Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich deswe

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Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich deswe

Beitragvon Lupus24 » 27.12.2017 22:06

Hallo,

auch wenn es schon einige Treads zum Thema Eltern und Tattoos gibt, habe ich dennoch mein individuelles Problem noch nicht gefunden und möchte deswegen hier die Frage stellen.
Zum Problem: Ich, 30 Jahre, wünsche mir seit 25 Jahren ein Tattoo. Für mich war schon als Kind klar, dass ich irgendwann tätowiert sein werde. Der Wunsch ist bis heute geblieben, die Erfüllung leider immer noch nicht passiert. Grund dafür sind meine Eltern, von denen ich aufgrund des Studiums finanziell abhängig bin und die ich auch sonst ohne Groll sehr schätze.
Meine Eltern, beides Beamte, sind absolute Tattoofeinde, das Lästern gegen Tattoos einer ihrer liebsten Zeitvertreibe: „Menschen mit Tätowierung sind assozial und deren Eltern Pack, weil sie ihre Kinder nicht richtig erzogen haben, denn kein vernünftiger Mensch würde sich so verschandeln.“
Das geht schon immer so, so dass ich mich nie getraut habe, meinen Wunsch auch nur zu erwähnen. Daher wissen sie gar nichts davon und denken, ich sei der vernünftige Sohn, der genauso denkt wie sie selbst. Allerdings ist der Wunsch nach dem Tattoo in den letzten Jahren immer stärker geworden. Ich habe mir mehrere Studios angeschaut und war auf Conventions. Also habe ich schon einen Tätowierer, das Motiv und die Stelle. (Ein Wolfskopf auf dem Oberarm mit Blättern, der ganze Oberarm vom Schultergelenk bis knapp unter dem Ellebogen soll voll, so dass man es auch mit T-Shirt noch sehen kann). Ich will das Tattoo so unbedingt, dass ich aus Sorge schon nicht mehr schlafen kann.
Als meine Eltern gestern wieder mit dem Thema anfingen, habe ich die Gelegenheit genutzt und gesagt, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass ich auch ein Tattoo bekommen werde. Der Fehler dabei war, dass es wie eine spaßige Hypothese klang, so dass die folgende Diskussion aus Sicht meiner Eltern ein Scherzgespräch war. Meine Mutter sagte sofort: „Das machst du nicht. Davon kriegst du sofort Krebs.“ auch mein Vater stimmte in diesen Kanon mit ein. Als ich sagte, die gesundheitlichen Risiken sind mir wohl bekannt, aber es gebe ja überhaupt keine Gewissheit in der Forschung, sagte meine Mutter, dann drehe sie mir den Geldhahn zu. Mein Vater sagte, ich würde enterbt. Ich sagte daraufhin, dass es interessant sei, dass unsere Beziehung scheinbar auf finanzieller Erpressung beruhe. Meine Eltern lachten sich daraufhin kaputt, denn das alles war für sie ja ein Witz meinerseits. Ich glaube allerdings, ihre Einwände waren ernst gemeinter Scherz.
Im Laufe des Tages ließ ich immer wieder einfließen, dass ich ja eh bald enterbt würde. Irgendwann meinten dann meine Eltern zwar, ich solle doch machen was ich will, aber wie gesagt war das alles für sie ein Witz. Sie nehmen mich und meine Bedürfnisse gar nicht ernst, wenn diese nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Meine Eltern sehen mich immer noch als Teil von ihnen und sehen gar nicht meine Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse. Sie glauben, alles was sie denken und wollen, wolle ich automatisch auch, weil sie es nie geschafft haben, sich von mir abzulösen und mich deshalb nicht als autonome, eigenverantwortliche Person wahrnehmen.
Da ich es mit dem Tattoowunsch nun aber nicht mehr aushalten kann, möchte ich nicht länger warten.
Doch wie verklickere ich meinen Eltern, dass es mir ernst ist und dass sie akzeptieren müssen, dass ich Entscheidungen fälle, die nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmen? Was, wenn sie Ernst machen mit dem Geld (2-3 Jahre brauche ich es noch) oder wenn ich mal Hilfe brauche und sie dann sagen, das Tattoo sei an allem Schuld, mir das also lebenslang zum Vorwurf machen? Und ich mich ständig rechtfertigen müsste? Darauf habe ich nämlich keinen Bock.
Hat sonst jemand solch eine Erfahrung schon mal gemacht und ist vielleicht alles gar nicht so schlimm, wie ich denke? Soll ich es einfach machen und Ärger riskieren oder es besser noch etwas sein lassen?

