neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Allgemeines zum Thema Tattoo

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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Segler » 02.02.2020 12:30

@Trulla73 "Sei mir nicht bös, aber "ich hab in meinem Leben noch nie so viel Mist gebaut" ähhhm.... das verbinde ich echt nicht damit, dass das drumherum am Tattoo etwas größer ist als geplant."

Das unterschreibe ich! :lol:

Wenn bei Ausbildung, Beruf, Partnerschaft, Finanzen alles in geregelten Bahnen läuft und die "schlimmste" Fehlentscheidung des Lebens sich auf das Drumherum eines Tattoos beschränkt ....
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Sperber » 02.02.2020 15:27

Danke für eure Worte... Ich verstehe, dass ich übertreibe. Ich weiß ja rational auch, dass mein Körper nicht anders ist. Ich fühle mich einfach nicht mehr wohl in ihm. Überdramatisch bin ich sicher. Ich kann nur meiner Haut schlecht entkommen. Für mich ist das gerade ein absoluter Albtraum.

Die Umgebung ist abstrakt. Das finde ich an sich cool, aber es ist einfach zu viel. Dazu kommt, dass der Vogel nicht mal genau der ist, den ich wollte, aber damit kann ich leben. Der Vogel sieht super aus.

Ich hoffe, ich gewöhne mich dran. Lasern hat einen so ungewissen Ausgang.

Ich hatte mit dem Studio geschrieben, einfach um klar zu kommunizieren. Tinte kommt mir nie wieder auf die Haut. Es war mir nur wichtig, dass es bei denen auch halbwegs ankommt, auch wenn ich vermute, dass der Künstler da vermutlich resistet ist. Ich komme mir im Endeffekt wie ein Skizzenblatt behandelt vor.
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Segler » 02.02.2020 15:52

Keep calm ... 8)

Leute, die schlimme Fehlentscheidungen im Leben getroffen haben, das sind diejenigen, die nicht wissen, in welcher Reihenfolge sie morgen ihre Termine bei Schuldnerberatung, Jobcenter, Drogenberatung und Scheidungsanwalt wahrnehmen sollen. :shock:

Ich stelle mir dich gerade vor, wie du in 50 Jahren auf der Veranda deines Eigenheims in der Sonne sitzt und deinen Enkeln erzählst, die schlimmste Fehlentscheidung in meinem Leben war das Drumherum meines Tattoos :P "Echt jetzt Opa? Hast du nie mehr Sch**sse gebaut ????"

Was du brauchst, das sind ein paar Wochen zeitlichen Abstand, die spediert dir der Kalender von ganz alleine. Bis dahin: Hobbies, Freizeit, private Interessen, berufliche Herausforderungen, konzentriere dich auf die schönen und spannenden Seiten des Lebens.

Tattoos sind eine völlig überschätzte Nebensache, die meinen sehe ich zum Beispiel als modisches Accessoire, mehr nicht.
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neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon dragon-koi » 02.02.2020 16:21

Die positiven Rückmeldungen deiner Freunde geben dir Kraft. Der Vogel gefällt dir. Das Tattoo wird sich noch etwas aufhellen.
Soweit alles im grünen Bereich.
23x11 cm für die Hüfte find ich nicht zu gross. Wäre es kleiner, sähe es in einigen Jahren (Veranda Opa) schlechter aus, da die Details verschwimmen.

Die Tätowierung bleibt. Freue dich daran, du hast es getan.
Plane deinen nächsten Urlaub, räume auf usw.

Was würde dir jetzt am meisten helfen?

Edith fragt: du hast bisher viele neue Situationen erlebt. Was hast du getan, um dich zurechtzufinden?
Have a great day! :-)
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Sperber » 02.02.2020 16:41

Ich wäre irgendwann eher Oma ;-)

Meine Mutter hat so was ähnliches gesagt. Ich habe im Dezember mein Studium abgeschlossen, die Batterien sind leer und jetzt das... das, was nie mehr weggeht und mir nicht richtig gefällt. Ich fühle mich nicht mehr sexy. Mein Freund sagt, es ist alles in Ordnung, immerhin das. Aber man muss sich doch auch in seiner eigenen Haut mögen.

