Ich bin nackt aber möchte das ändern

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Ich bin nackt aber möchte das ändern

Beitragvon deftones87 » 03.08.2020 20:56

Hallo liebe Tattoo Freunde,

ich habe mich nun entschieden meinen langjährigen Traum zu erfüllen und mich endlich tätowieren zu lassen. Ziel ist der rechte Unterarm, aber irgendwie bin ich total unentschlossen. Vor ein paar Jahren wollte ich gerne eine Eule haben, aber da das ja mittlerweile jeder hat muss ich wohl umdenken.

Konkret habe ich nun folgendes vor, ich weiß echt gar nicht was mich in so einem Studio erwartet. Man muss ja auch gucken wo man landet, manche sind besser, andere schlechter.

Ich will mir den Unterarm komplett zuhacken. In Farbe aber ich habe jetzt keine Muster oder Motive parat, kann man einfach so in ein Studio gehen und sagen ja mach mal frei Schnauze? Also mit Frei Schnauze meine ich "Frei Schnauze aber folgende Themen"...

ich hab da schon an sowas wie ein Zusammenhängedes oder mehere Bilder die zusammen hängen stechen zu lassen.

Wie sind so die Schmerzen?

Was meint ihr kostet so ein "Sleeve"? Bzw wie lange dauert sowas.

Was muss man so beachten vor und nach dem Tattoo?

Ich bin so unentschlossen.
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Re: Ich bin nackt aber möchte das ändern

Beitragvon Segler » 03.08.2020 21:09

"Ich will mir den Unterarm komplett zuhacken. In Farbe aber ich habe jetzt keine Muster oder Motive parat, kann man einfach so in ein Studio gehen und sagen ja mach mal frei Schnauze?"

Bös gesagt: Man kann. Man kann auch so einfach zu einem Autohändler gehen und ohne Plan sagen "Ich will ein Auto, mach mal." Vorteil dabei, das Auto kann man bei Nichtgefallen wieder verkaufen, wenn auch vielleicht mit Verlust. Das Tattoo bleibt

Was für dich spricht: Du sprichst deine Zweifel selber an. Das ist der erste Schritt, dich vor einem Reinfall zu bewahren. Nimm dir erst mal sehr viel Zeit, dich rundum zu informieren, was dir konkret gefallen würde, in welchem Stil, welche guten Studios es dafür gibt, hier berät das Forum gern und ausführlich, und welche Einschränkungen sich aus der gewählten Körperstelle ergeben können.

Farbe und der bei den meisten Menschen stark sonnenexponierte Unterarm ist nämlich bezüglich langfristiger Stabilität heikel. Schwarz ist da deutlich haltbarer.

Wenn das alles klar ist, bei der gestalterischen Ausführung darfst du auf die Kreativität eines guten Tätowierers bauen. Muster oder fertige Motive brauchst du nicht.
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Re: Ich bin nackt aber möchte das ändern

Beitragvon deftones87 » 03.08.2020 21:29

Stimmt der Stil, ist Comic billiger als realistisch?

Naja ich bin zb große Fan von Japan und Samurai, vlt etwas mit Rosen und nem Samurai Kämpfer. Auch ganz cool fände ich Sci Fi, irgendwas Biomechanisches im HR Giger Style, oder Cyborg Terminator ....
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Re: Ich bin nackt aber möchte das ändern

Beitragvon Segler » 03.08.2020 21:56

" ist Comic billiger als realistisch? "

Wenn du billig willst, am billigsten ist kein Tattoo und ist die beste Versicherung gegen eine Enttäuschung. Schrott bekommst du sehr billig. Was hinterher sündteuer ist, das sind diese Laser-Tattooentferner. Da kannst du ganz schnell den Preis eines Kleinwagens auf die Theke legen - für oft nur sehr mäßigen Erfolg.

Die Frage ist, welches Motiv in welchem Stil würde dir gefallen und wie muss das gestaltet sein, dass du dein Leben lang Freude daran hast und es gern und stolz herzeigen kannst? Gerade bei sichtbaren Stellen wie dem Unterarm sollte das Feinste von Feinen gerade gut genug sein. Das Tattoo wird dich durch dein Leben begleiten und an einer kaum zu verbergenden Stelle wie dem Unterarm ist das sowohl im Beruf (Vorstellungsgespräche, Wirkung auf Kunden) als auch im Privatleben eine Visitenkarte, nach deren Gestaltung dich andere beurteilen werden. Du willst sicher nicht aussehen und wirken wie die "Helden" aus diesen Hartz IV Trash-TV-Sendungen bei RTL 2 und Co. Oder?

Zur Motivwahl:

"Naja ich bin zb große Fan von Japan und Samurai, vlt etwas mit Rosen und nem Samurai Kämpfer. Auch ganz cool fände ich Sci Fi, irgendwas Biomechanisches im HR Giger Style, oder Cyborg Terminator ...."

