Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

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Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Joe14 » 01.06.2021 10:41

Hallo, ich habe ein Problem. Ich habe in einem halben Jahr mehrere Termine für ein Full Sleeve am Arm. Allerdings hat sich bei mir die finanzielle Lage aufgrund eine anderen Investition (die notwendiger war) stark verändert und ich kann in diesem und nächstem Jahr kein Tatttoo in der Größe finanzieren. Wer weiß ob es überhaupt nochmal geht :lol:

Ich hatte das Studio vor kurzem angeschrieben und darüber informiert. Ich war bisher auch freundlich. Habe denen meine Situation erklärt. Allerdings wollen die mir jetzt nicht die Anzahlung zurückgeben, da ich den "Vertrag" unterschrieben habe, in dem steht, dass bei Terminabsage die Anzahlung nicht zurückerstattet wird. Auf dem Vetrag stehen akkurat zwei Sätze. AGB´s hat das Studio keine ersichtlich auf der Homepage, Instagram oder Facebook. Allerdings wurde mir bei Terminvereinbarung (persönlich) gesagt, es dient nur zum Schutz, falls man einfach nicht zum Termin kommt.
Jetzt pochen die darauf, dass ich keinen Anspruch auf die Anzahlung habe. Sie meinen, es würden imense Kosten entstehen bei Terminabsage, Stornierung und der Aufwand wäre sehr hoch, jemand neues zu finden, Aufwand = Kosten.

Kann mir jemand erklären, welche Kosten da für ein Studio anfallen? Weil darauf gehen sie null ein. Die Anzahlung würde nicht mal die Kosten decken, die dadurch entstehen (laut dem Studio). Vielen Dank für eure Hilfe
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Miral » 01.06.2021 11:39

Puh - sorry
Also ich muss sagen, das ich noch nie in so eine Situation gekommen bin. Wenn ich einen Termin nicht wahrnehmen konnte, haben wir das problemlos verschoben. Einem Tätowierer ist auch mal was dazwischen gekommen. Aber es gab nie Problem was die Anzahlung angeht. Da kann ich dir leider nur sehr wenig bzw gar nicht weiterhelfen.
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Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Joe14 » 01.06.2021 12:36

Kein Problem :)
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Bad*Kitty » 01.06.2021 15:17

Es steht im Vertrag. Du hast unterschrieben, also eingewilligt, dass es die Anzahlung in bar nicht mehr zurück gibt. Also hast du dich doch durchaus damit einverstanden erklärt.
Du kannst maximal auf einer Gutschrift beharren (was ich aber tun würde, denn noch wurde ja keine Leistung erbracht! Einen Termin frei halten ist KEINE Leistung!), denn das eingezahlte Geld ist längst versteuert.
Das rückgängig zu machen ist tatsächlich etwas Aufwand, den der Steuerberater sich fürstlich entlohnen lässt (zumindest bei mir, weshalb es bei mir nur Gutschriften zurück gibt - und das wird auch so kommuniziert).
Blöd wird es halt, wenn die schon mit dem Entwurf angefangen haben und das auch BELEGEN können.
Wie viel hast du denn angezahlt?
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Beitragvon Joe14 » 01.06.2021 15:42

Bisher ist keine Leistung erbracht wurden. 400€ habe ich angezahlt, da es ein Full Sleeve werden sollte.
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Segler » 01.06.2021 15:58

"Einen Termin frei halten ist KEINE Leistung"

Würde ich nicht so sehen. Wer sich als Freiberufler in Absprache mit dem Kunden ein Zeitfenster für einen Kunden reserviert - damit auf eine Terminzusage an einen anderen Kunden verzichtet - und der Kunde kommt dann nicht, der hat dann im Grunde die Zeit verschenkt, in der er mit einem anderen (termintreuen) Kunden hätte Geld verdienen können.


Da sage ich mal, ein Termin ist ein Termin ist ein Termin und die Anzahlung ist zu Recht futsch.

