Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

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Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon MinnieM » 31.10.2017 18:01

Hallo
Vielleicht kann mir hier jemand helfen.
Mein Freund war vergangene Woche bei einer tattooentfernung. Wohl mit plasma, keine Ahnung wie das genau geht, es wurde danach Natriumchlorid drauf gemacht. Auf jeden Fall sieht das jetzt echt komisch aus, wie ne richtige Wunde. Und es tut wohl auch weh. Aber typisch mann will er da jetzt nix machen und abwarten bis es abgeheilt ist. Ich finde iwie auch nirgends im Netz was ob das normal ist. Kennst sich da jemand aus?
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon BassSultan » 31.10.2017 18:05

Generell ist es nicht verwunderlich dass eine Wunde wie eine Wunde aussieht. Die wenigen Verfahren die ich kenne verletzen die Haut auch.

Aber wenn ihm was spanisch vorkommt soll er halt trotzdem zum Arzt, selber solltest da eh nicht viel machen! Lieber jemand der sich auskennt, lieber einmal zu oft beim Arzt gewesen :)

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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon MinnieM » 31.10.2017 18:44

Danke für die Antwort. Er hat da weniger Bedenken aber ich mache mir sorgen. Das ist halt Außen rum ganz rot und warm. Aber wir wissen nicht ob das normal ist
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon BassSultan » 31.10.2017 19:07

Solange du nicht bisschen konkreter wirst als "mit plasma oder so", wird dir hier niemand Erfahrungsberichte geben können

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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon Segler » 31.10.2017 21:06

Plasma kenne ich aus einer Reihe industrieller Anwendungen, von der Metallbearbeitung bis zur Halbleiterfertigung, am ehesten an die Sache kämen noch Plasmaätzverfahren, aber dabei würde die Haut schichtweise abgetragen :?

Wo bei mir endgültig der Quacksalberalarm losging war die Applikation von Natriumchlorid (auf gut deutsch Kochsalz!) auf die offensichtlich durch das Verfahren verletzte Haut.

Ich hoffe jetzt inständig, dass hier nicht irgendein Vollpfosten eine lasergepulste EUV-Plasmaquelle aus der Halbleiterfertigung als Mittel zur Tattooentfernung "entdeckt" hat" :0

Ich kenne die gesetzlichen Bestimmungen für Tattooentferner nicht, aber mein Eindruck ist, dass sich in Deutschland jeder ohne Vorkenntnisse und Befähigungsnachweis in diesem Gewerbe tummeln darf. Ich bin erst am Samstag an einem fragwürdigen Tattoostudio (Gemeinschaftsladen mit einem Nagelstudio) vorbeigelaufen, Schild im Fenster "Tattoo misslungen? Wir lasern."
Möglicherweise mit einem auf eBay ersteigerten Laser. :cry:

Als Hinweis für Deinen Freund: Falls nicht vorher geschehen, sollte er sich, ehe er weiter macht, erst mal gründlich über die Seriosität von Verfahren und Anbieter informieren.
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon MinnieM » 31.10.2017 23:00

Danke euch schon mal.
Wie gesagt, im Netz findet man kaum etwas. Erklärt wurde ihm, es wäre in der Art wie mit PlexR plasma. Man könne so auch zb lidstraffungen machen.
Es soll durch das Natriumchlorid wohl zu einer Art Osmose kommen.
Wir haben was bei YouTube gefunden, das ist vom Ablauf so.
https://youtu.be/_ghlnmUGRtU
Er wird definitiv nicht mehr da hin gehen, hat er gesagt. Das war in einem Studio für kosmetische Sachen
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon talamestra » 01.11.2017 2:07

also ich kann nur den Kopf schütteln wenn ich sowas lese.....manchmal hab ich das Gefühl, dass den Menschen nicht bewusst ist, dass die Haut das größte Organ ist, das man hat... so unbedacht wie manch einer damit umgeht....Wieso geht man nicht zu einem Fachinstitut.. sondern in ein Studio für kosmetische Sachen... hat er dort auch sein Tattoo stechen lassen?

Das Prinzip, Natriumchlorid in offene Wunden einzubringen, gibt's in der Medizin schon - da Salz eine osmotische Wirkung hat, und Keime zerstört, allerdings hab ich bei KEINER Tattooentfernung gehört/gelesen/gesehen, dass so eine Methode angewandt wurde....

