Arm-Sleeve: altes Japan

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Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Nickey » 21.05.2021 20:39

Hallo liebes Forum,

ich komme aus Norddeutschland, bin relativ neu im Tattoo-Thema und würde mir gerne ein komplettes Arm-Sleeve stechen lassen. Zuerst den Oberarm rund herum. Danach soll aber auch der Unterarm dran kommen.

Thema: altes, traditionelles Japan

Stil: realistic B&G

Jetzt habe ich allerdings einige Fragen - wird mein erstes Tattoo.

Wie geht Ihr da vor? Sammelt Ihr selbst passende Motive und Ideen bei z.B. Pinterest oder überlasst Ihr das dem Artist?

Man sollte ja wohl dem Künstler genug Freiheiten lassen, damit die Kreativität des Künstlers mit einfließen kann. Ich würde aber gerne auch sicher gehen wollen, dass der Entwurf am Ende auch meinen Vorstellungen entspricht.

Sollte man vor dem finalen Termin sich mit dem Tättowierer treffen und Ideen, Wünsche und Vorstellungen gemeinsam besprechen oder ist das generell eher unüblich? Wie geht Ihr da vor?

Ich habe zwar schon viele Ideen gesammelt, aber vielleicht hat ja die/der Eine oder Andere von Euch auch noch tolle, originelle Ideen zum Thema altes Japan? Freue mich über jeden kreativen Input! :-)

Meine Ideen:
Geisha, Samurai, Fuji-Berg, Toji-Tor, Kirschblüten, Lotusblüte, Tiger im Bambuswald, älterer Fischer, Kabuki-Theater

Ich hänge mal 2 Beispiel-Bilder an, um aufzuzeigen in welche Art von Stil und Aufbau es in etwa gehen soll

Screenshot_20210521-124744_Instagram.jpg
Screenshot_20210521-124744_Instagram.jpg (241.33 KiB) 2306-mal betrachtet


Screenshot_20210521-124903_Instagram.jpg
Screenshot_20210521-124903_Instagram.jpg (329.34 KiB) 2306-mal betrachtet


Ich hoffe, es klappt.

Zur Auswahl des Tättowierers habe ich mir folgende vorgestellt:
Tony Kreutz
Roberto Da Silva
Alex von Tokoa (schon etwas weiter weg)
Stefan Müller (dito)
Christian Berndt - hier würde mich Eure Meinung interessieren (manche Arbeiten finde ich ganz schön, andere eher nicht soo toll)

Meine Frage wäre jetzt, ob diese Künstler für diese Art von Stil geeignet sind bzw. auch deren Stil ist. Tony Kreutz als Beispiel sticht ja schon eher dunkle Sachen, würde ich behaupten. Ich gehe mal davon aus, dass man einem Künstler keinen anderen Stil aufzwingen sollte...

Oder habt Ihr eventuell einen guten Tip für einen geeigneten Künstler?

Danke Euch Allen.

Grüße
Nick
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon BassSultan » 22.05.2021 10:09

Ganz ehrlich - das klingt alles ziemlich solide was du vorhast! Glaub da kommt was gutes raus dabei :)
Ideen sammeln, besprechen, offen sein. Das bringt die besten tattoos


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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Segler » 22.05.2021 11:31

"Wie geht Ihr da vor? Sammelt Ihr selbst passende Motive und Ideen bei z.B. Pinterest oder überlasst Ihr das dem Artist? Man sollte ja wohl dem Künstler genug Freiheiten lassen, damit die Kreativität des Künstlers mit einfließen ."

Motive sammeln ja als Anregung und zur Diskussion mit dem Tätowierer "So etwas in der Richtung stelle ich mir vor." Siehe etwa auf dem zweiten Bild die Kirschblüten oder die klassische japanische Architektur.

Nein zu Bildern als Vorlage. Ein ganzer Arm ist schon ein Projekt, wo der Tätowierer gestalterische Freiheit braucht, damit das hinterher harmonisch und stimmig aussieht.