Danke für die Hilfe und viele Grüße
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon Inaah » 27.12.2017 22:52

Ich hab nur die Hälfte gelesen weil ich den Kram irgendwie nicht ernst nehmen kann.
Wenn du Bock aufn Tattoo hast und das so n starker Wunsch ist, mach es und gut ist.
Du bist 30 Jahre alt und kannst deine Entscheidungen selbst treffen bzw. solltest du auch.
In dem Alter so unterm Pantoffel zu stehen würde mir zumindest im Leben nicht einfallen.
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon BassSultan » 27.12.2017 23:01

Jo, tl;dr - sorry. Ich bin selbst 28 und Student und momentan (wieder) etwas von meinen Eltern abhängig. Aber wenn ich so sehr Bock auf ein Tattoo hätte wie du anscheinend hast... Such dir einen nebenjob, spar die Kohle und mach es. Viel mehr kann ich dir leider echt ned raten.

Dürfte ich noch interessehalber fragen was du machst? Weil bei uns (informatik) ist es äußerst ungewöhnlich dass man mit 30, wo man ja schon ein paar Semester am Buckel hat nehm ich an, noch keinen teilzeit oder sonst was Spaß am start hat.

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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon Segler » 27.12.2017 23:32

Hallo,

die Antwort lautet:

" Ich, 30 Jahre"

muss ich noch mehr sagen? Es ist Dein Leben, Du bist schon längst erwachsen (jedenfalls vor dem Gesetz), also leben Dein Leben, nable Dich von Deinen Eltern ab. Es haben auch schon genug Menschen ein Studium ohne elterliche Unterstützung erfolgreich durchgezogen.

Was ich mich noch gefragt habe: Wenn Du Dich schon bei einer (sein wir ehrlich, Nebensache) wie einem Tattoo so unterordnest, wie mag es dann bei nicht erwähnten Hauptsachen aussehen, mir ging Partnerwahl durch den Kopf.

Sorry, wenn das hart klingt, aber es ist ach so gemeint: Du bist 30 (nicht 16)

Überleg' Dir die Sache mit dem Tattoo in aller Ruhe - Du musst es wollen und es sollte Dein Wunsch und Dein Motiv sein. Ein Tattoo, das nur als (verspätetes) Passageritual zur Demonstration des Erwachsenseins dient, ist auch keine gute Idee.

Wenn Du es willst, lass es Dir stechen ohne groß darüber zu reden und kreuze bei Deinen Eltern mit Tattoo auf. Solltest Du noch bei ihnen wohnen, mit Tattoo und Möbelwagen. (Ja, es gibt Nebenjobs auf dieser Welt, ich habe im Studium als "HiWi" am Institut gearbeitet, nebenberuflich Fernseher repariert, .... und mich erfolgreich um ein Stipendium beworben.).
Zuletzt geändert von Segler am 27.12.2017 23:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon MissCass » 27.12.2017 23:35

Will man sich mit 30 nicht ohnehin mal abnabeln?
Ich war auch ein später Student (erst Ausbildung, dann erst das Studium) und bin mit 33 fertig geworden, aber mit entsprechenden Nebenjobs ist das gut zu wuppen.

Entscheide dich eben, was dir wichtiger ist: das Tattoo oder finanzielle Bequemlichkeit.
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Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich deswe

Beitragvon Detritus » 28.12.2017 0:32

Falls das nicht ein schlechter verspäteter Weihnachtsscherz sein soll:

Bild

Denn ganz ehrlich - jemand der sich mit 30 Jahren so aufführt, da hätte ich auch meine Probleme ihn und seine „Bedürfnisse“ ernst zu nehmen.