Und ja - diesen Plasma Pen gibt es tatsächlich - relativ leicht zu ergooglen wenn man will...
Link entfernt. |n8ght ist so eine Seite

Entwickelt wurde der Pen aber ursprünglich offenbar um Hautverfärbungen, Akne etc. zu behandeln...und in erster Linie um pemanent Makeup zu entfernen - is ja nur unwesentlich kleiner als ein Tattoo... (Ironie off)

Grundsätzlich - und ich weiss durchaus dass das jetzt böse klingt - scheint die Tattooentfernung genauso unbekümmert und gedankenlos vorgenommen zu werden, wie das manche schon beim tätowieren selber machen. Ach egal - erkundigen brauch ich mich ja nicht.. rein ins nächste Kosmetikstudio...
Gut - ich kann mein Auto auch beim Bäcker richten lassen, ob mich das Ergebnis überzeugt ist eine andre Frage....

Natürlich ist die Haut gestresst - Bilder mit Brandblasen sind keine Seltenheit nach einer Laserbehandundlung und wie es bei so einer Behandlung mit Plasma Pen ist???? keine Ahnung....
auch hier gibt's relativ leicht einen Link zu finden: Link entfernt. |n8ght
wo auch auf Nebenwirkungen - die es ja so gut wie nie (ach welche Wunder) gibt.Link entfernt. |n8ght

Wenns warm ist und gerötet würd ich mal einen Hautarzt konsultieren - lieber einmal zuviel, als Narben, Gewebeschäden oder ähnliches zu riskieren.

und beim nächsten mal VORHER denken was man macht......

just my 2 Cents....
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon n8ght » 01.11.2017 9:13

talamestra:
Ich habe deine Links entfernt. Das sind Dinge/Seiten/Vorgehensweisen, die wir nicht unterstützen und zu denen wir nicht aktiv weiterleiten wollen. Wer auch immer sich aus welchen Gründen auch immer, darüber informieren will, kann dies ja offensichtlich relativ schnell selbst ergoogeln.

---

Gemäß unserer eigenen Regularien ist hier der einzig venrünftige Tipp, zum Arzt zu gehen. | n8ght
K-ink-Man hat geschrieben:Alle Informationen sind (versteckt in einer immensen Menge von Quark) jederzeit verfügbar!
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon MinnieM » 01.11.2017 9:15

Wie gesagt, beim Vorgespräch klang das für ihn alles sehr plausibel. Ich war nicht dabei, daher kann ich da nicht viel drüber sagen. Ihm wurden die Vorteile gegenüber lasern aufgezeigt.
Das Studio nimmt auch andre kosmetische Eingriffe vor, daher dachte er, dass er dort in guten Händen ist.
Als Laie ist es eben schwer, sich so gut auszukennen, dass man eine Fehlentscheidung definitiv vermeiden kann
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon talamestra » 01.11.2017 12:53

Hallo n8ght - sorry, das war nicht meine Absicht gegen Regeln zu verstoßen :oops: tut mir leid. und ja du hast recht - man ergoogelt die Seiten sehr sehr schnell und leicht - wenn mir das mitten in der Nacht gelingt, sollte das auch jedem andren gelingen ;)

MinnieM: deswegen frägt man eigentlich auch an mehreren Seiten nach. Offenbar war es ja für dich auch leicht, unsere Seite hier zu finden - wieso also nicht einfach vorher hier nachfragen... aber ich kenn das: wenn der Mann was will, dann macht der das auch :mrgreen:

ich würde an seiner Stelle jetzt dennoch mal zum Hautarzt, und dann Kontakt mit Leuten aufnehmen, die tatsächlich Ahnung vom Lasern haben.

Mir fällt da ein ziemlich doofes Vergleichsbeispiel ein, ist aber eines, das mich beruflich lang begleitet hat :mrgreen:
Es gibt bei LKWs die Möglichkeit, Reifen nachzuschneiden - die dürfen aber keinesfalls auf der Antriebsachse aufgezogen werden, da der LKW im Falle das ein Reifen platzen sollte, komplett unlenkbar wird - bei Zwillingsreifen hast noch eine Chance, den LKW abzufangen. Heißt: machbar ja - aber eben nicht für alle Bereiche...

Genauso sehe ich das mit dem Plasma Pen: du kannst zwar Hautverfärbungen, Akne damit behandelt und Permanent Makeup entfernen (das meines Wissens nach ohnehin nicht so beständig wie ein Tattoo ist), aber obs für Tattoos geeignet ist???

Klar werden die im Laden das Produkt anpreisen und als ultimative Lösung darstellen....sonst hätten die ihr Geschäft falsch verstanden.

Jetzt der Haut mal auf alle Fälle Ruhe gönnen. Ich würde dieses Jahr nix mehr machen lassen.....

lg
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon Segler » 01.11.2017 13:52

"... aber ich kenn das: wenn der Mann was will, dann macht der das auch :mrgreen:"

tss, tsss, tsss .... :lol:

liebe talamestra, bei mir hat bisher jedes Tattoomotiv "höheren Segen" gehabt - vorher :lol:

Aber Dein Beispiel mit den LKW-Reifen passt, könnte ich noch um einige Facetten ergänzen. Etwa mal aus dem Internet 150 Nm extra runterladen und 30.000 km später ist der Triebstrang im Eimer, weil Getriebe und Antriebswellen das Anfahrmoment auf Dauer nicht so wirklich gemocht haben.