Persönlich finde ich übrigens Bild 2 hübsch, locker und verspielt. Das ist ein Hingucker und ist meiner Meinung nach auch so angelegt, dass es dauerhaft schön bleibt. Bild 1 wäre mir ein wenig zu düster und sehr dunkel, und das hat leider auch das Risiko, in 10-20 Jahren zu einem diffusen flächigen Dunkelgrau zu verlaufen.
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Nickey » 22.05.2021 12:54

Moin moin, :-)

vielen Dank für eure Antworten!

@BassSultan: danke für dein positives Feedback.
Ich beschäftige mich schon etwas länger mit dem Thema Japan und lese gerade auch ein Buch über die japanische Kultur. Ich möchte einfach, dass es wirklich stimmig ist und keine Themen miteinander vermischt werden. :-)

@Segler: auch dir besten Dank!
Also du meinst, Bilder als Anregung dem Künstler an die Hand geben, aber nicht auf eine 1zu1 Umsetzung bestehen.

Als Beispiel dieses Bild eines Torii-Gates. Das finde ich sehr schön, auch vom Hintergrund:

590335e5cb012b6b3477fb8b9e8e3e5f.jpg
590335e5cb012b6b3477fb8b9e8e3e5f.jpg (206.14 KiB) 2239-mal betrachtet


Damit könnte ich dem Künstler eine Richtung mit geben und er baut da etwas drauß?

Würdet Ihr denn empfehlen vorzugeben: Oberarm z.B. Geisha, Innenarm: Tiger, Unterarm innen: Fuji usw. oder eher nicht?

Ich denke allg. ist es wohl sehr sinnvoll bei einem ganzen Arm-Projekt vorher persönlich mit dem Künstler zu sprechen oder?

Wie beurteilt Ihr meine Auswahl an Künstlern, die ich ausgewählt habe - wäre das ein Stil, wie auf Bild 2, den diese Artists realisieren können und wohl Lust drauf hätten oder ist das schon eine ganz andere Richtung?

Grüße ;-)
Nick
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon redphantom » 22.05.2021 13:20

Im Prinzip ist Dein Weg der richtige: Lieber erst mal vorher mehr bedenken, als nachher Katzenjammer. :evil:
Bei so einem umfangreichen Projekt, dass auch bei einem guten Tattookünstler einige k€ kosten wird, :roll: empfehle ich auf jeden Fall eine Vorbesprechung. Da kannst Du Deine Wünsche vorbringen, wobei ich die Detailgestaltung dann dem Profi überlassen würde. Wo was hin kann, hängt - gerade am Arm - auch mal von der Anatomie ab.
Im Übrigen schließe ich mich @Segler an, B&G darf nicht zu "Black" werden, solche Tattoos leben von Kontrasten, und man muss auch mal den Zeitaspekt mit betrachten. Deutliche hell-dunkel Kontraste mit nicht zu vielen Details sehen auch nach 10 Jahren noch toll aus. Zu viel Details und zu finster wird dann auch schnell mal ein schwarzgrauer Matsch, der dann auch nicht mehr zu covern ist.
Bei den Künstlern sollte man nicht so auf die Entfernung schauen, sondern was einem persönlich gefällt.
Und dem Doc sollte man ja auch noch eine Chance für die Impfungen geben, :lol: :lol: , durch die Farbe zu stechen bringt immer die latente Gefahr, Pigmente tief in die Muskulatur zu bringen, und da gehören die nicht hin.
Große Gedanken brauchen nicht nur Flügel, sondern auch ein Fahrgestell zum Landen (Neil Armstrong)
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Segler » 22.05.2021 21:35

"Und dem Doc sollte man ja auch noch eine Chance für die Impfungen geben, :lol: :lol: , durch die Farbe zu stechen bringt immer die latente Gefahr, Pigmente tief in die Muskulatur zu bringen, und da gehören die nicht hin."

Das ist übrigens ein spannendes Thema, wo ich früher auch Bedenken hatte. Intramuskuläre Injektionen, also deutlich unter die tätowierte Haut sind absolut kein Problem und schaden dem Tattoo nicht, auch wenn die Impfung auf einer tätowierten Hautfläche erfolgt.