Meine Freunde und mein Papa verstehen auch, was mir daran nicht gefällt. Sie sagen ebenso, dass es besser wäre, wenn es nicht so viel wäre. Ich hab nicht das Gefühl, dass ich mich damit identifizieren kann und Panikattacken machen es nicht besser.

Ich hab schon solche Situationen erlebt, aber nur welche, aus denen ich mich herausarbeiten konnte. Ich kann mir das Tattoo aber nicht wegarbeiten.
Gerade hilft es nicht gerade, dass ich krank bin und eigentlich meine Doktorarbeit schreiben muss, sprich alleine zuhause sitzen. Ich kann gerade gar nicht mehr alleine sein, das macht mir Angst. Ich kann auch gar nicht begründen, was mir genau Angst macht. Ich werde mich mal um einen Termin bei einer Beratungsstelle kümmern, so geht es mit mir nicht weiter.
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Sperber » 02.02.2020 16:46

Ich finde es auch echt unmöglich von dem Studio. Ich hab denen Bildern von dem Vogel geschickt und betont, dass es mir wichtig ist, dass es echt aussieht.

Und was tätowieren die? Einen Falken statt einen Sperber trotz diverser Bilder. Mir fiel das mit dem Auge sogar noch auf, aber wie gesagt, ich war irgendwie geistig umnachtet...

Ich wünschte, er hätte einfach gesagt, dass er keinen Bock auf mich oder mein Projekt oder was auch immer hat. Ich hab mir die ganze Zeit Mühe gegeben, freundlich zu sein (jetzt frage ich mich wieso) und er war die ganze Zeit irgendwie angepisst, egal, was ich ändern wollte und meinte immer nur "nein, das ist nicht so" und so was. Was weiß ich, wo das Problem für ihn war.
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Segler » 02.02.2020 18:44

Mal ein Blick von aussen:

"Ich habe im Dezember mein Studium abgeschlossen, die Batterien sind leer"

Du hast ein entscheidendes Ziel in deinem Leben erreicht, viel Energie investiert und brauchtest jetzt eigentlich eher Erholung als zusätzlichen Stress. Die Geschichte mit dem Tattoo trifft auf eine stressempfindliche Phase. Auch das noch!

"und jetzt das... das, was nie mehr weggeht und mir nicht richtig gefällt."

Wenn du ehrlich bist, auch andere Entscheidungen in deinem Leben sind (praktisch) irreversibel. Die Wahl deines Studienfachs z.B. Grübeleien der Art "Hätte ich nicht besser xyz studieren sollen?" sind müßig. Auch hier bleibt der Blick nach vorn, in deinem Falle Berufseinstieg oder Promotion. Die Zukunft lässt sich gestalten, die Vergangenheit nicht.

Mir fällt auch auf, dass dir das Tattoo "nicht richtig" gefällt. Darf ich das mit 70% ok übersetzen, oder sind es 80% ? Mir fallen in meinem Umfeld diverse Menschen ein, die auf gescheiterte Partnerschaften oder eine verpfuschte Karriere zurückschauen, weil sie auf der Suche nach "Mr/Ms 100% perfect" oder dem 100% passenden Job waren und 80% nicht genügten.

Das Tattoo ist da, es ist, siehe Bestätigung deines Umfelds, im Grunde ok, wenn auch nicht perfekt.

"Ich fühle mich nicht mehr sexy."

Die Formulierung enthält die Antwort. Nicht "ich bin nicht" sondern "ich fühle mich nicht". Das Problem ist nicht das Tattoo, es ist dein Gefühl.

" Mein Freund sagt, es ist alles in Ordnung"

Sieh an. Die Wirkung von Tattoos auf das jeweils andere Geschlecht - positiv wie negativ - wird gern überschätzt. Die werden meist nur nebenbei als Accessoire wahrgenommen, etwa wie Schmuck, ein Halstuch, eine Frisur. Zumal dann, wenn das Motiv im sozial akzeptierten Rahmen ist (also nicht gerade der madenzerfressene Zombie) und es sauber gestochen ist. Beides ist bei dir der Fall.

