Neu und erstmal Fragen zur Realisierbarkeit!

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Neu und erstmal Fragen zur Realisierbarkeit!

Beitragvon Noa » 15.07.2020 13:16

Hallo zusammen,

meine selbstgesteckte Regel lautet: wenn ich 5 Jahre lang durchgehend eine Motivrichtung toll finde, dann lasse ich sie mir stechen.
Wenn ich diese Regel mir nicht gesetzt hätte, würde ich schon mit einer Fee, einem Phönix und noch anderen kleinen oder großen Tattoos rumrennen (die ich jetzt nicht mehr haben wollen würde).

Bis jetzt bin ich also auch nackig!
Nun ist es tatsächlich so, dass sich seit 6 Jahren ein Motiv entwickelt, welches ich nach wie vor toll finde, mir etwas bedeutet und das ich gerne gestochen bekommen möchte.

Nachdem ich mich lange Zeit auf ein Studio fixiert hatte, war ich nach dem ersten Besuch zur Vorbesprechung nicht mehr so happy.
Dort war es usus, dass das Motiv erst am Tag des Stechens gezeichnet wird und direkt dann im Anschluss unter die Haut kommt.
Mir war da nicht wohl bei - das Ding kommt für immer unter die Haut, da möchte ich auch nochmal 2-3 Tage drüber nachdenken können.

Also nochmal zurück zum Anfang...

Da ich noch sehr wenig Ahnung habe, bräuchte ich eure Erfahrung:
Ab welcher Größe wirkt ein realistisch gestochenes Tattoo erst so richtig?

Ich will mich nicht in etwas verrennen und nachher kommt die große Enttäuschung, weil die Umsetzung kaum Möglich ist.

Ich bin ein sehr klassischer, femininer Typ, möchte daher nicht den Unterarm komplett voll haben, am allerliebsten wäre mir die Größe 8x15cm.

Mehrfarbig, sehr detailliert soll es werden und möglichst nicht zu plakativ.
Es soll ein Baum/ eine Baumallee/ein Wald werden, der sich komplett in einem See spiegelt, sodass die Krone in der Spiegelung zur Wurzel wird.(bei einem Wald/einer Allee darf diese(r) die Jahreszeiten auch nebeneinander tragen, ohne das in der Spiegelung zu zeigen, bei der Allee könnte man die Spiegelung auch weglassen.)
Der Baum soll die 4 Jahreszeiten in sich tragen, farbenfroh aber nicht kitschig.
Die Sonne sollen zwei ineinanderexplodierende Iris (laut Wikipedia ist das die Pluralform von Iris) sein, diese liegen als Fotographie vor.
Der Himmel soll eine helle Sternengalaxie sein.
In diesem Tattoo sollen noch die Pfotenabdrücke meiner Katzen vorkommen und ein Notenschlüssel.

Schon im Lachflash, weil unmöglich?

Ich habe auf dem Handy viele Screenshots von den einzelnen Elementen, überlege diese auf dem PC mal übereinanderzulegen.

Ganz ehrlich: ist mein Wunsch die eierlegende Wollmilchsau?
Wenn es möglich ist, wird es wahrscheinlich ein langes Projekt, und ich könnte mir vorstellen, dass es ganz praktisch wäre vielleicht zu erben, um es bezahlen zu können! ;-)

Ich würde mich sehr über eure Erfahrungswerte, Gedanken und Anregungen freuen!

Liebe Grüße

Noa
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Re: Neu und erstmal Fragen zur Realisierbarkeit!

Beitragvon Sophie2508 » 15.07.2020 20:27

Hallo erst einmal =)

Also, ich erlebe es oft in Studios, dass das Motiv erst am Stichtag gezeigt wird. Aber wenn du das nicht möchtest, kannst du natürlich in ein Studio gehen, wo das anders gehandhabt wird.

Was dein Motiv angeht: Ich bin kein Profi, nur Kunde, aber deine Motivwahl kann ich mir in der Größe nicht vorstellen.
Bedenke bei Tattoos: Im Laufe der Zeit verwischt die Farbe, das ist völlig normal. Deshalb sollten Tattoos mit vielen Details und Feinheiten möglichst groß gestochen werden, damit am Ende nicht nur ein Farbklecks übrig bleibt. Bei 8x15 cm kannst du davon ausgehen, dass dein Motiv nicht gut aussehen wird. Schau dir dazu am Besten mal Fotos von gealterten Tattoos an, dann hast du ungefähr eine Vorstellung davon, wie sie nach 10-15 Jahren ungefähr aussehen.
Warum nicht Rücken oder Oberschenkel? Da ist genug Platz und der Tätowierer kann bei der Größe flexibel sein. Denn meiner Meinung nach solltest du da nicht auf eine bestimmte Größe und Stelle beharren, sondern das Tattoo so groß machen lassen, wie es am besten gestochen werden kann. Entweder entschlackst du das Tattoo oder packst es entsprechend groß woanders hin.

Aber vielleicht irre ich mich auch, vielleicht meldet sich ja noch ein Experte dazu :)

Grüße
Sophie2508
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Re: Neu und erstmal Fragen zur Realisierbarkeit!

Beitragvon Segler » 15.07.2020 20:54

Ich schließe mich meiner Vorrednerin an.

In diesem Detailreichtum und Farbe auf 8 x 15 -das wird nichts Dauerhaltbares. In 10-15 Jahren könnte das schlimmstenfalls aussehen wie ein in allen Farben schillerndes verheilendes Hämatom.

