Mammaaugmentation

Allgemeines zur Bodymodifikation

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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon DingDing » 28.05.2013 18:57

hausschwamm hat geschrieben:oh bitte in hm 1,6mm stärke und 4cm länge wär optimal... :mrgreen:

dingding.... auf was willst du raus?


Amputierte Geschlechtsteile und sowas...im Vergleich zu Kissen in der Brust und so...
Keinen Post meine ich böse!
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon Kimber » 31.05.2013 2:36

neira hat geschrieben:
Kimber hat geschrieben:Oft wird der Brustmuskel durchtrennt, was starke Schmerzen nach sich zieht


Das wäre mir neu. Ein guter Chirurg wird das Implantat, wenn es möglich ist, IMMER unter den Brustmuskel legen!
Diesen zu durchtrennen wäre also vollkommener Unsinn.
Desweiteren vermindert die Lage unter dem Muskel das Risiko einer Kapselfibrose, gibt dem Implantat besseren Halt, es kommt weniger oft zum Bottoming out und obendrein hängt die Brust weniger schnell wieder, da der Muskel der Schwerkraft etwas entgegenwirkt.
Implantate mit höheren ml Zahlen über dem Muskel platziert enden gerne innerhalb recht kurzer Zeit mit einer hängenden Brust und ausgeleiertem Gewebe. Von den Problemen mit der Brustdrüse mal ganz abgesehen.


Na dann erkläre mal, wie man unter den Brustmuskel kommt, wenn man über den klassischen Brustfalten- oder auch den Brustwarzenschnitt geht. Nur, indem man ihn durchtrennt. Geht blöderweise anatomisch nicht anders (daran ändert auch ein "guter Chirurg" nichts - der auch ganz sicher niemals ein Implantat "IMMER" unter den Muskel legen, sonder die Platzierung von der Ausgangslage und den Wünschen der Patientin abhängig machen wird) - nur über den Achselschnitt, den man aber hier kaum durchführt.
Die Platzierung komplett unter dem Muskel ist in Deutschland extrem selten - meist liegt das Implantat lediglich teilweise, also im oberen Bereich, unter dem Muskel.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon neira » 01.06.2013 0:19

Man kommt unter den Brustmuskel, indem man ihn löst, somit ein Implantatbett schafft und dann dort das Implantat einsetzt. Das funktioniert auch via BF oder BW, bedeutet aber eben etwas mehr Aufwand und verlangt ein gewisses Können.
Ein durchtrennter Muskel kann kein Implantat mehr halten, er müsste erst wieder zusammengefügt werden, was sehr schwer ist. Eine Lage UBM ist dann nahezu nicht mehr möglich.

Mein Wissensstand ist, dass viele plastische Chirurgen mittlerweile dazu tendieren, das Implantat mindestens teil-UBM zu legen, also wie du sagst im oberen Teil bedeckt, der untere Teil liegt frei.
Komplett-UBM ist seltener, die Tendenz ist aber steigend.
Großformatige Implantate werden von guten Chirurgen nicht ÜBM gelegt, das Ergebnis wäre innerhalb recht kurzer Zeit wieder hinfällig.
Patientenwünsche hin oder her. Die Korrektur-OP ist nahezu absehbar.
Ganz abgesehen davon, dass man sich generell immer überlegen sollte, wieviel Gwicht man da mit sich herumtragen möchte, Stichwort Rücken, Bandscheiben etc..
Wer über genügend Eigengewebe verfügt kann sich ein kleines bis mittelgroßes Implantat sicherlich auch ÜBM legen lassen, dennoch wird daran der Zahn der Zeit mehr nagen, als wenn der Muskel darüber liegt, ein guter Chirurg wird das seiner Patientin auch sagen.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon Kimber » 01.06.2013 19:43

Es ist anatomisch nicht möglich, via Brustfalte oder Brustwarze komplett unter den Muskel zu gehen. Der Muskel liegt genau in dem Bereich. Das hat mit Aufwand oder Können nichts zu tun, es geht nicht.

Ich glaube aber, dass diese Diskussion eher in ein Brust-OP-Forum gehört als hierhin. Wie gesagt denke ich nicht, dass das was mit Bodymod in dem engeren Sinne zu tun hat, da der Eingriff, selbst wenn das Implantat über dem Muskel liegt, in keinster Weise mit den gängigen Bodymods vergleichbar ist.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon changling » 02.06.2013 12:04

Kimber hat geschrieben:Ich glaube aber, dass diese Diskussion eher in ein Brust-OP-Forum gehört als hierhin.

da stimme ich dir zu und bitte darum, weitere anatomische diskussionen - die ich zwar ziemlich interessant finde, jedoch mangels fachwissen einfach nicht teilen kann und ich vermute, da geht es einigen so - per pn oder in einem entsprechenden extra thread von mir aus oder besser in nem anderen forum weiterzuführen.