" Ich kann gerade gar nicht mehr alleine sein, das macht mir Angst. Ich kann auch gar nicht begründen, was mir genau Angst macht. Ich werde mich mal um einen Termin bei einer Beratungsstelle kümmern, so geht es mit mir nicht weiter"

Ich habe das Gefühl (mag täuschen), dass das Tattoo nur der Auslöser für irgendetwas anderes ist, das sich auch nicht weglasern liesse. Die Idee, einmal mit einem unbeteiligten Dritten, der aus professioneller Distanz auf dein (ursächlich möglicherweise woanders zu suchendes) Problem schaut eine Ursachenanalyse zu treiben und Lösungen zu suchen, das halte ich für eine gute Idee. Eine weit bessere als die Internetrecherche nach Laserkliniken.

Denk dran, du brauchst Energie, Kreativität und einen positiven Blick in die Zukunft: Auf deine Promotionsphase. Auch der Doktortitel wird dann unwiderruflich und für immer sein, wie das Tattoo :lol:

Nachtrag, nur so ein Gedanke:

Eine Pause von einigen Monaten zwischen Master Thesis und Promotion ist doch sooo ungewöhnlich nicht. Was wäre, wenn du einfach den Rucksack packst und ein wenig in der Welt rumreist. Neue Länder, Leute und Dinge kennenlernen, relaxen, den Akku aufladen ...

... und die eigenen Probleme im globalen Maßstab sehen .... :wink:
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Stuhlbein » 02.02.2020 19:29

Sperber hat geschrieben:Ich hab im Leben einfach noch nie so einen Mist gebaut wie jetzt...

Hallo Sperber,

sein gnädig mit Dir selbst.
Ich kann dieses Gefühl ganz gut nachvollziehen, denn vor ziemlich genau einem Jahr ging es mir ganz ähnlich. Ich habe mich gefühlt, als wenn ich als Kind etwas ganz Blödes angestellt habe. Komisch, rational nicht zu erklären und schon gar nicht rational zu beeinflussen. Aber es war so.

Ich hatte sogar schon ein Tattoo, es sollte nur um ein Element erweitert werden. Dieses Gefühl kannte ich aber noch nicht, es hat mich ziemlich eiskalt erwischt.
Als Grund dafür konnte ich für mich später die nicht stimmige Kommunikation ausmachen. Obendrein war es in sich wackelig gestochen und falsch platziert, aber vor allem Letzteres beruhte eben auf genau dieser unstimmigen Kommunikation. In dem Moment war mir das aber nicht vordergründig bewusst. Irgendwo im Hinterstübchen wusste ich wohl, dass da was nicht passt, war aber in dem Moment nicht in der Lage, darauf zu reagieren.

Meine Reaktion im Anschluss darauf war auch totale Ablehnung. Objektiv gesehen war es wahrscheinlich gar nicht sooo schlimm, vor allem war es auch relativ klein (wohl so ca. 8 x 8 cm). Das hilft aber bei dem Ablehnungsgefühl nicht.
Rein psychologisch würde man hier vielleicht von einer Anpassungsstörung reden. Vielleicht sagt Dir dieses Stichwort ja auch etwas und vielleicht kann es Dir ein bisschen bei der Auseinandersetzung mit dem Thema helfen.

Für mich war in der ersten Zeit auch völlig klar, dass ich mich niiieee wieder tätowieren lasse! Andererseits musste aber mit dem Fail etwas passieren. Mindestens müsste es irgendwie überarbeitet werden, damit ein paar Stellen nicht mehr so wackelig aussehen. Dazu wäre ich gerade noch bereit gewesen. Lasern wäre die andere Alternative gewesen.