Tattoopigmente sollten idealerweise chemisch inert sein, damit auch egal, ob die in der Haut, in der Muskulatur oder in Lymphknoten sitzen.
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Der Wal » 25.05.2021 22:54

mein Rat: Sei offen, was die "Architektur" des Armes angeht. Gute Künstler haben idR ein gutes Auge welches Motiv in welcher Größe an welcher Stelle wie wirkt und mit anderen zusammenspielt. Nicht dass sich die Einzelmotive am Schluss gegenseitig im Weg sind.

Und, Da Silva finde ich einen großartigen Tätowierer, macht aber oft sehr düstere Sachen.
was ja nicht heißt, dass er auf altes Japan keine Lust hat. Einfach Fragen, mit deinen Vorstellungen wirst du immer ein offenes Ohr bei den Leuten finden
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Nickey » 30.05.2021 12:43

Schönen Sonntag euch Allen!

Danke für eure zahlreichen Kommentare.

Ich habe mich in der Zwischenzeit mal ein bisschen mehr mit den Artists beschäftigt, die ich oben bereits erwähnt hatte und bin nicht so 100 % sicher, ob mein gewünschter Stil zu den ausgewählten Künstlern passt...

Da Silva ist großartig, macht aber wirklich schon eher düstere Sachen. Ebenso wie Tony Kreutz. Diese beiden wären bei mir in der näheren Umgebung.

Aktuell tendiere ich zu Alex T.o.k.o.a. ...

Der Stil der beiden Beispielbilder ist ja doch schon etwas anders: kann man diesen Stil eig. überhaupt als B&G Realistic bezeichnen?

Als Beispiel werfe ich noch einen anderen Künstler aus Schweden in den Topf. Bei Andy gefallen mir einfach sehr diese feinen Strukturen...

https://instagram.com/andyblancotattoo? ... =copy_link

Aber ist das B&G oder müsste ich eig. nach einer anderen Richtung schauen? Was meint Ihr?

Sonnige Grüße
Nick
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Segler » 30.05.2021 20:19

"@Nickey:
Also du meinst, Bilder als Anregung dem Künstler an die Hand geben, aber nicht auf eine 1zu1 Umsetzung bestehen.

Als Beispiel dieses Bild eines Torii-Gates. Das finde ich sehr schön, auch vom Hintergrund"


Ja, exakt sowas meinte ich. Fotos und Motive die man dem Tätowierer als Anregung für ein persönliches Wunschmotiv gibt. Wie das Torii-Tor dann mit dem Kirschbaum oder dem Katana verknüpft wird, da hätte ich in einen kompetentenTätowierer ein Vertrauen, vorausgesetzt der kennt sich da ein bisserle aus kombiniert mit Japan nicht nur Ramen :lol:

Es ist ja auch keine Schande für einen Menschen aus einem westeuropäischen Kulturkreis, wenn er wenig Ahnung von Japan hat. Aber auch das kann man im Vorfeld klären und gegebenenfalls Motivideen liefern.

Zum Problem kann das aber - langfristig - unter Umständen werden, wenn sowohl der Tätowierte wie der Tätowierer wenig Ahnung von Japan haben.

Es sollte jeden klar sein, der mit der Idee eines Tattoos aus einem fremden Kulturkreis spielt: Habe ich diese Kultur und die Bedeutung des Motivs - einschliesslich aller Konnotationen des Motivs in dieser Kultur - wirklich verstanden?

Die bösesten Fehlentwicklungen gab es irgendnwann um die Jahrhundertwende, wo das Tätowieren von chinesischen Schriftzeichen aufkam. Der des Chinesischen unkundige Tätowierte, mit einem Tattoo von einem des Chinesischen unkundigen Tätowierers - bildete sich ein, ein Zitat des chinesischen Kriegerphilosophen Sunzi auf der Haut zu haben, ein chinesischer Muttersprachler übersetzte das aber eher mit Hühnersuppe :lol:

Meine sehr praktische Vorgehensweise wäre, das mit einem Japaner zu besprechen. Was denkst Du darüber? Es gibt in Schweiz, Österreich, Deutschland bedingt durch internationale Unternehmen übrigens eine richtig grosse japanische Community und erfahrungsgemäss mag es jeder Expat, wenn er im Ausland mit Interesse auf sein Land und seine Kultur angesprochen wird. Wer in Deutschland einen Japaner kennen lernen möchte, der sollte sich ganz einfach mal in München rund um den Marienplatz und den Viktualienmarkt rumtreiben. Neben dem Sport-Scheck gibt es ein tolles Restaurant mit klassischen Ramen, Richtung Isartor ein Sushi-Restaurant :P