Kimber hat geschrieben:Wie gesagt denke ich nicht, dass das was mit Bodymod in dem engeren Sinne zu tun hat, da der Eingriff, selbst wenn das Implantat über dem Muskel liegt, in keinster Weise mit den gängigen Bodymods vergleichbar ist.


diese einschätzung teile ich nach wie vor nicht. für mich bedeutet der begriff "to modify" - etwas zu verändern, unter umständen auch dauerhaft, zumindest aber zeitweise. dazu gehören für mich persönlich brustvergrösserungs-op´s - die ich einfach als implant betrachte. ich habe nach wie vor nicht verstanden, wo der unterschied zu nem anderen implant sein soll, welches als bodymod anerkannt ist.

ich denke, der wesentliche unterschied liegt in der sozialen akzeptanz der einen körperlichen veränderung gegenüber der anderen. Rob Mod hats eigentlich ganz schön zusammengefasst:
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon Kimber » 07.06.2013 21:36

Der Unterschied liegt für mich im Ausmaß des Eingriffs, der bei einer Brust-OP nicht mit dem eines Dermal Implants oder sonstwas zu vergleichen ist.

Eine Brust-OP findet in aller Regel unter Vollnarkose statt und dauert ca. 1 Stunde, ganz grob verallgemeinert. Sie birgt, neben den Risiken für eine Anästhesie, Risiken für Entzündungen, Nekrosen, Gefühlsverlust, eine Kapselfibrose (Zusammenziehung der Gewebskapsel um das Implantat, die sehr schmerzhaft und "unschön" ist und eine weitere OP erforderlich macht), Fehlplatzierungen usw.

Erneute OPs aufgrund von Komplikationen sind nicht selten, sondern leider eher die Regel. Die Tragweite ist m. M. nach einfach keinesfalls vergleichbar, auch wenn eine Brust-OP durch die Medien gerne als die aufgepeppte Variante des Friseurbesuchs dargestellt wird. So ist es nicht.

Darüber hinaus besteht bei einer Brust-OP meist ein starker psychischer Leidensdruck, der dazu führt, dass man diese OP entgegen aller Risiken vornehmen lässt. Den hat man wohl kaum, wenn man sich einer anderen Bodymod unterzieht.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich will das gar nicht werten. Ich habe nur ein Problem damit, dass man eine BV als "kleine Sache" darstellt und verniedlicht.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon namenlos » 10.06.2013 13:20

Kimber hat geschrieben:Darüber hinaus besteht bei einer Brust-OP meist ein starker psychischer Leidensdruck, der dazu führt, dass man diese OP entgegen aller Risiken vornehmen lässt. Den hat man wohl kaum, wenn man sich einer anderen Bodymod unterzieht.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich will das gar nicht werten. Ich habe nur ein Problem damit, dass man eine BV als "kleine Sache" darstellt und verniedlicht.


welcher Leidensdruck? Also ich setzte ästhetische Chirurgie und Bodymod (und auch Tattoos) auf gleiche Ebene, beides treffe ich aus der Entscheidung heraus meinen Körper zu verändern bzw in meinem Sinne zu verschönern. Ich würde auch keine furchtbaren Seelenqualen erleiden wenn er so bleibt wie er jetzt ist. Nein, ich bin einfach nur schrecklich oberflächlich und steh da drauf ;)


Das der Umfang eines chirurgischen Eingriffs meist groß und i.d.R. risikoreich ist streitet niemand ab, aber es gibt durchaus auch Bodymods die da meiner Meinung nach ebenfalls in die Kategorie passen. dingding hat ja schon was erwähnt
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon neira » 12.06.2013 14:58

namenlos hat geschrieben:welcher Leidensdruck? Also ich setzte ästhetische Chirurgie und Bodymod (und auch Tattoos) auf gleiche Ebene, beides treffe ich aus der Entscheidung heraus meinen Körper zu verändern bzw in meinem Sinne zu verschönern. Ich würde auch keine furchtbaren Seelenqualen erleiden wenn er so bleibt wie er jetzt ist. Nein, ich bin einfach nur schrecklich oberflächlich und steh da drauf ;)


Deine erste Frage zeigt zumindest mir recht deutlich, dass du in der Form nie Leidensdruck hattest, wenn es um deinen Körper geht. Gut für dich, ernsthaft!
Fehlbildungen jeglicher Natur beispielsweise erzeugen für Gewöhnlich einen enormen Leidensdruck, gerade, wenn sie sehr offensichtlich sind.
Wenn ich mich dann einer plastischen OP unterziehe, um dies korrigieren zu lassen, dann tue ich das nicht, um mich zu verschönern, sondern um meine Lebensqualität zu erhöhen und mich von besagtem Leidensdruck zu "erlösen". Dieser kann sich auf verschiedenste Weise zeigen und ist für Betroffene nicht gerade angenehm.
Und ja, man kann in solch einem Fall ohne OP durchaus Seelenqualen erleiden, auch wenn du das gerade für dich recht salopp ausgeschlossen hast.