Da ich aber an den nächsten Schritt absolut bewusst herangehen wollte, habe ich angefangen, mich noch intensiver mit den Themen Tätowierung und Lasern auseinanderzusetzen, übrigens u. a. auch durch viel Lesen in diesem Forum (allerdings "in Deckung", denn für ein aktives Mitschreiben wäre ich noch zu dünnhäutig gewesen...).
Am liebsten wäre mir natürlich eine sofortige Lösung gewesen, denn dieses Ablehnungsgefühl ist einfach nicht wegzudiskutieren. Aber ich habe mich gezwungen, mich zu bremsen. Gedanklich war das Thema natürlich dauerpräsent und es fiel mir schwer, mich in dieser Zeit auf andere Dinge zu konzentrieren. Irgendwann wollte ich eigentlich nur noch zur Tagesordnung übergehen, aber das ging nicht, solange ich keine Lösung für mich gefunden hatte.

Irgendwann kam ich durch vieles Auseinandersetzen an den Punkt, dass mich eine weitere Tätowierung nicht mehr schreckte und ich fing auch an, in größeren Dimensionen zu denken. Schlussendlich habe ich mich dazu entschlossen, das (für mich) missglückte Element inklusive des alten Tattoos covern zu lassen und in dem Zuge ein gesamtes großes Projekt anzugehen. Es ist jetzt noch in Arbeit und da man ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben soll, möchte ich derzeit (noch) nichts zeigen (zudem bin ich erst so langsam bereit, mich aus der Deckung zu wagen... :wink: ).
Theoretisch kann immer noch etwas schiefgehen oder es kann mich auch ein ähnliches Ablehnungsgefühl ereilen. Aber bis hierher fühlt es sich stimmig an und ist trotz der Größe eine ganz andere Nummer als das kleine Element vorher, das mich echt erheblich Nerven gekostet hat ... Denn an diesen Schritt bin ich jetzt in vollem Bewusstsein herangegangen, dass eben auch etwas nicht passen kann. Das ergibt eine ganz andere Ausgangslage.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Aus meiner Sicht hat sich die Kommunikation mit dem jeweiligen Tätowierer als Schlüsselelement herausgestellt. Daher habe ich bei der Suche nach dem folgenden Tätowierer ganz erheblich auf diesen Punkt geachtet. Bis jetzt (!) kann ich zumindest Positives berichten und hoffe natürlich, dass es auch bis zur Fertigstellung so bleibt.

Mein Weg muss nicht Deiner sein, vielleicht kommst Du zu einer ganz anderen Lösung als ich. Aber vielleicht kannst Du ja aus meinem Bericht den einen oder anderen Gedanken für Dich herausziehen.

Nur kurz noch dies:
Den Punkt, dass Menschen aus dem Umfeld auf Nachfrage ein wenig Öl ins Feuer gießen, in dem sie bestätigen, dass dies oder jenes an dem Tattoo nicht stimmig ist, halte ich in der aktuellen Situation übrigens für etwas kritisch. Gerade wenn diese Menschen selbst nicht tätowiert sind, können sie dieses irrationale Ablehnungsgefühl vermutlich nicht nachvollziehen. Deshalb würde ich an Deiner Stelle versuchen, mich davon etwas abzugrenzen. Leicht gesagt, ich weiß ...
Übrigens bin ich in meinem Umfeld auch die einzige tätowierte Person ... :wink:

Edit: Und sehr hilfreich und entscheidend für mich war die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Verdrängung hätte mir (!) nicht geholfen.
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Sperber » 02.02.2020 21:18

Hey, danke für eure Antworten. Das Austauschen hilft mir tatsächlich ein bisschen.
Ich hab viel drüber geredet und auch viel Unterstützung erfahren. Noch mehr damit beschäftigen kann ich mich quasi nicht mehr. Noch mehr Farbe ist bei mir auf jeden Fall keine Lösung. Entweder so lassen, überschminken oder lasern. Ich hab kein Vertrauen und auch kein Interesse mehr daran.