Insofern schau mal bei Amazon ob die da gerade vielleicht Rückgrat haben was Du bestellen kannst und entweder Du ziehst Deinen Wunsch nach einem Tattoo (woher soll dafür eigentlich das Geld herkommen?) durch und lebst mit etwaigen Konsequenzen oder Du katzbuckelst noch ein paar Jahre weiter vor Deinen Eltern bis Du irgendwann auf eigenen Füßen stehst.
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon Christine999 » 28.12.2017 0:34

Abnabeln ist eine Sache...das Risiko einzugehen mit den eigenen Eltern zu brechen, wenn die das wirklich so ernst meinen, eine ganz andere!
Deshalb finde ich es zu einfach zu sagen "mach doch einfach, du bist erwachsen"...

Meine Idee wäre, zuerst mit einem Elternteil in Ruhe zu sprechen. Zu wem hast du denn das innigere Verhältnis? Da würde ich hingehen und im ruhigen Ton fragen "Sag mal, meintet ihr das ernst? Wäre das wirklich so krass für euch?" und dann die eigene Motivation erklären, warum es dir so wichtig ist. Dazu könntest du noch ein paar Beispiele von richtig tollen Künstlern zeigen, bei denen man sieht, dass deren Werke so gar nichts mit Knast und asozial zu tun haben.
Und auch wenn man sonst nicht über Geld spricht...evtl. kann man deinen Eltern ein bisschen die Augen öffnen, wenn man erklärt, dass gute Tattooprojekte locker im vier- bis fünfstelligen Eurobereich liegen können :wink:
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon lesnurmit » 28.12.2017 1:10

ich würe einfach machen

Zitat Deiner Eltern: „Menschen mit Tätowierung sind assozial und deren Eltern Pack, weil sie ihre Kinder nicht richtig erzogen haben, denn kein vernünftiger Mensch würde sich so verschandeln.“

evtl. denken sie dann mal drüber nach, wäre interessant ob sie sich diesen Schuh anziehen
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon tomorrow » 28.12.2017 1:40

Ich hab durchaus Sympathie für dein Dilemma. Du hast geschrieben, deine Eltern hätten es noch nicht geschafft sich von dir zu lösen und das ist sicher wahr- aber du hast es anders herum auch noch nicht geschafft bzw (aus guten Gründen nehme ich an, das ist kein Vorwurf) die Pubertät übersprungen, wo genau solche Prozesse stattfinden. Aber es ist ja nie zu spät sein Ding zu machen, alles kein Problem!

Ich finde wie die anderen auch, dass deine Möglichkeiten ziemlich klar und eindeutig sind.
Doch wie verklickere ich meinen Eltern, dass es mir ernst ist und dass sie akzeptieren müssen, dass ich Entscheidungen fälle, die nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmen?

In dem du dir ein Tattoo stechen lässt, weil du es willst. In dem du deine Entscheidungen trifftst und diese nicht vorher bei ihnen zur Genehmigung vorlegst. In dem du nicht um ihre Anerkennung deiner Entscheidungen bittest oder darauf hoffst und in dem du dich nicht von ihnen dazu drängen lässt, dich zu rechtfertigen und zu verteidigen. Dazu musst du dann aber auch aushalten, dass sie wütend, kritisch, unzufrieden etc. mit dir sein werden. Aber das ist halt der Knackpunkt, den sie so lernen müssen. Dass ihr Urteil nicht mehr dein Leben bestimmt.

Was, wenn sie Ernst machen mit dem Geld (2-3 Jahre brauche ich es noch) oder wenn ich mal Hilfe brauche und sie dann sagen, das Tattoo sei an allem Schuld, mir das also lebenslang zum Vorwurf machen? Und ich mich ständig rechtfertigen müsste?

