie erinnert werden möchte.
Sicher das muss Dir nicht passieren, es kann aber passieren, bei mir geschah der bruch mit der familie auch erst nach 35 Jahren.

Ich habe hier eine tätowiererin, Sajo Suriel allerdings in Berlin. https://www.instagram.com/sajo.tattoo/

Lg Skanu
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon supermotte » 15.09.2020 19:10

Hallo Skanu,

vielen Dank, dass du deine Erfahrung teilst. Tut mir sehr leid, dass es bei dir so gelaufen ist. Mir ist klar, dass es mir genauso ergehen kann, auch wenn ich natürlich hoffe, dass es nicht so läuft. Wenn ich das richtig gesehen habe, wolltest du auch ursprünglich ein Piercing und kein Tattoo, oder?

Danke für den Tipp. Berlin ist aber leider deutlich zu weit weg.
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon Skanu » 15.09.2020 19:39

Moin Supermotte,

das braucht dir nicht leid tun, mir geht es ohne die um einiges besser, mein Mann und sehr gute Freunde sind mir um einiges lieber wie diese Sippschaft, sorry für diese Wort, aber mehr habe ich für die nicht mehr übrig.

Stimmt ursprünglich wollte ich ein Piercing...
Sajo war nur ein Vorschlag vielleicht hat ja noch jemand einen Vorschlag in deiner gewünschten Gegend.

Lg Skanu


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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon Segler » 15.09.2020 20:23

"@Segler: Da kommen wir wohl einfach nicht überein. Ich finde das klingt alles wahnsinnig pessimistisch. Mag sein, dass du eine solche Einstellung zur Beziehung mit deiner Familie hast."

Ich zitiere einmal den - meiner Meinung nach - größten Poeten unseres Kulturraums, Shakespeare.

Ein witziger, optimistischer und lebensfroher Mensch, dabei ein absoluter Realist, dem die menschliche Natur bekannt war wie keinem zweiten - vielleicht mag ich ihn deshalb.

Aus King Lear (Gloucester im ersten Akt):

... though the wisdom of nature can reason it thus and thus, yet nature finds itself scourged by the sequent effects: love cools, friendship falls off, brothers divide: in cities, mutinies; in countries, discord; in palaces, treason; and the bond cracked 'twixt son and father.


Da hat sich seit den Zeiten von Queen Elisabeth I (oder seit King Lear :lol: )nicht wirklich etwas an der menschlichen Natur geändert.

... thus is human nature :wink:

Jedem sei sein Optimismus gegönnt. Möge er länger halten als sein Tattoo ...
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon supermotte » 15.09.2020 22:40

Hach ja, der gute alte Shakespeare...

Ich bin bei meinen Recherchen nach einem passenden Tätowierer heute über Kirian's Account (https://instagram.com/kirian_tattoo?igshid=t5ekc1wbkiye ) gestolpert und bin sehr angetan davon. Was meint ihr? Sollte ich bei ihm mal anfragen?
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Re: Schwestern-/Familientatto

Beitragvon strangefruit42 » 16.09.2020 22:43

Die Sachen sehen schon hübsch aus, ja. Ich persönlich bin bei Watercolor und Fineline-Tattoos immer etwas skeptisch, was den Alterungsprozess angeht. Es gibt Gründe, warum die klassischen Tattoostile mit fetten, klaren Linien und kräftigen Farben arbeiten. Auf der anderen Seite ist der Stil auch nichts, was man dann nicht wieder auffrischen kann. Klar, frag mal an, lasst Euch erstmal beraten.

Nur eine Sache: Ich teile Seglers Sorge weniger, dass Ihr Schwestern Euch entzweien könntet und das Tattoo bereuen. Ich habe auch Tattoos, die ich bisweilen mit anderer Bedeutung füllen musste.

Mein Gedanke und damit meine Bitte an Dich, an Euch: Geht nicht mit 100% vorgefassten Vorstellungen dahin, was es sein muss, welche Details an welcher Stelle sitzen sollen. Teilt Eure Ideen und Gedanken mit und lasst dem Tätowierer ein wenig Freiraum, seine Ideen einzubringen. Wenn Euch die Ideen nicht gefallen, könnt Ihr Nein sagen. Aber versteift Euch nicht zu sehr. Sonst werdet Ihr auf jeden Fall enttäuscht. Und hört auf Euer Bauchgefühl. Wenn die Chemie nicht stimmt, bringt es nichts mit dem Tätowierer.
Colors are the thing that make the world better, I've been seeing things in black and white. (Tenacious D)
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