Meine Doktorarbeit schließt sich direkt an, da ich sie bereits im Studium begonnen hatte und am besten haben sollte, bevor ich anfange zu arbeiten. Ist nicht perfekt so, aber ich muss das jetzt zuende bringen. Nur zur Erklärung...

Es ist nicht schlecht gestochen. Daher kann ich quasi durch lasern auch verlieren, wenn ihr versteht, was ich meine. Angenommen, ich würde sagen, dass es total mies ist, wäre das gar nicht so eine schwere Entscheidung. Aber ich muss das vielleicht auch erstmal setzen lassen. Ich bin halt jemand, der sich so lange quält bis ich eine Lösung gefunden habe... von daher lässt es mir keine Ruhe.

Vielleicht kann ich den Fehler annehmen lernen. An eine Anpassungsstörung hatte ich tatsächlich auch schon gedacht... :lol:
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon LadyX » 03.02.2020 17:45

Schwierig... ob es eine Wahrnehmungsstörung ist, kannst vermutlich nur du herausfinden...
Ich kann nur sagen, wie es mir mit meinen Armsleeves ging...

Bis vor 3 Jahren habe ich mir Tattoos immer dort machen lassen, wo man es auch verstecken kann (Rücken, Hüfte usw.). Dann entschied ich, meine Arme machen zu lassen.
Oberarmtattoo war auf beiden Seiten kein Problem.
Als ich dann aber bis zum Handgelenk runter kam, war ich von den Motiven und der Arbeit zwar begeistert, konnte mich am Anfang im Sommer nicht so recht überwinden, sie auch offen zu zeigen.
Es war einfach ungewohnt und ich wusste, dass mich ziemlich viele Menschen deswegen anglotzen würden.
Nachdem ein Sommer vorbei war und der nächste kam, hatte ich mich dran gewohnt und seitdem zeige ich stolz meine Arme und lass die Leute einfach reden 8)

Ich denke gerade wenn es das 1. Tattoo ist, braucht es eine Weile, bis man sich an die neue Situation gewohnt hat. Vielleicht solltest du deinem Körper einfach Zeit lassen.

Dass das Motiv nicht so geworden ist, wie du es dir vorgestellt hast, das ist natürlich schade...
Nur ich dachte, man bekommt das Motiv mit Stencil vorher zu sehen, BEVOR es mit Stechen losgeht. Da hätte man doch schon Einspruch erheben können...

Also dass ein Motiv doppelt so groß wird wie geplant, ist nichts ungewöhnlich. Manche Motive kommen einfach viel besser zur Geltung, Details verschwinden schnell, wenn es zu klein gewählt wurde.
Ein Phönix auf dem Unterarm z.B. wäre fehl am Platz, je nach Details
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Sperber » 03.02.2020 17:51

Hallo, danke für deine Erfahrung. Vielleicht läuft es bei mir ja auch so. Ich muss mal anfangen, es positiver zu sehen.
Natürlich hast du recht. Ich hatte nach einem guten Tätowierer mit viel Erfahrung gesucht und hab ich da, naiv! :cry: , auf einen eingelassen, der seine Entwürfe erst zum Stechtermin zeigt. Ich habe mich dann, dumm wie ich war von ihm überzeugen lassen, dass es so groß sein sollte und dass das so besser wäre und "er schon wüsste, was gut aussieht".
Als ich meinte, mir sind da zu viele Linien, meinte er, er würde einige auslassen, aber da war unsere Definition von einige auslassen wohl unterschiedlich. Ich hab das Gefühl, da sind jetzt sogar noch mehr als auf dem stencil....
Das, was mich stört, ist halt abstrakt. Daher ist es vielleicht nicht ganz einfach zu verstehen, wenn man es nicht gesehen hat...
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Segler » 03.02.2020 18:51

" Ich habe mich dann, dumm wie ich war von ihm überzeugen [bequatschen, überreden, über den Tisch ziehen ...] lassen, dass es so groß sein sollte und dass das so besser wäre und "er schon wüsste, was gut aussieht"."

[Interpretation] von mir.