Merkst du was? Ich übersetze das mit "irgendwas, eigentlich egal, Hauptsache unterarmfüllend" Du hast noch keine Vorstellung von einer Motivwahl und das heisst, du solltest dir erst mal Zeit nehmen, zu überlegen, was du willst. Dann sollte die Idee mehrere Monate lang stabil sein, zum Beispiel - ja ich will wirklich den Samurai - und dann kannst du auf die Suche nach Studios gehen, die sowas erste Sahne können. Preis? Das Studio wird dir im Beratungsgespräch einen Kostenvoranschlag machen. Der Preis sollte für etwas, das man lebenslang mit sich rumträgt aber nicht das Entscheidende sein, sondern die Qualität. Bei letzterer - Was haltet ihr von dem Studio? - berät dich das Forum gern.

Derweil informierst du dich über japanische Geschichte der Edo-Epoche, die Kleidung, Ausrüstung und den Kampfstil von Samuraikriegern.

"Mach mir mal nen Samurai" könnte sonst mit einer Karikatur enden, wo der Krieger völlig ahistorisch ausgerüstet ist und in einem absurden Kampfstil eine Waffe schwingt, die einem europäischen Kavalleriesäbel des 19. Jahrhunderts ähnlicher sieht als einem Katana.
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Re: Ich bin nackt aber möchte das ändern

Beitragvon NewColourgirl » 10.08.2020 9:04

Hey Leute,

rein aus Interesse, weil ich an einem ähnlichen Punkt stehe, habe ich hier mal mitgelesen und bin dir total dankbar für die vielen guten Tipps und Ratschläge @Segler.

Dass man sich bei dem Gedanken an einen Samuraikämpfer auch einfach intensiv mit der Geschichte, Kleidung und so vielen anderen Details beschäftigen sollte, klingt total logisch. Nur, wenn ich gut informiert bin, weiß ich auch, was mich bei einem Tattoo erwarten kann und was ich vielleicht auch tatsächlich möchte. Wäre ja wirklich blöd, wenn ein total grundlegendes Detail nicht passt und man sich nachher ärgert, wenn man mehr darüber weiß.

Danke also auf jeden Fall :) Ich werde mir über meine potentiellen Motivwünsche definitiv noch etwas mehr Detailwissen aneignen.
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Re: Ich bin nackt aber möchte das ändern

Beitragvon Segler » 10.08.2020 10:41

"Wäre ja wirklich blöd, wenn ein total grundlegendes Detail nicht passt und man sich nachher ärgert, wenn man mehr darüber weiß."

Genau das meinte ich. Hinterher ist zu spät und der Ärger hält lebenslänglich. Vorher informieren kostet nichts als ein bisschen Zeit und Geduld.

Das Schöne bei uns im Forum: Jede Stilrichtung und jedes Motiv, egal ob Japan, Maritimes, Natur, Mandala, Polynesich hat hier seine Fans und Anhänger. Ihr könnt fragen.
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Re: Ich bin nackt aber möchte das ändern

Beitragvon 170oli » 27.08.2020 10:55

Ich würde Segler hier in allen Punkten voll zustimmen - sein sehr guter Beitrag trifft es in allen Belangen genau (wie oft).

Total im Zweifel, Hauptsache, der Unterarm wird "zugehackt" und möglichst billig - das sind alles denkbar schlechte Vorraussetzungen für ein gutes Tattoo-Projekt, zumal der Unterarm halt wirklich eine Stelle ist, die sehr exponiert ist.
Oder andersrum: Deine aktuelle Einstellung ist eher beste Vorraussetzung für den Erhalt einer Gurke (die auf dem Unterarm deutlich schwerer zu ertragen und auch zu covern ist als z.B. auf dem Oberarm oder Schulter).

Überdenk das ganze Vorhaben nochmal gründlich, in deinem eigenen Interesse.
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Re: Ich bin nackt aber möchte das ändern

Beitragvon redphantom » 27.08.2020 17:00

Überleg Dir, was Du möchtest und suche dann für den Style zusammen mit dem Forum einen geeigneten Künstler. So ein Sleeve wird nicht billig, niedrig vierstellig ist zu erwarten. Aber nur der Preis sagt auch nichts. Es gibt echte Gurkenzüchter, die dreist großzügige Preise verlangen, wenn der Kunde nur denkt : Teuer = gut. :twisted: :roll:
Vor allem Vorschläge aus FB sind mit größtem Misstrauen zu betrachten. :twisted:
Das teuerste Tattoo ist das schlechte Tattoo, denn fürs weglasern reden wir mit allem Drum und Dran (Anreise, Hotel, Urlaub, Covern, denn ganz weg ist nicht) bei der Größe u.U. nicht mehr von vier- sondern von fünfstellig - von den Schmerzen gar nicht zu reden.
Im Zweifelsfall, wenn das Budget knapp ist, lieber noch ein Jahr sparen und die Zeit zu Motiv- und Künstlersuche nutzen. :D Gute Studios haben ohnehin längere Wartezeiten.
Große Gedanken brauchen nicht nur Flügel, sondern auch ein Fahrgestell zum Landen (Neil Armstrong)
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