Wenn dir das Risiko zu hoch ist, dann könntest du entweder die 2-3 Jahre noch warten bis du damit loslegst, dir einen Job suchen und etwas sparen für diesen Fall und/oder mit dem Tattoo beginnen, aber erstmal im leicht zu versteckenden Bereich bleiben.
Und wie gesagt, rechtfertigen musst du dich überhaupt nicht! Ich glaub, dass ist einer der schwersten Punkte, aber halt echt wichtig. Ich würde mit denen ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr über das Thema diskutieren- scheint ja eh alles gesagt. Sie haben ja auch das gute Recht Tattoos so scheiße zu finden wie sie wollen. Kann dir komplett egal sein.
Also, ich habe in dem Zusammenhang oft den Tipp gesehen das Thema im Gespräch mit dir für die betreffende Person so langweilig wie möglich zu machen + Themenwechsel. Fahre da einfach eiskalt eine Dauerschleife.
Also z.B. 'Ich weiß ja wie ihr zu Tattoos steht- und ihr wisst ja nun, dass ich eure Meinung nicht teile. Was gibts eigentlich Neues von Tante Agnes?'
'Hm-hm, ihr sagt verschandelt, ich finde es schön. Gestern gabs übrigens eine interessante Doku, da war xyz blabla'.

Und wenn sie trotzdem sich immer wieder zurück zum Thema beißen und es dir reicht, eine deutliche Grenze ziehen.
'Wow, ihr habt da anscheinend noch echt Bedarf drüber zu sprechen. Ich komm wieder, wenn ihr fertig seid.' Raum oder eben auch Haus verlassen und Besuch abbrechen. Nach und nach werden sie dann merken, dass sie die Entscheidung haben, sich entweder über (deine) Tattoos auszulassen oder eine nette Zeit mit ihrem Sohn zu verbringen- aber nicht beides.
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon Inaah » 28.12.2017 9:22

Abnabeln ist eine Sache...das Risiko einzugehen mit den eigenen Eltern zu brechen, wenn die das wirklich so ernst meinen, eine ganz andere!
Deshalb finde ich es zu einfach zu sagen "mach doch einfach, du bist erwachsen"...

Verzeihe aber da bin ich absolut nicht deiner Meinung. Der Junge ist 30 Jahre alt, er ist erwachsen, es ist ein Tattoo welches er sich wünscht, was vollkommen "normales".
ICH erwarte von meiner Familie (auch wenn ich seit jüngster Zeit keine mehr habe, da alles schon weggesterbselt) dass sie mich akzeptieren egal was ich mache (wenn es in einem legalen Rahmen ist).
- sie hätten zu akzeptieren wenn ich mir nen Penis hinoperieren lassen wollen würde, weil ich mich im falschen Körper fühle
- sie hätten zu akzeptieren wenn ich mir die Brüste vergrößern lassen wollen würde
- sie hätten zu akzeptieren wenn ich ne Frau mit nach Hause bringe und sie als meine große Liebe vorstelle.
Um nur mal ein paar "krasse" Beispiele zu nennen.
ICH bin ein eigenständiger Mensch, ICH habe Bedürfnisse und solange ich mit diesen meinen Eltern nicht schade, haben sie verdammt nochmal die Füße still zu halten und mich mein Leben leben zu lassen. Sie müssen nicht alles gut heißen, das erwartet man nicht aber etwas mehr Akzeptanz und Toleranz sollte von der Familie doch gegeben sein.
Und wenn meine Familie wegen so ner Pillepalle, es ist ja schließlich mein Körper, so nen Aufstand machen würde, wäre das "mit den Eltern brechen" wirklich meine kleinste Sorge sondern mein größtes Anliegen - Kohle die ich mir von ihnen in den allerwertesten pumpen lasse, hin oder her.
Mag sein, dass meine Ansicht da vielleicht ein bisschen strange ist aber ich habe mich auch in jungen Jahren schon nicht gern bevormunden lassen. Ich stehe auf 2 Beinen und treffe meine Entscheidungen selbst. Nicht jeden müssen sie gefallen, nicht jede muss richtig sein aber ich bin alt genug um das selbst zu entscheiden und ggfls. mit den Konsequenzen zu leben.

alles was sie denken und wollen, wolle ich automatisch auch, weil sie es nie geschafft haben, sich von mir abzulösen und mich deshalb nicht als autonome, eigenverantwortliche Person wahrnehmen.