By the way: Richtung Isartor: Man trifft die Japaner auch beim Conrad. Sie lieben Elektronik :P

Er oder sie wird dich aber möglicherweise auch darauf hinweisen, dass Tattoos in Japan derzeit (etwa im klassischen Onsen) noch nicht wirklich gern gesehen werden, da traditionell noch mit der japanischen Mafia, der Yakusa verknüpft und als Symbol der Unterwelt gesehen.
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Nickey » 02.06.2021 11:31

Hallo Zusammen,

da hätte ich noch eine Frage: kann man dem Tättowierer auch ein Wunschmotiv beschreiben und der Künstler entwirft dann etwas ganz eigenes?

Als Beispiel ein Samurai-Motiv: wenn ich kein geeignetes oder individuelles im Netz finde, kann ich dann beschreiben, was ich gerne hätte?

Wird wohl auch stark vom jeweiligen Artist abhängen, richtig?

z.B. ein Boristattoo entwirft doch meist die Motive selbst oder?
Sind das wohl Motive, die der Künstler selbst entwirft oder wird da meist eine grobe Vorgabe vom Kunden hinter stehen?

Grüße
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Segler » 02.06.2021 12:34

"Als Beispiel ein Samurai-Motiv"

Speziell da wird es gefährlich, wenn sowohl der Tätowierte wie der Tätowierer Land und Kultur nicht wirklich kennen.

Wie sah ein Samurai (historisch) aus? Wie war er gekleidet? Wie war er bewaffnet?

Wenn dann auf dem Tattoo ein Krieger in einer ahistorischen Phantasieuniform eine Waffe schwingt, die eher einem Kavalleriesäbel aus dem wilhelminischen Kaiserreich als einem Katana gleicht ....

Selber schuld
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Nickey » 02.06.2021 15:05

Hi Segler,

da würde ich schon höchsten Wert drauf legen, dass es doch historisch korrekt bleibt. Ich meinte auch kein Phantasie-Bild sondern eher, dass man sich nicht auf ein bestimmtes Bild aus dem Netz (woher auch immer) festlegen muss, sondern auch beispielsweise eine andere Körperhaltung, Gesichtsausdruck wählen kann...

Als Beispiel nochmal Boristattoo: da wird ja auch ein hoher Anteil an Eigenkreativiät in den Motiven stecken.

Meine bisherige Erfahrung ist nur, dass viele Sleeves aus zusammengesetzten Einzelmotiven bestehen, die es in irgendeiner Art bereits im Netz gibt.

Grüße
Nick
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon Segler » 02.06.2021 22:56

Ich bin bei so kulturspezifischen Dingen wie Samurai wirklich zurückhaltend. Da gibt es vermutlich regalmeterweise Literatur von japanischen Historikern, die ich alle nicht kenne und mangels Kenntnis der japanischen Sprache auch nie lesen werde.

Beispiel allein Kampfstil, Körperhaltung, Kampftechnik. Wie stand der da, wie setze er seine Waffen ein? Kleidung? Haartracht?

Google Bildersuche gibt da ein verzerrtes Comic-Bild eines Samurai-Kriegers, das wohl eher von mangas inspiriert ist. Ich wäre mit solchen Bildern extrem vorsichtig, wenn ich ein authentisches Tattoo haben wollte.

Ehrlich: Wenn ich ein Tattoo aus dem japanischen Kulturkreis (jenseits eines Koi-Karpfens) haben wollte, ich würde mit einem gebildeten Japaner reden, der mich über seine Kultur informieren kann
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Re: Arm-Sleeve: altes Japan

Beitragvon BassSultan » 06.06.2021 10:08

Was segler zu dem kultur problem sagt finde ich schon mindestens eine Überlegung wert. Allgemein kann man aber deine eigentliche frage mit „ja, ein guter künstler kann das“ beantworten


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