Dass vermutlich der Mehrzahl der plastischen OP´s kein Leidensdruck zugrunde liegt sehe ich genauso. Ich habe mir auch mehr als nur ein Mal an den Kopf gefasst, wenn ich gelesen habe, was manche Menschen als ganz schlimm empfanden und wo ersichtlich war, dass das Problem ganz woanders liegt. Vom Suchtpotential mal ganz abgesehen.
Nichts desto Trotz kann man imo nicht generalisieren und sagen Schönheits-OP´s/Mammaaugmentation = Bodymod.
Bodymod hat NIE eine medizinische Indikation (ich nehme Beschneidungen an dieser Stelle explizit aus, weil deren Wurzeln nicht im Bodymod Bereich liegen, sondern in der Religion/Kultur, bzw. sie sind hygienebedingt vorgenommen worden), sondern ist ausschließlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Für mich ist das schon ein sehr großer Unterschied.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon namenlos » 12.06.2013 21:57

ne korrektur von fehlbildungen oder sonstigem und ne brustvergrößerung aus den üblichen gründen kann man nicht vergleichen, da hast du recht, ja. sehe ich genauso
ich habe allerdings zweiteres gemeint und dachte eigentlich das wäre offensichtlich
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon monkima » 12.06.2013 22:22

Kimber hat geschrieben:Darüber hinaus besteht bei einer Brust-OP meist ein starker psychischer Leidensdruck, der dazu führt, dass man diese OP entgegen aller Risiken vornehmen lässt. Den hat man wohl kaum, wenn man sich einer anderen Bodymod unterzieht.


Wenn Du Dich etwas genauer mit dem Thema Bodymod befasst, wirst Du bald feststellen, das es auch in diesem Bereich durchaus Menschen gibt, die aufgrund eines grossen Leidensdrucks Veränderungen an ihrem Körper vornehmen möchten.
Meist kommt da dann noch das Problem hinzu, das für die gewünschte Veränderung nicht mal einfach ein Schönheitschirurg konsultiert werden kann.
Auch werden diese Veränderungen von den meisten als krass, oder sogar krank angesehen, was wiederum den Leidensdruck auch nich vermindert.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon neira » 13.06.2013 13:10

@monkima
Ich muss sagen, dass wenn es darum geht im Bereich Bodymod extreme Eingriffe vorzunehmen, ich nicht umhin kann, da eine gewisse psychische Komponente zu unterstellen, die erstmal ausgelotet werden sollte.
Es ist ja doch was Anderes, ob jemand einfach nur einen normal aussehenden Körper haben möchte (und ich gehe jetzt vom Fall Leidendruck aus), oder ob jemand das starke Bedürfnis hat, sich z.B. den Penis spalten, die Brustwarzen entfernen zu lassen etc..
Das geht in eine ganz andere Richtung und dient nicht der normalisierung der körperlichen Gegebenheiten, sondern der "Zerstörung" eines ansonsten optisch normalen wie funktionalen Körperteils.
Hast du als Patient in der plastischen Chirurgie Leidensdruck musst du erstmal diverse Gutachten erbringen, auch Psychiatrische, dass du nicht irgendeine körperliche Wahrnehmungsstörung oder andere psychische Erkrankung hast, die sich in dem Wunsch nach Veränderung äussert, aber anders zu behandeln wäre.
Ein guter Chirurg wird einen Patienten auch abweisen und eine Therapie nahelegen, wenn nicht wirklich Handlungsbedarf besteht.