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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Rübezahl » 01.06.2021 21:09

Naja, aber der Termin ist in einem halben Jahr, nicht in drei Tagen...
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Bad*Kitty » 01.06.2021 22:19

Nö, Segler, da liegst du aber einem Irrtum auf.
Wenn der Termin FRISTGERECHT (idR 3-4 Arbeitstage vorher!) abgesagt wird, ist das zumutbar und KEIN Grund, ne Anzahlung einzubehalten. Das kann dir jeder Anwalt bestätigen.
Wir reden hier von Terminen, die SECHS! Monate vorher abgesagt wurden! So einfach isses eben dann doch nicht. Nicht, was man denkt oder gerne hätte ist rechtens, sondern das, was im Gesetz verankert ist. ;)
Und das ist in dem Fall ja eher keine Auslegungssache.
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Segler » 02.06.2021 10:17

Das kommt dann wohl auf das Gewerbe an. Wenn ich beispielsweise einen längeren Segeltörn plane, etwa Transatlantik oder Pazifik, dann muss ich die Yacht verbindlich Monate im Voraus chartern, meist ein halbes Jahr vorher und eine Anzahlung leisten.

Absage "auf Zuruf" 3-4 Tage vor Antritt des Törns? Ich glaube, der Rechtsanwalt des Vercharterers würde ein ernstes Wort mit mir reden. Da werden die vollen Charterkosten fällig, nicht nur Verfall der Anzahlung. Der Vercharterer würde sich - meiner juristischen Laienmeinung nach zu Recht - auf die Position stellen, jetzt liegt die Yacht vier Wochen im Hafen und kostet Liegegebühren, statt Geld zu bringen. Er würde kurzfristig auch keinen anderen Kunden finden. Einen Törn in der Inselwelt des Pazifik plant niemand mit ein paar Wochen Vorlauf.

Bei Dir sehe ich es ähnlich. Wenn du bei kurzfristigen Absagen in der glücklichen Position bist, die Lücken in deinem beruflichen Terminkalender kurzfristig zu füllen (Vorziehen anderer Kunden), dann ist das toll für dich. Ansonsten hast du Geld verloren.

Ansonsten sehe ich das als ein Gebot gegenseitiger Fairness im Geschäftsleben. (§242 BGB :wink: )Ich erwarte von meinen Partnern, gleich ob Yachtvercharterer, Tätowierer, Handwerker oder Zahnarzt, dass einmal vereinbarte Termine zuverlässig eingehalten werden - auch wenn die Monate vorher festgelegt wurden. Die gleiche Fairness muss ich dann aber auch selber berücksichtigen
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Bad*Kitty » 02.06.2021 22:11

tja, das kannst du - tatsächlich! NICHT miteinander vergleichen ;)
Bei uns gilt es als zumutbar, einen Termin innerhalb von 3-4 Arbeitstagen weiter zu vergeben. Und das ist tatsächlich auch nie ein Problem.
Es sind ja nicht immer (also tatsächlich eher selten!) große Vorbereitungsarbeiten zu leisten. Für jeden abgesagten Termin habe ich so um die 8-12 potenzielle Ausweichkunden. Bei nem speziellen Segeltörn dann ehr nicht, also du siehst, der Vergleich funktioniert auch gar nicht. :)
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Segler » 02.06.2021 22:46

"Für jeden abgesagten Termin habe ich so um die 8-12 potenzielle Ausweichkunden"

Dann bist du aber auch als nachgefragte Tätowiererin kommerziell in einer guten Position und hast keinen Schaden aus der fehlenden Vertragstreue einzelner Kunden.

Wir reden hier übrigens durchaus über fehlende Vertragstreue im Sinne des BGB
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Bad*Kitty » 02.06.2021 23:12

