Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

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Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon DC » 07.07.2016 3:34

Hay,

kurz zu meiner Geschichte ich bin 24 Jahre alt und kam im Januar ins Krankenhaus Diagnose ''beginn einer Leberzirrhose Toxische Vergiftung durch übermäßigen Alkoholkonsum"
Ja ich war Alkoholabhängig bin aber seit 5.1.16 komplett Trocken :)

Es ging mir echt verdammt schlecht Wasseransammlung im Bauchraum, Gelbsucht alles :/ seit März ging es mir immer besser die Werte wurden auch von Zeit zur Zeit besser. Jetzt ist es so das ich mich komplett Gesund fühle habe Energie alles wie man sich als Gesunder Mensch fühlt.

Nun zum Hauptthema, och wollte mich gerne als Neuanfang Tattoowieren lassen. Gestern habe ich dann den Weg ins Studio gewagt habe auch sofort von meiner Erkrankung erzählt. Da wurde mir gesagt das die Farbe über die Leber abgebaut wird und er es deshalb nur mit einer Erlaubnis vom Arzt stechen würde.

Ware danach direkt bei meinem Hausarzt (älterer Herr komplett gegen Tattoowierungen) kann man sich ja denken was dabei raus gekommen ist "ich hallte von so etwas sowieso nichts also bekommen sie von mir auch nichts Schriftliches" seine Worte.
Was mich natürlich nun kein Stück weiter gebracht hat. Nun die frage an euch hat da jemand Erfahrung oder kennt jemanden? Ich möchte das ja auch nicht einfach machen und klapp zuhause zusammen dann bringt mir das ganze auch nichts. Würde halt nur ein großer Traum zerplatzen wenn ich es niemals dürfte :(

Würde mich freuen wenn jemand ein paar Details für mich hätte, danke im voraus.

Lg
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Re: Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon Vocki » 07.07.2016 6:41

Bin kein Mediziner, insofern ist das meine laienmeinung: aber wenn mir der Inker schön sagt dass die Farbe über die Leber abgebaut wird und deine Leber bereits lebensgefährlich (!) vorgeschädigt ist, so wäre mir persönlich das Risiko viel zu groß. Ein tattoo is was großartiges, aber mit nackter Haut geht die Welt auch nicht unter...viel Glück beim abstinent bleiben!!
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Re: Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon Buddha_Eyes » 07.07.2016 10:38

Angebaute Farbe wird über die Leber ausgeschieden? Sorry, aber das halte ich für wenigstens zweifelhaft. Auch wenn eigentlich niemand so genau weiss, Wasser nun mit den Pigmenten im Körper genau passiert...
Expect nothing..
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Re: Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon redphantom » 07.07.2016 10:49

Find es sehr verantwortungsbewusst, dass der Tattookünstler das Problem erkannt hat.
Momentan ist das imho noch zu früh, dem Körper nach einer absolut lebensgefährlichen :evil: Erkrankung eine zweite "Baustelle" zuzumuten. Der Körper ist jetzt erst mal mit der Reparatur der Schäden noch gut beschäftigt. Denkbar sind da nämlich auch Wundheilungsstörungen, Infektionen und andere Probleme.

Andererseits bist Du noch jung und die Leber ist das Organ mit der höchsten Regenerationsfähigkeit im Körper. Nach der Krankheit wirst Du - so nehme ich an - engmaschig auf die Blutwerte hin monitored. Nach einem Jahr würde ich mir mal die Leberwerte ansehen - welche das sind, erklärt Dir Dein Arzt, wenn nicht, dann wechsle den Doktor.
Lass Dir eine Kopie der Werte geben. Sind die im Normbereich UND DANN NOCH EIN Jahr später stabil grün, dann sehe ich da eigentlich kein Hindernis. Natürlich wird Dir kein Arzt der Welt schriftlich in ein Attest schreiben : "Gegen eine Tätowierung von Herrn X. bestehen ärztlicherseits keine Bedenken. " Die Ärzte werden kein juristisch vermintes Gelände betreten.
Ansonsten ist die Einstellung zu Tattoos bei Ärzten halt höchst unterschiedlich: Mein Hautarzt ist vehement dagegen, mein Allegemeinmediziner sieht das neutral und mein Zahnarzt hat selbst Farbe unterm T- Shirt :lol: .Und hier im Forum hatten wir doch mal ne Chefärztin mit nem wunderschönen Riesen Shige-Rückentattoo. :D
Bis dahin gilt es dann den Körper im Regenerationsprozess zu unterstützen: Kein Alkohol, keine Zigaretten und vernünftige Ernährung. :roll:
Dann solltest Du Dir doch nach angemessener Wartezeit den Wunsch erfüllen können.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass das eine persönliche Meinung ist - bin kein Mediziner.
Große Gedanken brauchen nicht nur Flügel, sondern auch ein Fahrgestell zum Landen (Neil Armstrong)
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Re: Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon rockkat » 07.07.2016 11:17

Das dort Farbe abgebaut wird ist wohl unglücklich ausgedrückt, die Leber ist u.a. für Abbau und Entgiftung zuständig, ich denke die hat auch nach nem Tattoo damit zu tun, es werden nun mal Stoffe in den Körper eingebracht die da eigentlich nicht hingehören.
Ansonsten decken sich meine laienhaften, Gedankengänge mit denen des roten Phantom :D
nigs
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Re: Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon Pünktchen » 07.07.2016 15:39