Ich habe auch mal Tante Gurgel bemüht, Schrott ist im Internet viel leichter zu finden als seriöse Information :mrgreen:

Es handelt sich tatsächlich um ein abgewandeltes Plasmaätzverfahren zur Abtragung von Oberflächenschichten. Plasmaätzen verwendet man z.B. in der Metallbearbeitung, um Oxide und Verunreinigungen vor einem Klebeprozess zu entfernen.

Da mache ich hinter eine kosmetische Anwendung drei Fragezeichen. man kann mit sowas die Epidermis egalisieren und Falten temporär ein wenig "ausbügeln" sowie Pigmentflecken aufhellen, aber je weiter man in die Dermis reingeht (wo Tattoopigmente nun mal sitzen) geht das in Richtung Verätzung, es wird Zellschicht um Zellschicht durch reaktive Ionen abgetragen. Wenn das so tief geht, dass es die Tattoopigmente erwischt, kann das nach meinem Verständnis des Hautaufbaus nicht ohne Schädigung der Naturpigmentierung (Verlust von Melanozyten) und bleibenden Strukturveränderungen (Narbenbildung) gehen.

Diese Tattooentferungswelle ist leider eine Konsequenz des Tattoobooms, wo sich jeder Möchtegern ohne handwerkliche Ausbildung und künstlerisches Talent zum Tätowierer berufen fühlte - und zu denen die Leute anscheinend genauso kritiklos hingingen (und gehen) und ohne vorher Informationen einzuholen.

Die Folgen - und das Gejammer - werden wir vermutlich in den nächsten Jahren erleben.

Medizinisch ist die Tattooentfernung nach meinem Verständnis der schwerwiegendere Eingriff in die Haut als das Tätowieren. Mit dem entsprechenden Potential für unerwünschte Folgen.

Wie haben hier schon alle den Kopf geschüttelt über "das große Tätowierset" für 49 € bei eBucht und die absehbaren Folgen. Ich habe gerade mal geguckt: Gerät zur Tattooentfernung gibt es dort auch zu kaufen. Über die Folgen spekuliere ich nicht. Die kenne ich.
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon talamestra » 01.11.2017 14:14

gggg.... ist nicht jeder so brav wie du :)

Wichtig is jetz nur, dass der Freund der TE nicht nochmal dort hinlatscht und abklären lässt, wie seine Haut/Gewebe unter der Behandlung gelitten hat.

Deine Erklärung find ich sehr anschaulich - leider hab ich gestern auf die schnelle zu nachtschlafener Zeit so eine tolle Darstellung nicht gefunden.
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Re: Tattooentfernung mit Plasma, bitte um Tipps

Beitragvon redphantom » 01.11.2017 17:35

Voraus: Ich habe keine Fachkenntnis von Tattooentfernung mit Plasmatechnologie. Das einzige Gerät, dass ich in der Beziehung kenne, ist ein Plasmaschneider, schneidet 100 mm Stahlplatten wie Butter, mit dem kriegt man sicher jedes Tattoo weg, der entwickelt 30.000 K :shock: , aber natürlich wäre die Leinwand und alles was darunter ist gleich mit weg :evil:

Aber: Wenn man mal mit dem Begriff ein wenig googelt, so findet man eine Organisation, die wohl diese Technik anwendet, dabei auch einige Ärzte und sogar Dermatologen. Ich setze hier keinen Link, um nicht den Zorn der Mods auf mein Haupt zu ziehen. :D

Bitte nicht falsch verstehen- ich weiss nicht, ob das funktioniert oder nicht, und welche Risiken und Nebenwirkungen auftreten. Aber man sollte neue Technologien nicht von Anfang an in Bausch und Bogen verdammen, sonst würden wir heute noch mit hoch optimierten Keulen herumlaufen. :lol: Sinnvoller wäre es sicher, wenn mal jemand, der dieses Verfahren getestet hat, hier einen ausführlichen Erfahrungsbericht -mit Bildern vorher, nachher - posten würde. Das Lasern ist zwar bewährt, aber sicher ist das nun auch nicht die Goldrandlösung - mit all den thermischen Spaltprodukten, die da im Körper bleiben. :roll:

Ungeachtet dieser Grundsatzdiskussion sollte jeder, der nach einem Tattoo oder einer Entfernung ernstere Probleme hat, auf jeden Fall ärztliche Expertise in Anspruch nehmen.
Große Gedanken brauchen nicht nur Flügel, sondern auch ein Fahrgestell zum Landen (Neil Armstrong)
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