Daher ist das imo eine andere Form des Leidensdrucks, dessen Abstellung mit einer Korrektur zum Besseren einhergeht, und nicht mit einer extremen, nicht die Funktionalität oder Optik medizinisch verbessernden Veränderung.
Ich muss auch ehrlich sagen, dass wenn jemand das Bedürfnis hat, sich sein Genital zweiteilen oder sich Körperteile entfernen zu lassen, ich das nicht als Ausdruck mentaler Stabilität werten kann. Das wird mir sicher nicht nur Freunde machen, aber ich bleibe dabei, dass so extreme Veränderungen, die teilweise die Funktionalität zerstören oder extrem einschränken nichts sind, was man für Gewöhnlich mit seinem Körper tut, wenn man ihn gesund halten möchte.
Klar kann man an dieser Stelle das Argument einbringen, dass die Langzeitfolgen durch das Einbringen von Pigmenten unter die Haut ebenfalls noch nicht ganz erforscht und auch nicht unerhebliche Eingriffe sind, aber die Komplikationsraten und Ausmaße sind da einfach eine ganz andere Hausnummer, auch wenn es die zweifellos gibt.
Trotzdem kann gerne jeder machen, was er will, aber die Beweggründe für den Einen oder Anderen Eingriff sind in meinen Augen grundverschieden und werden medizinisch komplett anders bewertet.
Nichts desto Trotz würde ich es begrüssen, dass wenn jemand sich einer extremen Bodymod unterziehen möchte, er eine professionelle Anlaufstelle dafür finden könnte, um eventuelle Komplikationen in einem möglichst geringen Rahmen zu halten.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon Buddha_Eyes » 13.06.2013 16:02

Das ist für mich tatsächlich eine der interessantesten Diskussionen innerhalb des Bereichs BodyMod - Modification or mutulation.. Extrem schwierig. Auch wenn ich emotional da ganz bei Dir bin, wird es unfassbar schwierig, wenn man trennscharfe Abgrenzungskriterien finden möchte.
Und selbst wenn man einmal unterstellt, daß eine Krankheit immer dort vorliegt, wo Leiden herrscht: wer sagt dann, daß nicht z.B. die Amputation eines Gliedmaßes nicht eine adäquate (sicher eher pragmatische) Therapie ist.
Ich finde es jedenfalls paradox, das Aufpumpen der Oberweite als ne adäqate Therapie für ein "gestörtes" Körperbild wahrzunehmen, die Amputation eines als stören empfundenden Körperteils dagegen nicht... aber ich fürchte wir schweifen ab....
Expect nothing..
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon neira » 13.06.2013 17:02

Wenn nur eine gestörte Selbstwahrnehmung/Körperwahrnehmung vorliegt, sehe ich plastische Operationen auch sehr kritisch. Gerade wenn man sich in dem Bereich mal einliest, Foren nutzt etc. wird recht deutlich, dass hinter nichtmal so wenigen OP Wünschen durchaus ein ganz anderes Problem steckt, oder gar eine eine psychische Erkrankung. In dem Falle zu operieren halte ich seitens eines Chirurgen dann auch für nicht angemessen. Daher mein Einwand, dass gute Chirurgen das auch nicht machen. Das Dumme ist nur: Irgendwer machts immer.
Wenn z.B. jemand einen Amputationswunsch liegt da nach medizinischer Einstufung ja auch eine Störung vor, nämlich BIID (Body Integrity Identity Disorder).
Dennoch wäre es keine Verbesserung im Objektiven Sinne, wenn man dem Patienten diesen Wunsch erfüllt, sondern eher das Gegenteil, unabhängig vom Leidensdruck.
Was bei einigen plastischen OP´s eben doch der Fall ist, wenn sie aufgrund von Krankheitswert durchgeführt werden.
Ich glaube, man muss da ziemlich deutlich zwischen OP´s aus Lust und Laune/körperlicher Fehlwahrnehmung und wirklich medizinisch induzierten Eingriffen unterscheiden. Das macht die Einteilung in Bodymod: Ja oder nein? aber nicht gerade einfacher.
Wobei mich gerade interessieren würde, ob Personen mit BIID ihren Wunsch auch unter Bodymod einordnen würden, oder ob sich da auch eher die Tendenz zeigt, das als krankheitswert anzusehen.

Für mich ist es da bei anderen Bodymods einfacher, weil sie allgemein unter genau diese Thematik fallen (Scarification, Zunge spalten, Eichel spalten etc.) und man sie auch mehr oder minder automatisch direkt dort einordnet. Zumindest vermute ich, dass niemand zur Krankenkasse gehen würde, um dort vorzubringen, dass das Leben ohne gespaltene Zunge das gesamte Privatleben einschränkt, zu Komplexen führt etc.
Aber da sind wir wieder beim Thema Krankheitswert vs meine Brüste sind zu klein, find ich doof, ich mach mir Doppel-D, weil dann alles besser ist!
Schwierige Thematik.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon Guest » 13.06.2013 17:59

