Neu aus dem Kölner Umland

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Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Frau von Fuchs » 25.11.2021 18:56

Hi zusammen,

nachdem ich schon eine Weile nur Mitleserin war, dachte ich mir, ist es an der Zeit, mich offiziell anzumelden. :)

Ich bin 38 Jahre alt, arbeite als Personalerin in einem IT-Unternehmen und wohne im schönen Kölner Umland.
In meiner Freizeit bin ich Nerd und spiele Rollenspiele in jeder Art und Weise (sowohl am Tisch als auch in LARP-Form), mag PC-Spiele, verschlinge Bücher oder treibe mich auf Rock- oder Metal-Konzerten herum.

Mein erstes Tattoo hab ich mir mit 16 stechen lassen. Ich hatte eine schlimme Grufti-Weltschmerz-Phase und es ist ein schwarzer einfallsloser Tribaldrache auf dem rechten Oberarm geworden, den auch eine Verschlimmbesserung vor fast 15 Jahren nicht vor "Gurkigkeit" retten konnte.
Mit 19 habe ich mir schwarze Tribal-Flügel auf den Rücken stechen lassen, die vom Nackenansatz über die Schultern bis fast zur Taille reichen. Die waren aber von langer Hand geplant und bei einer richtigen Tätowiererin. ;) Und auch wenn Tribals jetzt aus der Mode sind (damals waren sie halt der heiße Scheiß), mag ich meinen Rücken noch immer.

Seit vielen Jahren spiele ich schon mit dem Gedanken, mir einen farbigen Sleeve stechen zu lassen, immer verbunden mit dem Reflex "Aber das kann ich doch nicht machen."
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mir dann gesagt: doch, kann ich!
In einem Studio in Köln habe ich meine Pläne und Motive besprochen und meine Termine geholt.
Corona-bedingt mussten wir leider mehrfach schieben und die Termine sind zusammengerückt.
Letzte Woche Donnerstag war es soweit und in 4 Marathon-Sitzungen mit einem Tag Pause in der Mitte haben wir meinen Arm zu vier Fünfteln fertig bekommen, nur noch 3/4 der Oberarm-Innenseite fehlen.
Im Nachhinein würde ich so was niemandem empfehlen, ich wundere mich auch etwas darüber, dass das Studio das so vorgeschlagen hat. Vermutlich wäre meine Skepsis größer gewesen, wäre meine letzte Tattoo-Runde nicht so lange her gewesen.

Ein Teil am Unterarm mit hauptsächlich Rottönen (Fuchsmotiv) hat sich leider vorgestern entzündet, ich war aber direkt beim Arzt, um gegenzusteuern. Jetzt heilt alles munter vor sich hin, der Oberarm pellt sich bereits stark, die frischeren Stellen (Unterarm Innenseite war am Montag dran) fangen jetzt auch so langsam an den ersten Ecken an. Es nässt nichts mehr und ich hoffe, so frühzeitig gehandelt zu haben, dass keine Schäden am Tattoo entstanden sind. Ich creme nur ganz dünn und auch nur, wenn es spannt.

Jetzt heile ich erstmal in Ruhe aus und lasse irgendwann im nächsten Jahr, wenn mein Inker wieder in Deutschland ist, die Lücke schließen.

Ich hab hier schon viele interessante Beiträge gelesen und tolle Tattoos gesehen und freue mich auf den Austausch.

Viele Grüße
Frau von Fuchs
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon savoy » 26.11.2021 14:02

Hallo Frau von Fuchs, so trifft man sich wieder :D.

Nachdem ich ja nun auch mein 1. Tattoo in einer Tagessitzung bekommen habe, kann ich mir kaum vorstellen, wie du das 4 Tage hintereinander durchgehalten hast :-p
Hoffe, die Entzündung ist schnell wieder weg! Zeig deinen Ärmel doch mal :)

Lg
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Threnodia » 27.11.2021 9:12

Beschreibungen sind nett … Fotos sind netter [emoji16]
Das klingt alles interessant, zeig doch mal her was du hast.
Und willkommen bei den Verrückten, deine Freizeitgestaltung lässt dich übrigens überaus sympathisch erscheinen [emoji6].


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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Frau von Fuchs » 28.11.2021 13:59

@savoy: So klein ist die Welt. ;) Dein Tattoo ist wirklich toll geworden - nicht nur die Umsetzung ist klasse, sondern auch das Thema ist sehr bewegend und wirklich anrührend und schöna uf die Haut gebracht.

@Threnodia: Vielen Dank! :D

Ich hab leider nur ziemlich schlechte Bilder von direkt nach dem Stechen, weil meine Prio da eher Heimfahrt, Essen und Bett waren... Die kann ich zwar einstellen, sind aber vermutlich insgesamt nicht so aussagekräftig.
Ich werde definitiv Bilder einstellen, sobald alles abgeheilt ist. Die Entzündung ist gut abgeklungen, es gab kaum Krusten und mittlerweile hab ich mich einmal komplett gehäutet. Soweit läuft die Heilung also wieder nach Plan.