Ein guter(!) Tätowierer wird dich da aber sachkundig beraten und sollte meiner Meinung nach von der Realisierung Deiner Idee auf diesem kleinen Format abraten.

Auf 8 x 15 geht vieles - aber Baum in allen vier Jahreszeiten (Blüten? Früchte?) mit Spiegelung im See, Galaxien, Katzenpfoten ... ganz sicher nicht. Jedenfalls nicht in einer Weise, an der du lange Freude hast
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Re: Neu und erstmal Fragen zur Realisierbarkeit!

Beitragvon Noa » 16.07.2020 9:22

Hi Sophie2508,
Hi Segler,

Danke für die Rückmeldungen!
Genau deshalb war mir wichtig zu fragen, Erfahrungswerte sind wichtig.

Ja, da habt ihr wohl recht, Haut ist nunmal kein Papier.


Ich habe gestern noch sehr viel Zeit im Netz verbracht und bin auf ein Studio in Velbert gestoßen, die genauso fein und detailliert sticht, wie ich es mir wünsche, aber nur in schwarz/grau.
Ich bin völlig hin und weg von ihren Werken.


Generell habe ich im Netz kaum superfeine UND farbige Tattoos finden können...
Alles was Farbe hatte, war dann auch deutlich "kräftiger"/ breiter gestochen.
(Wenn man da von kräftig sprechen kann, ist ja wie der Vergleich Stabilostift gegen 0,1mm Stift)

Mein Wunschtattoo ohne Farbe macht wenig Sinn, bzw. meine Vorstellungskraft reicht nicht aus, als dass ich mir es trotzdem so wirkend vorstellen kann.

Daher überlege ich gerade, in wie weit eine andere Stelle für mich denkbar ist.
Bzw. ob es doch größer werden könnte.

Was sind denn die Schlagworte nach denen ich suchen muss um Tattookünstler zu finden, die farbig und detailliert stechen? (mal weg von der Tattoogröße)

Liebe Grüße

Noa
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Re: Neu und erstmal Fragen zur Realisierbarkeit!

Beitragvon Segler » 16.07.2020 10:21

"Alles was Farbe hatte, war dann auch deutlich "kräftiger"/ breiter gestochen. "

Aus gutem Grund. Du kannst dich an solchen Bildern, auch wenn das andere Motive und Stile sind, als was dir vorschwebt, zumindest in Sachen Technik orientieren.

Den 0,1 mm Stabilostift wirst du bei black & gray Tattoos (leider) auch finden, heisst dort fineline und ist ebenfalls bezügl. Dauerhaltbarkeit keine gute Idee.

"meine Vorstellungskraft reicht nicht aus"

Die Vorstellungskraft der Renaissancefürsten und -päpste reichte auch nicht zur Ausschmückung ihrer Paläste und Kirchen aus. Sie kannten aber ein paar gute Leute, deren Vorstellungskraft reichte. Michelangelo war einer davon :lol:

Du darfst auf die künstlerische Vorstellungskraft deines Tätowierers bauen. Besprich mit ihm die groben Vorgaben deiner Idee und ggf. Größe und Körperstelle. Der Tätowierer wird mit dir im Vorgespräch gemeinsam Ideen entwickeln und dich auch beraten, was an der gewünschten Stelle und in der gewünschten Größe technisch machbar ist, wenn es dauerhaft hübsch bleiben soll.

Bei der Idee Unterarm sollte dir auch klar sein, dass das bei den meisten Menschen ein ständig sonnenexponierter Körperteil ist und bunte Farben (vor allem rot-orange-gelb) im Gegensatz zu schwarz nicht vollständig lichtecht sind und über die Jahre zum Verblassen neigen. Etwas kräftiger strukturierte Tattoos lassen sich bei Bedarf nachstechen und auffrischen. "Fein fein", wenn das mal ineinandergelaufen ist, nicht mehr.


Je nach Beruf und Freizeitaktivitäten (bei mir z.B. Segeln) wird die Haut der Unterarme auch mechanisch strapaziert, es kommt zu kleineren Verletzungen mit eventueller Narbenbildung, die bei einem etwas kräftigeren Tattoo kaum auffallen, aber die den Eindruck von "klein und fein" deutlich stören können. Das könnte bei bunt und fein ebenfalls für eine andere Position als gerade den Unterarm sprechen, oder wenn Unterarm, dann eher für die Innenseite als die Aussenseite.

Es hat durchaus einen Grund, warum die traditionellen polynesischen Tattoos schwarz und kräftig strukturiert sind. Die waren und sind für ein aktives Leben (Fischer und fantastische Seefahrer) mit wenig Klamotten unter tropischer Sonne entworfen.


"das Ding kommt für immer unter die Haut, da möchte ich auch nochmal 2-3 Tage drüber nachdenken können."

Das ist sehr verständlich und als Kundin dein gutes Recht. Du wirst hier jede Menge Beiträge von Leuten finden, die Ihr Tattoo 2-3 Tage nach dem Stechen bereuten. Den Wunsch solltest du im Vorgespräch klar kommunizieren, wenn ein Tätowierer das nicht akzeptieren mag, dann ist er nicht dein Tätowierer.

Ich kenne es von meinen Tattoos genau so. Es gab eine Vorbesprechung, eine Durchsprache des fertigen Entwurfs mit ggf. Detailanpassungen und dann den/die Termine zum Stechen. Bei einem nein in letzter Minute hat der Tätowierer fairerweise Anspruch auf eine Vergütung seines Aufwandes für den Entwurf.
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