Interessantes Thema! Ich kann bei den letzten Beiträgen echt unterschreiben und genau die BIID wollte ich auch mit einbringen. Wir haben das Thema mal ausführlich an der Uni durchgekaut und selbst dort war der Konsens der ganzen Diskussion ebenfalls "so ganz hundertpro kann man da nicht zwischen schwarz und weiß unterscheiden". Eins der Hauptmerkmale war jedoch, dass bei BIID ziemlich zuverlässig eben nie wirklich Schluss ist, während bei einem "sich verbessern wollen" zumindest langfristig irgendwann ein Zustand von Zufriedenheit da ist. Und beide Verhaltensweisen, 'gesunde' Modifikation des eigenen Körpers und 'stetiges mehr wollen' kann man meiner Ansicht nach sowohl im Bereich von Brust- (und Schönheits-)OPs allgemein sehen als auch im Bereich der Bodymodification, die wir hier eher darunter fassen würden. Daher ist für mich auch beispielsweise Amputation oder ähnliches, selbst wenn ich das niemals selbst machen lassen würde, im Grunde erstmal genauso eine Modifikation wie alles andere und eben - rein vom Wunsch nach Ästhetik/Vervollkommnung usw - geurteilt nicht anders als eine Brust-OP. Dass in beiden Fällen, sprich eigentlich überall, wo massiv und unumkehrbar etwas verändert wird eine umfassende professionelle Beratung wünschenswert wäre, wär natürlich tatsächlich eine super Sache. Ich wollte gerade schreiben, dass ich denke, dass wir soweit halt einfach noch nicht sind, weil ich eher daran gedacht hab, dass es eben keine Ärzte gibt, zu denen man mit dem Wunsch, sich den kleinen Zeh abnehmen zu lassen gehen kann, aber andererseits denke ich, dass das dann eher Gebiet der Studioinhaber wird. Und: in beiden Fällen, egal ob Arzt oder nicht, kann man es nicht verhindern, dass Menschen mit tatsächlichem Krankheitswert hinter dem Wunsch dann einfach so lange suchen, bis sie jemanden finden, der ohne zu viele Fragen zu stellen aktiv wird.

Was aber für mich noch ein abgrenzender Faktor zwischen Bodymodification und "traditionellen" Schönheitsops ist, ist die gesellschaftliche Akzeptanz - mit wirklich offensichtlich operierten Brüsten gibt es sicherlich auch eine Menge negativer Reaktionen, aber es geht trotzdem um einen Körperteil, den ja mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung in unterschiedlicher Ausprägung besitzt. Da sind wir Variation 'gewohnt' und ein Abweichen von der Norm fällt zwar auf, aber nicht so offensichtlich wie etwas, was sonst gar nicht da gewesen wär. Wenn man sich hingegen irgendwas Implantieren oder so Modifizieren lässt, dass es so vom Standard abweicht, dass es in der 'Natur' gar nicht auftreten könnte (und auch gesellschaftlich nicht Teil der Kultur ist), ruft man halt automatisch mehr oder weniger Starke Reaktionen hervor. Und sicher gibt es einen Teil, der genau diese Reaktionen provozieren will, aber auch einen (aus meiner Vermutung heraus: größeren) Teil, dem diese Reaktionen egal sind und der es eher trotzdem tut, eben für sich selbst und sein Körperempfinden. Darin sehe ich den Hauptunterschied zur 'naturähnlichen' Modifikation eines ohnehin Variierenden Körperteils.

Was für mich 'gleich' ist - in Berichten über Brustops und co wird auch oft gesagt, dass die Betreffenden sich nach der OP einfach vervollkomnet fühlen, kompletter, glücklicher. Ganz genau so hab ich mich nach meiner (Mini)modifikation gefühlt und andere (mit unterschiedlichen Mods) die ich kenne, ebenfalls. Ich denke, in diesem Befriedigungsgefühl und dem Gefühl von Freiheit, seinen eigenen Körper dem Selbstbild anzupassen, was uns ja in vielerlei Hinsicht erst relativ kurz möglich ist, sind "Schönheits-" und "alternative Schönheits (oder Funktions-)"-Modifikationssuchende vereint. So ein wenig denke ich aber, dass Bodymodifications im 'typischen' Sinne etwas grenzüberschreitenderes haben - dadurch können wir unsere Körper wirklich weit ab vom herkömmlichen Bild gestalten, was bei "Mainstream"-Schönheits ops ja auch eher nicht der Fall ist.
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Re: Mammaaugmentation

Beitragvon Platy » 11.08.2015 7:55

Hätte jemand ernsthaftes Interesse an einem Erfahrungsbericht? Ich habe mich entschieden es endlich zu wagen :) Im September ist es so weit.
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