Versteh mich bitte nicht falsch.. Wie sollen sich denn auch als eigenverantwortliche Person wahrnehmen, wenn du dir a) das Studium von ihnen finanzieren lässt und das noch mit 30 (was ich ansich nicht verwerflich finde) b) du tust und machst was Frau Mami und Herr Papi sagen und du dich unter den Pantoffel stellen lässt.
DU bist 30!!! fang an etwas zu rebellieren, sag DEINE Meinung und ich meine deine, nicht die die Mami und Papi gerne hören wollen! Steh deinen Mann und lass dich doch nicht so bevormunden...
Zuletzt geändert von Inaah am 28.12.2017 10:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon BBW-Fan » 28.12.2017 9:52

Wenn du finanziell von deinen Eltern abhängig bist, dann kannst du nicht erwarten, dass sie dir das Tattoo bezahlen. Sie sind ja eindeutig gegen Tattoos. :lol:
Das Einfachste, warten bis du eigenes Geld verdienst. Ich finde 3 Jahre kann man schon auf etwas warten, das dann "forever" ist. :?
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon Segler » 28.12.2017 11:48

tomorrow schrieb:
„Du hast geschrieben, deine Eltern hätten es noch nicht geschafft sich von dir zu lösen und das ist sicher wahr- aber du hast es anders herum auch noch nicht geschafft … die Pubertät übersprungen, wo genau solche Prozesse stattfinden.“

Inaah schrieb:
„Der Junge ist 30 Jahre alt, er ist erwachsen, es ist ein Tattoo welches er sich wünscht, was vollkommen "normales".“

@Lupus24:

Merkst Du etwas? Die Abhängigkeit, das sich nicht lösen wollen, ist eine gegenseitige. Deine Eltern klammern an „ihrem Jungen“ und Du klammerst an ihren, wie ein Junge.

So kommst Du auch rüber. Du bist erwachsen, Du willst etwas völlig normales, was wie fast jede individuelle Entscheidung im Leben eine Entscheidung ist, die nicht nur Begeisterung (bei anderen) auslösen wird. Deswegen auf die Verwirklichung des eigenen Selbst – auf das erwachsen werden – verzichten und sich lebenslang (?) anderen unterordnen um zu gefallen?

Damit sind wir auch bei etwas anderem, dem Selbstwertgefühl. Woraus beziehst Du das Deine? Aus der Meinung anderer über Dich, z.B. Deiner Eltern. Bist Du etwas wert, solange sie (oder andere) Dich wertschätzen?

Wenn Du wissen willst, wer in letzter Instanz für das Glück in Deinem Leben verantwortlich ist und vor wem Du letztlich bestehen musst, dann schau in den Spiegel!

Glücklich wird langfristig nur, wer in sich selbst ruht, wer unabhängig von der Meinung anderer ist und so hart es sein mag, auch bereit ist Menschen am Weg zurück zu lassen, die ihn zu ihrem (fremdbestimmten!) Glück missbrauchen. Der Blick in den Spiegel ist auch Deinen Eltern anzuraten, die scheinen nämlich auch nicht aus sich selbst heraus zu leben, sondern suchen womöglich ein „second life“ in ihrem Sohn zu realisieren.

Wenn Du zu Dir selbst gefunden hast, erwachsen geworden bist (sorry, nicht böse sein), dann kannst Du Deinen Eltern lächelnd mit einem Tattoo auf dem Arm gegenübertreten: „Mama, Papa, ihr seid meine Eltern, ich liebe euch auch mit Tattoo und (augenzwinkernd), nein ihr habt nicht bei der Erziehung eures Sohns versagt.“

Wertschätzung kann man anderen - z.B. den Eltern - nur dann entgegenbringen, wenn man sich mal in erster Linie selber schätzt, aus sich heraus glücklich wird und deshalb in der Lage ist, das eigene positive Lebensgefühl zu teilen.