JEDER Tätowierer der ein einigermaßen laufendes Studio hat, hat diese Ausweichkunden (bei mir sind es btw noch sehr Wenige ;) ). Wer sie nicht hat, der hat eh ganz andere Probleme als einen kurzfristig abgesagten Termin. Mir pers. ist kein einzige Studio bekannt (nicht mal ein sehr schlechtes!) das es nicht schaffen würde, abgesagte Termine binnen 3 Tagen neu zu vergeben. Lass uns da einfach auch mal realistisch bleiben.
Wenn das mal nicht klappt hat es gerne auch mal ganz andere Gründe.
Dein Business ist mit meinem zudem nicht im aller Geringsten zu vergleichen (auch (vertrags-)rechtlich nicht).
Bei Fragen dazu: Urban ist dein Mann. Mir glaubst du ja nicht.
Und da du offenbar kein Anwalt bist - lassen wir das. Ok? Führt uns nirgends hin.
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon the_force » 03.06.2021 9:09

Hallo,

Erwerbsregel der Ferenghi bei Star Trek: „Ein Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag“

Du hast das genau so unterschrieben. Ob und wie schnell der Tätowierer den Termin neu vergibt, ist absolut irrelevant.

Ich hätte eine Ausnahme gemacht, wenn Du mir einen Kunden für ein gleichwertiges Projekt an genau dem Termin anschleppst. In dem Fall hätte ich die Anzahlung übertragen.

Gruß,
J.
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon Bad*Kitty » 03.06.2021 10:42

Goooott, könntet ihr bitte NUR was dazu sagen, wenn euch die rechtliche Seite auch tatsächlich geläufig ist (und nicht nur dieses "ich stelle mir halt vor, dass es so ist")?!?!?!?
Es IST nicht so simpel wie ihr hier erzählen wollt, einfach mal den Urban/Buddha fragen. Man KANN nicht einfach so Geld einbehalten, auch wenn man's sich noch so dolle wünscht! Is nicht! Vor allem nicht in diesem Setting hier - 6 MONATE vorher!
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Re: Welche Kosten für Studio bei Terminabsage?

Beitragvon the_force » 03.06.2021 14:41

Hallo,

Bad*Kitty hat geschrieben:Goooott, könntet ihr bitte NUR was dazu sagen, wenn euch die rechtliche Seite auch tatsächlich geläufig ist (und nicht nur dieses "ich stelle mir halt vor, dass es so ist")?!?!?!?


Ich gehe sogar noch weiter: Wenn für den Zieltermin kein adäquater Ersatz gefunden werden kann (also z.B. wenn sich "nur" ein 100-Euro-Tattoo statt des geplanten Full Sleeves findet), erstreckt sich die Schuld nicht nur über die Anzahlung, sondern auch den übrigen Verdienstausfall.

Behaupte ich jetzt einfach mal so :-)

Was ich mir zusätzlich vorstellen kann ist, dass der Termin "erst einmal" durchgeführt wird. Dieser wird - wenn sich ein Kunde findet - zu Einnahmen führen und im Anschluss daran kann man ja 'ne Rechnung aufmachen:
- Hat der Ersatztermin den gleichen Umsatz gebracht?
- Sind Akquisekosten angefallen?
- Wie viel Vorleistung ist beim abgesagten Termin erfolgt (Designentwurf usw.)?
- Was kostet die steuerliche Rückabwicklung (Steuerberater)?

Verbleibt danach immer noch ein Schaden beim Tätowierer, gleicht ihn der Kunde aus.

Hat der Tätowierer einen Gewinn (besserer Auftrag) erzielt, zieht er halt nur seine Kosten von der Anzahlung ab und erstattet den Rest.

Abgesehen davon gibt es Faktoren, die hier allen unbekannt sind (z.B. die AGB des Studios, Art und Umfang der bereits erfolgten Vorleistung, die Perspektive genau diesen Termin zu genau dieser Zeit für ein gleichwertiges Projekt zu vergeben, evtl wurde schon eine Anreise einen Guest-Artists eingeplant und Flüge, Hotelzimmer o.Ä. gebucht, andere Tattoos wurden abgesagt...).

Genau genommen weißt Du noch nicht einmal, wofür die 400 Euro überhaupt geflossen sind (Anzahlung, Terminkaution, Arbeitslohn für u.U. schon erstellte Designs und die Terminkoordination)

Insofern finde ich es ungewöhnlich, dass Du dieses "Setting" hier so rigoros und abschließend beurteilst :-)

Gruß,
J.
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