Hallo. Also mein Freund und ich haben uns neulich was Kleines stechen lassen. Was das mit dem Thema zu tun hat. Er hatte vor ca. 10 Jahren auch eine Leberzirrhose mit Gelbsucht ect. Hat dann ne Therapie gemacht und ist jetzt "nur noch" Quartalstrinker. Beim Tätowierer haben wir davon nix gesagt, weil ich auch nicht wusste, dass Farbe über die Leber abtransportiert wird. Geschadet hat es ihm nicht. Wünsche dir alles Gute für dein Tattoo und vor allem für dein abstinentes Leben! Ich glaube-und das ist nur meine Laienmeinung-das was da an Farbe über die Leber geht, ist ein Klacks gegenüber dem was du vorher gemacht haben musst, nämlich extrem gesoffen. Ich würde trotzdem auch noch warten!
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Re: Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon benjorito » 15.07.2016 13:04

Ich bin auch kein Mediziner und kann daher nichts zur Fragestellung beitragen, möchte dir aber dennoch zur halbjährigen Abstinenz gratulieren und drücke dir die Daumen, dass du es geschafft hast!
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Re: Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon DC » 16.07.2016 23:59

Hay, sorry für's späte Antworten ich hatte mein passwort vergessen :roll: :)

Erstmal vielen lieben dank an euch alle das ihr euch die Zeit genommen habt zu Antworten. Ich werde erstmal warten und schauen was die Werte nächstes Jahr sagen. :)

Lg. : )
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Re: Lebererkrankung trotzdem ein Tattoo

Beitragvon Segler » 18.07.2016 23:40

Hallo DC,

erst einmal herzlichen Glückwunsch. Deine Geschichte hört sich für mich an wie "Gerade noch mal knapp die Kurve gekriegt." Mach auf dem eingeschlagenen Weg (Abstinenz) weiter und halte durch! Ich drücke die Daumen!

Zu Deiner Frage, die letztlich auf potentielle Toxizität von Tattoofarben (in deinem Fall für die Leber) rausläuft, die ist meiner bescheidenen Meinung nach gar nicht so einfach zu beantworten.

Da ich auch einige diesbezügliche Pressemeldungen verfolgt habe, hatte ich über das Thema auch mal mit meiner Tätowiererin geredet. Ich fasse das mal kurz zusammen.

Es gibt seit ca. 2009 EU-weit die Tätowiermittelverordnung https://www.gesetze-im-internet.de/t_tov/ Das ist aber eine reine Negativliste, das heisst, sie verbietet bekannt toxische, allergene, ... etc. Stoffe.

Im Umkehrschluss heisst das, alle nicht gelisteten Stoffe sind erlaubt, auch solche, zu denen schlicht und einfach (noch) keine negativen Erfahrungen vorliegen, weil sie z.B. erst ganz neu auf dem Markt sind.

Meine Tätowiererin bezieht ihre Farben aus USA, weil die dort zumindest eine FDA-Zulassung als Kosmetikprodukte benötigen und wegen des dortigen Rechts (Schadenersatzklagen auf horrende Summen) die Hersteller vorsichtiger sind, was sie in Verkehr bringen.

Meine Tätowiererin musste in über zwanzigjähriger Praxis noch keine negativen Erfahrungen machen, sagt aber selbst, dass sie nur vorsichtig bei der Auswahl der Farben und der Lieferanten sein kann aber auch keine letzte Sicherheit hat. Sie macht deswegen auch bestimmte Sachen nicht, etwa unter UV-Licht leuchtende Tattoos, weil sie den Farben nicht traut und Gesundheitsrisiken befürchtet.

Es spricht für deinen Tätowierer, dass er bei einer Vorerkrankung der Leber auf deinen Arzt verweist. Der Arzt ist meist noch viel weniger Experte für Tattoos und wird im Zweifel für Risikominimierung und das heißt gegen eine medizinisch nicht notwendige Einbringung von Fremdstoffen in den Körper raten. Ein Tattoo braucht letztlich keiner, eine gesunde Leber schon.

Andererseits liegen erfreulich wenige nachgewiesene Fälle von Schädigungen durch professionelle (!) Tattoos und nach Tätowiermittelverordnung zugelassenen Farben vor. In Anbetracht der vielen Zeitgenossen mit Tattoos (für Deutschland habe ich schon Zahlen von 20% der Bevölkerung gelesen) wären nennenswerte Risiken vermutlich bekannt.

Aber letztendlich gibt es im Leben nur relative Sicherheit, keine 100%

Was würde ich dir raten? Such dir einen Arzt mit Tattooerfahrung. Sei es, das er selbst Tattoos hat und sich von daher mit der Materie auseinandergesetzt hat, oder der sich mit der Entfernung (Lasern) von Tattoos beschäftigt. Denn da werden die Farbpigmente regelrecht in ihre Bestandteile zerschossen, über Blut und Lymphsystem abtransportiert und tatsächlich meist über die Leber metabolisiert und ausgeschieden. Würde der dir bei vorgeschädigter Leber ein Tattoo weglasern? Dann wird er dir auch zum Stechen zu oder abraten können.
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