Ein paar Stellen wird man sicherlich nochmal nachbearbeiten müssen, aber das wundert mich bei der Mammutsitzung nicht...
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon savoy » 28.11.2021 18:21

Vielen Dank @Frau von Fuchs :)

Das glaube ich dir, dass du danach nur noch heim ins Bett wolltest. Dann warte ich geduldig auf die abgeheilten Bilder und bin gespannt :-D

Super, dass die Entzündung schnell wieder weg war. Da war deine Haut aber schnell mit häuten, meins krümmelt immernoch vor sich hin.

Lg
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Rübezahl » 01.12.2021 15:36

Herzlich willkommen
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Segler » 04.12.2021 13:15

Frau von Fuchs hat geschrieben:
Ich bin 38 Jahre alt, arbeite als Personalerin in einem IT-Unternehmen


ich finde das extrem spannend. Wenn die Personalerin tätowiert ist, dann muss ja der tätowierte Bewerber keine Bedenken haben, im Kurzarmhemd zum Jobinterview anzutreten.

Im Arbeitsleben änderst sich im Moment ohnehin unglaublich vieles. Gestern hat mir Ober-Ober-Chef das Du angeboten.

Anzüge und Krawatten? Habe ich im Schrank hängen und meine Frau hat gestern vorgeschlagen, die Teile in die Altkleidersammlung zu geben und Platz im Schrank zu schaffen. Vielleicht noch ein schwarzer Anzug für gediegene gesellschaftliche Ereignisse.

Es sollte nur jedem klar sein: Es gibt für Tattoos im Arbeitsleben ganz klare, wenn auch ungeschriebene Grenzen. Das florale Motiv auf dem Unterarm oder ein hübsches Tierchen ist kein Thema mehr. Das nackte Pin-Up-Girl sehr wohl. Ein Mann, der mit so einem Motiv einer Personalerin gegenübersteht, könnte auf gewisse Vorbehalte stossen, ob der in ein Team m/w problemlos integrierbar ist. Auch Mad Max, der gerade ein Kettensägenmassaker an Zombies veranstaltet, wird vielleicht nicht so gern gesehen.
Von irgendwelchen politischen oder religiösen Glaubensbekenntnissen wollen wir mal gar nicht reden, speziell wenn die in eine extremistische Art gehen.
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Frau von Fuchs » 04.12.2021 18:22

Also man muss dazu sagen, dass ich selbst in Vorstellungsgesprächen nur langärmelig auftauchen werde, so dass man den Arm nicht sieht - der Rücken ist ja eh verdeckt und der Nacken durch alles mit hohem Kragen ebenfalls.
Ich persönlich habe kein Problem mit Tattoos an Bewerbern, auch die Motivwahl ist mir eher egal, solange es sich nicht um verbotene Symbolik handelt.
Ein Pin-Up sagt nicht zwangsläufig etwas über Teamfähigkeit aus, vielleicht mag derjenige einfach diesen Style. Bei Pin-Ups gibt es ja auch meilenweite Unterschiede - von lustig über sexy bis pornografisch kann alles dabei sein.
Mad Max oder Kettensägenzombie-Massaker fänd ich schon wieder cool, weil es auch meinen privaten Interessen entspräche. :D
Ich hab aber auch keinen Blümchen-Sleeve, sondern außen einen Bioware-Fan-Arm (Motiv aus Mass Effect und Dragon Age). Und der rotschwarze sechsäugige Schreckenswolf am äußeren Unterarm ist kein subitles, zartes Motiv. ;) An der Innenseite des Unterarms habe ich einen Fuchs, aber auch alles mit kräftigen Farben, vielen Rottöne.

Da ich in einem IT-Beratungsunternehmen arbeite, wird von Bewerbern erwartet, dass sie mit einem entsprechenden Dresscode bei einem Vorstellungsgespräch auftauchen. Das muss nicht der Anzug sein, aber ein langärmeliges Hemd oder ein Pullunder oder alles, was unter "Business Casual" fällt, sollte es schon sein. Bei uns im Büro sind wir relativ locker und da interessiert es niemanden, ob unsere Consultants oder Entwickler mit Kurzarm und Tattoo vor dem Rechner sitzen, aber sobald Kundenkontakt besteht, sieht das anders aus.
Wir haben überwiegend große Mittelständler und Enterprise-Kunden, dazu viele sehr, hm, traditionelle Branchen. Logistik, Banken, Versicherungen und Co. mit vielen traditionellen SIchtweisen. Ein Umdenken erfolgt nur langsam, und das bezieht sich nicht nur auf Körperkunst, sondern auch auf Geschlechterrollen und dergleichen.
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Segler » 05.12.2021 19:22

Hey bingo Du beschreibst als Personalerin exakt, wie die Arbeitswelt funktioniert.