Mein Eindruck: Du ärgerst dich gerade granatenmäßig über dich selber. "Wo ist in dem Moment mein Verstand geblieben, meine Kontrolle über die Situation, vor allem mein Selbstbewusstsein ???" Dich ärgert primär nicht das Tattoo, das scheint ja ganz okay zu sein, sondern das, wofür es steht, Kontrollverlust, sich von dem "großen Künstler" dominieren und fremdbestimmen lassen. Der Blick auf dein Tattoo ist im Moment für dich ein unangenehmer Blick in den Spiegel.

Ist es das? Dann sieh das Tattoo einmal mit anderen Augen, als einmalige Chance. Wenn du die Situation mental analysierst und die richtigen Schlüsse ziehst (Welche Situationen machen mich anfällig für Manipulation?), dann ist das Tattoo für den Rest deines Lebens ein Talisman gegen ähnliche Stolperfallen, bei Bewerbungsgesprächen, später im Beruf, bei weitreichenden finanziellen Entscheidungen wie z.B. Immobilienerwerb. Wann immer du künftig einem vor Selbstbewusstsein triefenden "großen Künstler" begegnest, der auch im Gewande der fachlichen Koryphäe mit langer Veröffentlichungsliste daherkommen mag, wirst du einen Falkenschrei hören, der der Ruf eines Sperbers hätte sein sollen - und mit weniger drumherum :wink:


Hey, du hast einen Talisman auf der Haut, einen Schutzgeist, eine Frühwarneinrichtung .... :P

NEID :mrgreen:

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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon LadyX » 03.02.2020 20:44

Dass dir die Entwürfe erst am stechtermin gezeigt werden, ist heutzutage fast schon normal.
Vor 20 Jahren hat man sich ein Motiv aus dem Katalog ausgesucht und genau so wurde es dann auf die Haut übertragen.

Heutzutage, wo viel custom work gemacht wird und ich auch sehr viel Wert auf eigenkreationen und Individualität lege, wird der motivwunsch zwar vorher grob per Mail oder telefonisch besprochen, aber die 100%ige Vorlage sehe ich auch immer erst am Stichtag.

Ich beschäftige mich vorher sehr intensiv mit den Arbeiten der Künstler und vertraue darauf, dass das Ergebnis meine Vorstellungen übertrifft.
Bisher war das immer so und ich war schon bei mind. 8 verschiedenen tätowierern.

Mach dich nicht verrückt. Lass dir zeit, dich dran zu gewöhnen.
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Sperber » 05.02.2020 11:02

Ja, das wurde mir auch gesagt. Es ist nicht unüblich usw, daher habe ich mich darauf eingelassen. Im Nachhinein war das sehr dumm von mir. Ich hab mir lange alles angeguckt, was der Künstler gemacht hat und habe denen genaue Infos geschickt. Ich denke nicht, dass ich schlecht vorbereitet war.
Wenn das so normal ist, dass Sachen so fix gestochen werden und plötzlich doppelt so groß sind, ist die Rate an Leuten, die damit dann nicht klar kommt, sicher auch nicht so klein.

Ich werde mich in einem Monat mal beraten lassen bzgl. einer Teilentfernung. Zumindest kann ich so abklären, ob ein gutes Ergebnis möglich wäre. Wenn nicht, kann man es ja immer noch lassen.

Ich kann mittlerweile sehr gut eingrenzen, welcher Bereich mich stört. Ein Dreieck im unteren Bereich. Hat ein bisschen gedauert, bis ich darauf kam. Das ist völlig abstrakt und damit hadere ich. Vielleicht ergibt sich hier eine Option.
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Re: neues Tattoo – Eingewöhnungszeit?

Beitragvon Sperber » 06.02.2020 16:19

@Segler

Werde übrigens deinen Rat befolgen. Habe gestern beschlossen nach der Abgabe der Arbeit im Sommer/Herbst (je nachdem wie schnell ich bin :lol: ) länger Urlaub zu machen.
Ein paar Monate werde ich zwar nicht nehmen können, aber ein paar Wochen sind ja auch schon mal gut :)
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