Das Thema ist übrigens ein Klassiker, mir kamen gerade Bücher in den Sinn, die ich in der Phase des Erwachsenwerdens verschlungen habe: Hermann Hesse: Der Steppenwolf, Unterm Rad, Demian, ….
Zuletzt geändert von Segler am 28.12.2017 11:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon Miss*Butterfly » 28.12.2017 11:50

Okay, ich fürchte, dass das was ich jetzt schreibe sehr anmaßend ist. Sieh es als Denkanstoß, nicht mehr. Ich denke, die Sache mit dem Tattoo ist lediglich ein Symptom für etwas, was in der Beziehung zu deinen Eltern nicht stimmt. Auch wenn das Tattoo in meinen Augen nicht ursächlich ist, kann es denke ich doch zum Zusammenbruch des Familiensystems und zum Abbruch der Beziehungen führen. So wie du die Situation beschreibst, klingt das für mich sogar recht wahrscheinlich.
Wenn du mich fragst, hast du zwei Möglichkeiten:

1. Einfach durchziehen und den potentiellen Verlust der familiären Beziehungen in Kauf nehmen.

2. Versuchen der Ursache ggf mit professioneller Unterstützung auf den Grund zu gehen und das eigentliche Problem zu lösen. Das ist in der Regel ein langer, anstrengender und schmerzhafter Prozess mit ungewissem Ausgang.

Ich tu mich schwer sowas anonym an einen Unbekannten gerichtet in einem Online Forum zu posten. Ich hoffe, du verstehst das nicht als Angriff oder zu heftigen Übergriff.
Der Mensch hat pausenlos Ideen, ja der Mensch ist zu beneiden. Doch die Kunst ist bei den Ideen gut und schlecht zu unterscheiden.
- Daniel "Dän" Dickkopf -
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon Segler » 28.12.2017 12:32

Hallo Lupus24,

Du hast hier verschiedene, teils sehr ausführliche, teils hart formulierte aber im Kern gut und hilfreich gemeinte Beiträge gelesen. Die können Dir Denkanstöße geben, aber letztlich kennen wir Deine Situation nur aus Deinem Beitrag.

Miss*Butterfly hat geschrieben:
"Ich tu mich schwer sowas anonym an einen Unbekannten gerichtet in einem Online Forum zu posten. Ich hoffe, du verstehst das nicht als Angriff oder zu heftigen Übergriff."

... und auch das trifft es und bringt mich auf eine weitere Idee. Das Forum hat einen "PN-Button" (PN persönliche Nachricht). Wenn Dir ein Beitrag besonders hilfreich erschien, Du kannst mit dem Autor per persönlicher Mail in Kontakt treten. Du darfst bei den Forumsmitgliedern hinter der mehr oder weniger bunten Oberfläche "gestandene Menschen" vermuten, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen - viele übrigens mit erfolgreich abgeschlossenem Studium, einige auch ohne regelmäßigen "pay check" von den Eltern.
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Re: Eltern nehmen Tattowunsch nicht ernstund ich trau mich d

Beitragvon hotknife » 28.12.2017 12:50

Klingt vielleicht ein wenig hart, aber ich verstelle mich nicht gerne.

Du willst doch gar kein Tattoo, sondern Dein tiefstes Inneres begehrt gegen Deine Eltern auf! Und wenn Deine Eltern die Farbe grün hassen würden, dann würdest Du sie im geheimen gut finden. Wahrscheinlich nährt sich Dein Inneres auch nur an der Vorstellung des "Verbotenen".

Wach endlich auf u. mach D E I N Ding. Mensch Junge, Du bist 30 Jahre. Komm endlich aus dem Wohlfühlbereich raus und übernimm Verantwortung für Dich und dein Leben.

Mit 30 Jahren war ich schon 12 Jahre von daheim ausgezogen, hatte 2 Berufsausbildungen, 1 Meisterausbildung, 1 Studium erfolgfeich abgeschlossen. Und meine Alten haben ich seit meinem Auszug vor 32 Jahren nie wieder gesehen. O.K. ist ein anderes Extrem.
Zuletzt geändert von hotknife am 28.12.2017 13:06, insgesamt 1-mal geändert.
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