"Da ich in einem IT-Beratungsunternehmen arbeite, wird von Bewerbern erwartet, dass sie mit einem entsprechenden Dresscode bei einem Vorstellungsgespräch auftauchen. Das muss nicht der Anzug sein, aber ein langärmeliges Hemd oder ein Pullunder oder alles, was unter "Business Casual" fällt, sollte es schon sein. Bei uns im Büro sind wir relativ locker und da interessiert es niemanden, ob unsere Consultants oder Entwickler mit Kurzarm und Tattoo vor dem Rechner sitzen, aber sobald Kundenkontakt besteht, sieht das anders aus. "

Und exakt das ist das Thema. Ich bin in einem recht legeren Beruf unterwegs, Motorenentwickler für Nutzfahrzeugmotoren. Dass Du da bei Deinem Kunden im Kurzarmhemd auftauchst und dass dabei ein paar Tattoos rausschauen, geschenkt. Der wertet Dich nach der gelieferte fachliche Leistung.

Da wird über völlig andere Themen geredet. Etwa die FCCU auf einem U-.Boot. By the way,in der Inbetriebnahme der Fuel Cell Unit, die Kaleu in Command des U-Boots war tätowiert. Ein Leuchtturm am Unterarm, den sie durchaus nicht durch einen Pullover verdeckt hat.

Bei Tatoos gehte übrigens gerade um das Thema, das ich "Sozialkompatibiltät" und "Kundenkompatibilitat" nenne. Mit dem Blümchenmotiv - Oh hünsch - wirst Du heute niemnden mehr verschrecken. Das Kettensägen Massaker mag anders ausehn

Etwa mein Arm mit dem Madagaskar Tropenbiotop. Da ist ein richtig skuriller endemischer Käfer, ein Trachelophorus giraffa. Weil der nun just prominent auf dem Unterarm sitzt, ist der für die Leute ein absoluter Hingucker, weil die so ein Tier noch nie gesehen haben und dann entspannt sich meistens ein interessantes Gespräch.

Ich glaube ein madenzerfessener Totenkopf würde anders und sehr viel negativer gewertet. Ich habe mit meinen sichtbaren Tattoos in Berufsleben vermutlich auch deswegen keine Probleme, weil das nette und hübsche Motive sind.
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Frau von Fuchs » 07.12.2021 19:39

Das stimmt schon, die Art der Tattoos ist sicherlich auch relevant - aber ich glaube, in vielen traditionellen Branchen/Bereichen ist es relativ egal, was man trägt, da ist ein Tattoo grundsätzlich schlimm.

Gleiches gilt übrigens für Piercings. Ich habe meine - alle im Gesicht - nur noch am Wochenende getragen und irgendwann ganz kapituliert. Ist auch nicht personalertauglich.

Anders sieht es bei den kreativeren Berufen aus. Eine Kollegin bei uns aus dem Marketing hat auffällige Piercings im Gesicht und auch sichtbare Tattoos und da hat noch niemand komisch geschaut. Vielleicht hat man sich seinen Teil gedacht, aber nicht einmal die Geschäftsleitung hat einen Ton gesagt.
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Re: Neu aus dem Kölner Umland

Beitragvon Segler » 07.12.2021 22:10

"Das stimmt schon, die Art der Tattoos ist sicherlich auch relevant"

Ja und da fängt es selbst bei liberalen Menschen wie mir an.Die Frau mit dem Blümchenmotiv oder den Wolf, das passt für mich irgendwo, Der Mann mit dem Totenschädel ....

" -aber ich glaube, in vielen traditionellen Branchen/Bereichen ist es relativ egal, was man trägt, da ist ein Tattoo grundsätzlich schlimm."

Sehe ich nicht so. ich hatte mal das Wort Kundenkompatibilität geprägt. Ein Tattoo mit der Du Oma Müller nicht verschreckst ist ein absolut problemloses Tattoo. Meinen Madagasjar-Tropenarm würde sich Oma Müller mit interessierter Neugier angucken, allein der prachtvolle Gecko und mir vielleicht eine Frage dazu stellen, weil dieViecherle hat a bisserele skurill sind. Auf Mad Max würde Oma Müller vermutlich etwas anders reagieren

Mit Piercings habe ich persönlich ein Problem, das man nicht teilen muss. Für mich (Mann) kämen noch nicht mal ganz konventionelle Ohrringe in Frage, ich hätte viel zu viel Angst, mir abends den Pullover über die Ohren zu ziehen und als Schlitzohr zu enden.

Von meinen ganzen Outdooraktivitäten wie Hochseesegeln will ich jetzt ein mal gar nicht reden. Ein Tattoo, einmal verheilt, das ist in der Haut und wird nie wieder Probleme verursachen. Jeder Ring oder Stecker in der Haut ist ein permanentes Verletzungs- und Entzündungsrisiko.

Persönlich: aber das ist jetzt nun wirklich eine Geschmacksfrage. Gerade in Sommer, Menschen mit bunten Armen und Beinen, da gucke ich mit Neugier und Wohlwollen hin.
Hey die oder der hat doch da ein richtig hübsches Motiv

Menschen mit einem halben Pfund Metall im Gesicht und auf 30 mm aufgedehnte Ohrläppchen?
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